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Panorama Skigebiete locken mit falschen Pistenlängen
Nachrichten Panorama Skigebiete locken mit falschen Pistenlängen
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00:17 29.10.2015
Von Alexander Dahl
Endlose Abfahrten – so werben die Skigebiete gern, doch bei den Pistenkilometern wird oft gemogelt. Quelle: Bernhard Krieger
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Sölden

Am vergangenen Wochenende wurde die Skisaison offiziell eröffnet. Die Profis stürzten sich im österreichischen Sölden die Abhänge hinunter – und sie konnten sicher sein, dass die Länge ihrer Piste zuvor exakt vermessen wurde. Laien hingegen werden in dieser Frage gern hinter die Bergfichte geführt. Viele Skigebiete, so hat Christoph Schrahe aus Köln herausgefunden, übertreiben bei der Angabe der Länge ihrer Pisten.

Der 47-Jährige, der mit seinen Messungen in den Alpen nach eigenen Worten zum "Staatsfeind Nummer eins" geworden ist, misst seit seinem 15. Lebensjahr die Abfahrtskilometer – und deckt fasst immer beträchtliche Abweichungen auf. "Bis zu 100 Prozent mehr als tatsächlich vorhanden wird bei den Pistenkilometern übertrieben", sagt Schrahe.

Nachmessung per Smartphone-App

Gerade die Skigebiete in der Schweiz und in Frankreich würden sich auf diese Art erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen. Als Jugendlicher glich er die Angaben in den Werbeprospekten noch mit den Ergebnissen ab, die er mit seinem Messrad auf den Landkarten erzielte. Heute ermittelt eine Smartphone-App die Streckenlänge, während er einen Hang hinabsaust.

2013 hatte der Reisejournalist so viele Daten gesammelt, dass er die Mogeleien bei der Pistenlänge öffentlich thematisierte. Und was hat sich seither geändert? "In Österreich wurden einige Angaben korrigiert; in der Schweiz und in Frankreich tat sich kaum was", sagt Schrahe. In den französischen Alpen gelte der Grundsatz: Je weiter das Skigebiet von Paris entfernt sei, desto mehr werde bei der Pistenlänge übertrieben, um Touristen zu locken.

Deutschland ist ehrlich

Die Schweiz, so Schrahe, tue sich schwer, die Praxis der Übertreibungen zu beenden, "da wegen des starken Frankens ohnehin Skitouristen ausbleiben und selbst Schweizer ins billigere Österreich ausweichen". Mindestens 100 Kilometer Pistenlänge muss das Skigebiet schon bieten. Sind es weniger, besteht die Gefahr, dass sich der Skiläufer in dem meist einwöchigen Urlaub langweilt, weil er Pisten doppelt fährt.

Deutschland ist laut Schrahe übrigens recht ehrlich gegenüber den Skiläufern – "zum Schummeln sind die Skigebiete einfach zu klein". Rund 460 von weltweit etwa 2000 Skigebieten hat Schrahe mittlerweile überprüft. Bis zur Ehrlichkeit am Hang ist es für ihn noch ein weiter Weg.

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