Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Schule verbietet Hotpants

Regeln gegen aufreizende Kleidung Schule verbietet Hotpants

An einer Realschule in Baden-Württemberg dürfen die Schülerinnen keine Hotpants mehr tragen. Bauchfreie Shirts und Tops sind ebenfalls verboten. Wer sich nicht daran hält, soll ein übergroßes T-Shirt überziehen. Auch in Niedersachsen wäre das möglich.

Voriger Artikel
30-Meter-Sturz: Studentin außer Lebensgefahr
Nächster Artikel
Polizei zerschlägt Mafia-Nest am Bodensee

An einer Schule in Baden-Württemberg verboten: Hotpants.

Quelle: dpa/Symbolbild

Horb. Die Altheimer Werkrealschule kündigte die Kleiderregeln am vergangenen Freitag in einem Elternbrief an. "In letzter Zeit müssen wir gehäuft feststellen, dass Mädchen der Werkrealschule sehr aufreizend gekleidet sind", schrieb Schulleiterin Bianca Brissaud. "Diese Entwicklung stimmt uns nachdenklich und wir haben entschlossen, dass wir an unserer Schule keine aufreizende Kleidung dulden wollen." Bis mit den Schülern und den Eltern eine Kleiderordnung vereinbart sei, gelte deshalb folgende Regel: "Wer zu aufreizend gekleidet ist (zum Beispiel, bauchfreies Shirt, Hotpants ...), der bekommt von der Schule ein großes T-Shirt gestellt, dass er/sie sich bis zum Schultagsende anziehen muss."

Die Empörung über die Regeln ist groß, über das Bundesland hinaus. "Wenn mir noch einmal jemand erklären will, was ich als Frau tragen darf und was nicht, werde ich fuchsteufelswild!", schrieb Amina Yousaf auf Twitter. "Der durchschnittliche Lehrer sollte beim Thema 'geschmackvolle Kleidung' lieber mal den Ball flach halten", meinte ein anderer Nutzer.

"Jungs unter sexistischen Generalverdacht"

Grundsätzlich läuft die Kleiderregel dem Schulgesetz des Landes nicht zuwider. Auch in deren Bundesländern sind derartige Regelungen legitim, etwa wenn "der Schulfrieden, der geordnete Unterrichtsablauf oder die guten Sitten verletzt werden", heißt es im niedersächsischen Schulgesetz. "Uns ist allerdings kein solcher Fall bekannt", heißt es im Kultusministerium. Gleichzeitig "verbietet sich ein Eingriff der Schule in den Modegeschmack des Einzelnen" und dessen Recht auf Ausdruck persönlicher Individualität - und gerade hier sehen viele Kritiker gerade die Gefahr.

Baden-Württembergs Landesschülerbeirats kritisierte das Verbot als "nicht vereinbar mit dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit". Die Schüler müssten frei entscheiden können, was sie anziehen. "Nur wenn eine konkrete Gefährdung des Schulfriedens vorliegt, dürfen gewisse Kleidungsstücke im Einzelfall verboten werden", erklärte Felix Walz, stellvertretender Vorsitzender des Landesschülerbeirat. Ein Pauschalverbot sei jedoch der falsche Ansatz. "Hier werden Jungs unter sexistischen Generalverdacht gestellt und ein falsches Rollenbild in einer gleichberechtigten Welt vermittelt."

Lehrer verlangten eine Klärung

Die Altheimer Werkrealschule ist derweil überrumpelt von der öffentlichen Aufmerksamkeit und versucht eine Klarstellung. Kleidervorschriften würden derzeit gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Schülern erarbeitet, sagt Schulleiterin Brissaud. "Sie soll keinesfalls nur auf Mädchen mit sexy Kleidung abzielen, sondern soll auf angemessene Kleidung aller (also auch von Jungs) eingehen." Auch T-Shirts habe man noch nicht ausgeteilt - "und werden das vermutlich auch nicht müssen", so Brissaud.

Dem "Schwarzwälder Boten" hatte Brissaud Anfang der Woche gesagt, dass die Kleiderfrage von Kollegen an sie herangetragen worden war. Die männlichen Kollegen hätten sie um Hilfe gebeten, das Thema anzusprechen. "Es besteht ein kleines Problem an unserer kleinen Schule, das wir gemeinsam in unserer Schule angehen wollen", sagt Brissaud. "Der Medienrummel nervt nicht nur uns Lehrer, sondern ist auch für unsere Schüler sehr unangenehm."

dpa/wer/aks


Was meinen Sie?

Was halten Sie von einem Verbot von Hot Pants in Schulen?

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.