Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Shell kämpft gegen Ölleck in der Nordsee

Förderplattform defekt Shell kämpft gegen Ölleck in der Nordsee

An einer Förderplattform in der Nordsee läuft Öl aus einem Leck - spätestens seit der Katastrophe im Golf von Mexiko schlagen bei solchen Berichten die Alarmglocken. Wie viel Öl an einer Plattform des Konzerns Shell in die Nordsee strömt, ist unklar.

Voriger Artikel
Pilot und Stewardess verlassen Airline wegen Sexfotos
Nächster Artikel
Fund verkohlter Kinderleichen gibt weiter Rätsel auf

Shell arbeitet daran, das Leck zu stopfen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

London. An einer Ölplattform des Konzerns Shell in der Nordsee ist ein Leck entdeckt worden. Das teilte Shell am Samstag mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Wie viel Öl an der Plattform ins Meer ausströmt, sagte der Konzern zunächst nicht. Es sei aber kein „bedeutendes“ Leck. Man arbeite derzeit daran, es zu stopfen. Geräte zum Saubermachen seien unterwegs, außerdem beobachte man die Situation aus der Luft. Die Ölplattform liegt rund 180 Kilometer vor der Küste der schottischen Stadt Aberdeen.

Das Loch war Medienberichten zufolge bereits am Mittwoch an einer Verbindungsstelle zwischen Ölquelle und Plattform entdeckt worden.

Das britische Energie- und Klimaministerium teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Man habe von Shell die Information bekommen, die Menge an Öl, die freigesetzt werden könnte, sei begrenzt, sagte ein Sprecher.

„Es ist zu früh, um zu sagen, wie ernsthaft dieser Vorfall ist, aber es ist zwingend erforderlich, dass Shell jetzt schnell und effizient reagiert“, sagte der Vize-Chef der Grünen-Partei in Schottland, Patrick Harvie. Die Bevölkerung und die Behörden müssten dabei stets auf den neuesten Informationsstand gebracht werden. Das habe BP während der im Frühjahr 2010 ausgebrochenen Ölkatastrophe an einer Plattform im Golf von Mexiko nicht getan.

"Ölunfälle sind auch in der Nordsee möglich"

An dem Ölfeld mit dem Namen „Gannet oil field“ in der Nordsee waren einem Bericht des Senders BBC zufolge zwischen Januar und April rund 13.500 Barrel Öl produziert worden. Es werde zwar von Shell betrieben. Doch auch der Konzern Esso, der zum US-Riesen Exxon gehört, habe Anteile daran.

Umweltorganisationen kritisierten die Förderung von Öl aus der Nordsee. Diese werde immer schwieriger und gefährde sowohl die Küstengemeinden Schottlands als auch die Wirtschaft, sagte Juliet Swann von „Friends of the Earth“. „Jedes Auslaufen von Öl sollte uns ein Warnzeichen sein, das uns antreibt, eine Zukunft mit sauberen, erneuerbaren Energien anzustreben, statt weiter in schmutziges Öl zu investieren.“

„Dieser Vorfall in der Nordsee zeigt deutlich, dass schwere Ölunfälle auch in der Nordsee möglich sind“, sagte Jörg Feddern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Betreiber von Plattformen müssten durch die Politik endlich dazu verpflichtet werden, ihre Pläne für solche Notfälle öffentlich darzulegen. „Nur so ist überprüfbar, ob wirklich alles Erdenkliche unternommen wird, um Katastrophen größeren Ausmaßes zu verhindern.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Golf von Mexiko
Ein Teil des ausgelaufenen Öls wurde auf offener See abgefackelt.

Aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko sind nach neuesten Schätzungen insgesamt 780 Millionen Liter Rohöl geströmt. Damit handelt es sich um die größte Ölpest aller Zeiten. Das Bohrloch soll ab Dienstag endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt werden.

mehr
Mehr aus Panorama
Die aufgehende Sonne hinter der Siegesgöttin Victoria auf der Waterloosäule in Hannover.
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.