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Schülerin darf Goldbarren behalten

Polizei findet Besitzer nicht Schülerin darf Goldbarren behalten

Manchmal zahlt sich Ehrlichkeit aus: Eine Schülerin fand einen Goldbarren, übergab ihn der Polizei, und diese suchte den Besitzer – aber fand ihn nicht. Deshalb ist die 16-Jährige jetzt um mindestens 15.000 Euro reicher.

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Diesen Goldbarren hat eine Urlauberin beim Baden im Königssee entdeckt.

Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Schönau am Königssee. Die Schülerin war im Sommer im Königssee (Bayern) schimmen gewesen. In Ufernähe sah sie etwas blitzen und fischte einen 500 Gramm schweren Goldbarren heraus. Als ehrliche Finderin gab sie das kostbare Pfund bei der Polizei ab – und sie suchte nach dem Eigentümer, fand ihn aber nicht. Nach einem halben Jahr Wartezeit darf die Schülerin den Goldbarren im Wert von mindestens 15.000 Euro nun behalten.

Besitzer konnte nicht ermitrelt werden

Ein Polizeisprecher in Berchtesgaden bestätigte am Donnerstag einen Bericht der Münchener Boulevard-Zeitung "tz", wonach kein Eigentümer ausfindig gemacht werden konnte. Spezialisten beim Landeskriminalamt in München hatten zwar eine beschädigte Nummer auf dem Barren wiederherstellen können. Dennoch führte dies nicht zum Besitzer, und es meldete sich offenbar auch niemand. Nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Frist geht das Goldstück daher an die Jugendliche.

Polizei enttäuscht Gold-Sucher

Wer nun hofft, weitere Goldbarren im Königssee zu finden, wird von der Polizei enttäuscht: Profi-Taucher suchten das Gewässer bereits ab. Gefunden haben sie nach Angaben der Polizei nichts. "Wenn unsere Spezialisten dort nichts finden, wird auch niemand sonst etwas finden", ist die Polizei überzeugt.

dpa/wer

Darf ich Fundsachen behalten?

Das Gesetz hat für solche Fälle einen Straftatbestand, der sich Fundunterschlagung nennt. Dieser steht im Strafgesetzbuch (§ 246 StGB). Wer eine gefundene fremde Sache von einem Wert von über 10 Euro nicht abgibt und für sich behält, macht sich strafbar. Es droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Bei einem geringeren Wert muss man die Sache aber dennoch an den Eigentümer herausgeben, sollte der sich an den Finder wenden. Wenn man den Eigentümer nicht kennt, muss die Fundsache entweder bei der Polizei oder im Fundbüro abgegeben werden. Dafür gibt es eine Quittung.

Meldet sich der Verlierer nicht innerhalb von sechs Monaten, nachdem man die Sache abgegeben hat, bekommt der Finder das Eigentum an der Sache. Bei Sachen im Wert unter 10 Euro beginnt die Frist mit dem Fund. Bei Sachen, die man in Behörden oder bei Verkehrsbetrieben wie Bahnhof oder Flughafen und in öffentlichen Verkehrsmitteln findet, bekommt man allerdings nicht das Eigentum. Sie werden bei Nichtabholung versteigert.

Allerdings kann der ursprüngliche Eigentümer seine Ansprüche noch drei Jahre lang geltend machen. So lange muss der Finder das Erlangte nach den Regeln der ungerechtfertigten Bereicherung herausgeben. Hat der Finder die Sache bereits veräußert, muss er den Gegenwert aushändigen.

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