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Panorama Schütze fragte Opfer nach ihrer Religion
Nachrichten Panorama Schütze fragte Opfer nach ihrer Religion
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12:12 02.10.2015
Polizisten durchsuchen den Campus des Umpqua Community College in Roseburg, Oregon. Quelle: AFP PHOTO / Michael Sullivan / The News-Review
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Roseburg

"Ich werde den Schützen nicht beim Namen nennen", sagt Sheriff John Hanlin als er vor die Presse tritt. Der Beamte informiert die Presse in der Nacht zum Freitag über die neuesten Erkenntnisse zum Amoklauf an der Hochschule in Roseburg, einer Kleinstadt im Bundesstaat Oregon. Dennoch sickern weiterhin Informationen über den 26-jährigen Mann durch, der auf dem Campus des Umpqua Community College zehn Menschen erschossen und sieben verletzt hatte. Auch ein religiöses Motiv könnte hinter der Tat stehen.

Es ist gegen 10.30 Uhr morgens, als Chris H. einen Unterrichtsraum betritt und das Feuer eröffnet – mit einem "langen Gewehr", wie Zeugen berichten. Vorher hat er einen Dozenten durch das Fenster bereits mit einem Kopfschuss niedergestreckt. Im Raum fordert er seine Opfer einer Augenzeugin zufolge auf, sich hinzulegen, dann sollen sie aufstehen und ihre Religion nennen. Dann schießt er – offenbar wahllos – drauf los. 

Eine Studentin erzählte gegenüber dem Nachrichtensender "CNN", dass H. ihren Professor vor der Klasse erschossen habe, nachdem dieser geantwortet hatte, dass er Christ sei. H. habe geantwortet: "Gut, weil die Christ bist wirst du Gott in einigen Sekunden sehen."

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Szenen von Donnerstagvormittag: Die Polizei durchsucht Männer vor dem College. Noch ist nicht klar, ob der Täter alleine handelte.

Kurz darauf folgt der sogenannte Lockdown, das College wird komplett abgeriegelt. Ein Professor habe erst gedacht, es sei eine Übung, erzählt eine andere in Sicherheit gebrachte Studentin CNN. Sie habe sich im Unterrichtsraum mit Kommilitonen verschanzt, rund 50 andere warten Berichten zufolge in der abgeriegelten Cafeteria. Während die Eingesperrten um ihr Leben und um das ihrer Freunde bangen, rücken Polizei und FBI vor.

Ob der mutmaßliche Täter selbst Student am Umpqua Community College war oder Verbindungen dorthin hatte, wird derzeit von den Ermittlungsbehörden untersucht. Klar ist: Er war schwer bewaffnet und hatte viel Munition dabei. Beobachter vermuteten wegen der vielen Todesopfer, dass der Schütze eine halbautomatische Waffe benutzte.

H. wurde von den herbeigerufenen Einsatzkräften in einem Schusswechsel getötet. "Der Schütze hatte sich in einem der Vorlesungsräume verschanzt. Wir haben uns einen Schusswechsel geliefert", berichtete ein Polizeisprecher. Noch Stunden nach der Tat untersuchten Sprengsoff-Experten in der Nähe geparkte Autos nach Bomben, CNN zufolge wurden am Tatort vier Waffen entdeckt.

Gab es eine Warnung?

US-Medien berichteten, der Schütze habe möglicherweise vor seiner Tat eine Online-Botschaft verbreitet. Im teils anonymen Webforum "4chan" hat ein Unbekannter eine Warnung für den 30. September veröffentlicht. "Einige von euch Typen sind in Ordnung. Geht nicht zur Schule, wenn ihr im Nordwesten seid", schrieb er. Das College liegt im nordwestlichen Teil des Staates Oregon.

Später folgte ein weiterer Eintrag: "Ich wünsche den Lesern einen unterhaltsamen Elliot Rodger Tag." Elliot Rodger war der Student, der letztes Jahr nahe der Universität von Santa Barbara sechs Menschen erschoss. "Die schrecklichen Leute vom Schlag der Normalos werden für ihre Untaten büßen", schrieb er weiter.

Lesen Sie mehr: "Gebete sind nicht genug". Der frustierte Obama

Obama: "Wir sind taub geworden"

Noch am Donnerstagabend trat im Weißen Haus ein sichtlich erschütterter und frustrierter Präsident Obama vor die Presse und erneut strengere Gesetze zur Vermeidung vergleichbarer Fälle. "Wir sind das einzige fortschrittliche Land der Erde, das diese Massen-Schießereien alle paar Monate erlebt", sagte Obama. "Wir sind taub geworden." Sowohl die Berichterstattung über tödliche Shootings als auch die jeweils anschließende Debatte seien zur Routine geworden.

Am Umpqua Community College (UCC) in Roseburg sind mehr als 3000 Vollzeit- und 16.000 Teilzeit-Studenten eingeschrieben. Die Kleinstadt mit rund 22.000 Einwohnern liegt etwa 300 Kilometer südlich der Metropole Portland. Busse transportierten die Studenten zu einem Festplatz abseits vom Campus, nachdem sie Berichten zufolge von der Polizei durchsucht wurden.

dpa/wer/abr/aks/Dierk Sinderman

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