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Sechs Jahre Haft für Polizistin wegen Kindstötung gefordert

Baby mit Schere umgebracht Sechs Jahre Haft für Polizistin wegen Kindstötung gefordert

Die Polizistin, die ihr neugeborenes Baby mit einer Schere erstochen haben soll, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für sechs Jahre ins Gefängnis. Die junge Frau hatte gestanden, ihren kleinen Jungen im Juli vergangenen Jahres in Scheeßel im Kreis Rotenburg umgebracht zu haben.

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Quelle: dpa

Verden. Eine Polizistin, die ihr neugeborenes Baby mit einer Schere erstochen haben soll, muss nach Vorstellung der Anklage für sechs Jahre hinter Gitter. Das hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch im Landgericht Verden beantragt. Die junge Frau hatte beim Prozessauftakt gestanden, ihren kleinen Jungen im Juli vergangenen Jahres in Scheeßel im Kreis Rotenburg umgebracht zu haben. In zwei Wochen (29.) soll das Urteil gesprochen werden.

Die Staatsanwaltschaft hielt der Polizistin vor, sie habe durch das Kind ihren hohen Lebensstandard gefährdet gesehen. Die 25 Jahre alte Frau war zum Zeitpunkt der Geburt nicht mehr mit dem Vater des Jungen zusammen.

Ihr neuer Freund habe nicht geahnt, dass sie ein Kind erwartete, hatte die Polizistin ausgesagt. Er hatte ihr einen Tag vor der Geburt einen romantischen Heiratsantrag gemacht, nur wenige Stunden später setzten dann die Wehen ein.

Die 25-Jährige hatte die ungewollte Schwangerschaft monatelang geleugnet. Nach ihrer Aussage brachte sie das Kind alleine im oberen Stockwerk ihres Hauses zur Welt, während ihr neuer Partner eine Etage tiefer schlief. Die Leiche versteckte sie dann in einer Plastikbox unter dem Gästebett. Vier Tage später habe sie den toten Jungen dann in ihren Rucksack gesteckt und sei mit dem Motorrad zu einem Fluss gefahren, wo sie die Leiche bestattete. Kurz darauf gestand die Beamtin Kollegen die Tat.

Staatsanwaltschaft ändert Vorwurf in Totschlag

Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau zunächst wegen Mordes angeklagt, rückte von diesem Vorwurf aber im Laufe des Prozesses ab. Nun will sie die Polizistin nur noch wegen Totschlags verurteilt sehen, sagte ein Gerichtssprecherin. „Der Angeklagten war ihre Schwangerschaft bewusst, spätestens mit Einsetzen der Wehen wusste sie, dass sie ein Kind bekommt“, sagte die Gerichtssprecherin.

Die Staatsanwaltschaft hatte der Frau unter anderem vorgeworfen, sie habe ihr Baby umgebracht, weil sie Angst gehabt habe, wegen des Kindes auf ihr Auto und eine geplante Motorradreise verzichten zu müssen. Diese Aussagen hatte die Frau aber im Gericht relativiert.

dpa

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