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Politiker verlost Gewehr auf Facebook

Protest gegen Barack Obama Politiker verlost Gewehr auf Facebook

Ein "Gefällt mir" reicht, um am Gewinnspiel teilzunehmen: Etwa eine Woche nach dem Massaker von Orlando verlost ein Politiker aus Florida ein Gewehr auf seiner Facebook-Seite. Mit einer ähnlichen Waffe hatte Omar Mateen den Nachtclub gestürmt.

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In Florida verlost ein Senator ein Gewehr AR-15 auf Facebook. Mit einer ähnlichen Waffe hatte Omar Mateen in Orlando Menschen erschossen.

Quelle: Erik S. Lesser/EPA/dpa

Tallahassee. Greg Evers sitzt für die Republikaner im Senat des Bundesstaates Florida und bewirbt sich für einen Sitz im Repräsentantenhaus. Eine Verlosung auf Facebook kann da nicht schaden. Aufmerksamkeit auch nicht. Und die ist dem Senator sicher.

Denn während andere Politiker vielleicht T-Shirts oder Kaffeebecher als Preise in einem Gewinnspiel anbieten, verlost Evers eine Waffe vom Typ AR-15. Mit einem Gewehr, das diesem ähnelt, und einer Pistole hatte der 29-jährige Omar Mateen vor wenigen Tagen in einem Nachtclub in Orlando 49 Menschen getötet und 53 weitere verletzt.

Evers verteidigt Waffen-Verlosung

Das AR-15 ist äußerlich fast identisch mit dem Sturmgewehr M16, das ans Militär verkauft wird. Viele der schlimmsten Bluttaten in den USA in den vergangenen Jahren wurden damit begangen. Präsident Barack Obama forderte nach dem Attentat, das Verbot von "kriegsähnlichen" Waffen zu erneuern.

Ein Sprecher von Evers' Wahlkampfteam rechtfertigte die Aktion am Dienstag. "Obama schiebt die Schuld für den Zwischenfall auf eine Waffe und nicht auf islamistischen Terrorismus", sagte er. "Unser Punkt ist: Wir haben in den USA das Recht, uns selbst zu verteidigen. Wenn der Präsident uns nicht schützt, zählen wir auf den zweiten Verfassungszusatz." Der Zusatz erlaubt es den Bürgern, Waffen zu besitzen und zu tragen.

Ein "Gefällt mir" reicht zum Teilnehmen

Mittlerweile ist der Gewinnspiel-Aufruf von Evers Facebook-Seite verschwunden. Seine Gegner haben offenbar das soziale Netzwerk über die Verlosung informiert. Er sei von Facebook darüber informiert worden, dass er nicht für Gewalt werben dürfe – deshalb sei der Post entfernt worden. "Facebook könnte nicht falscher liegen", schimpfte Evers.

Aber der Senator konnte seine Anhänger beruhigen: Es reiche aus, dass sie unter irgendeinem Facebook-Post von ihm "Gefällt mir" anklickten, dann würden sie trotzdem an der Verlosung teilnehmen – und vielleicht das Gewehr gewinnen. Ein Zufallsgenerator werde am 4. Juli den neuen Besitzer der Waffe bestimmen, erklärt Evers auf seiner Homepage.

dpa/RND/wer

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