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„Alle weglaufen“

Raubüberfall auf KaDeWe „Alle weglaufen“

Sie brachen nicht heimlich in der Nacht ein, sondern kamen mitten am Tag. Und so schnell wie sie auftauchten, verschwanden sie wieder. Maskierte hatten es auf teuren Schmuck aus dem KaDeWe abgesehen.

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Vier Tage vor Weihnachten haben Maskierte am hellichten Tag das KaDeWe in Berlin überfallen.

Quelle: dpa

Berlin. Giuliano und Eva haben nichts vom Coup im KaDeWe, dem Kaufhaus des Westens, bemerkt - gar nichts. Die jungen Touristen aus Düsseldorf waren in Deutschlands bekanntestem Kaufhaus shoppen, als dort maskierte Räuber einen Wachmann mit Reizgas besprühten, blitzschnell Vitrinen mit teurem Schmuck einschlugen - und genauso schnell samt Beute wieder verschwanden.

Vier Tage vor Heiligabend, mitten im Weihnachts-Getümmel, wurde das Erdgeschoss des Nobel-Kaufhauses am Samstagvormittag zum Tatort. Zeugen gibt es viele - dennoch fehlte nach dem Überfall von den wohl vier Räubern jede Spur. Sie rauschten in einem dunklen Wagen davon - Richtung stadtauswärts, wie ein Polizist sagte.

Die Prospektverteilerin Rosa (32) hatte sich über das Auto mit der offenen Fahrertür in der Seitenstraße direkt neben dem KaDeWe gewundert. „Dann schrie jemand: "Alle weglaufen"“, berichtet sie kurz nach dem Überfall. Ein Security-Mitarbeiter habe die Passanten gewarnt. Auch sie habe sich dann in Sicherheit gebracht - und konnte nicht beobachten, wer zu dem Wagen zurückkam.

„Die Räuber trauen sich ja was, dass sie hier an so einer Adresse wie dem KaDeWe so was machen“, meint Brita Wiallowous. Die 52-Jährige wohnt gleich ums Eck und lief kurz nach der Tat zufällig an dem bekannten Luxus-Kaufhaus in Kudamm-Nähe vorbei. Sie sagt dennoch: „Eigentlich fühle ich mich sicher in Berlin.“

Und während die Polizei nach dem spektakulären Überfall vor dem traditionsreichen Warenhaus noch Zeugen in Mannschaftswagen befragt, geht im Konsumtempel das Geschäft schon wieder ganz normal weiter. Einheimische und Touristen drängen und schieben sich auf der Suche nach Delikatessen, Weihnachtsgeschenken oder einem neuen Mantel durch die Glitzerwelt.

„So ein professionelles Kaufhaus wie das KaDeWe kann natürlich mit solchen Extremsituationen umgehen. Es geht danach schnell wieder ans Netz“, sagt der Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg (HBB), Nils Busch-Petersen.

Nur im Erdgeschoss sind einen Tag vor dem vierten Advent nun einige Luxus-Geschäfte gesperrt - und Sichtschutz steht davor. Während um sie herum der Kaufrausch weitergeht, sichern Kriminalisten die Spuren. Was genau erbeutet wurde, kann die Polizei zunächst nicht sagen. Bei einem spektakulären KaDeWe-Coup im Januar 2009 hatten die Täter nachts Uhren und Schmuck im Millionenwert gestohlen.

dpa

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