Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama "Snowzilla" fordert mindestens 16 Tote
Nachrichten Panorama "Snowzilla" fordert mindestens 16 Tote
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 24.01.2016
Auch in Washington brachten die Schneemassen den Verkehr zum Erliegen. Quelle: dpa
Anzeige

Am Sonntag nutzten Einsatzkräfte eine Beruhigung der Wetterlage, um zugeschneite Straßen mit Spezialfahrzeugen zu räumen, schrittweise wurden die Fahrverbote aufgehoben. Auch der Flugverkehr normalisierte sich allmählich. Die Washingtoner Flughäfen Reagan National und Dulles sollten jedoch den ganzen Tag geschlossen bleiben. In New York kamen Menschen mit Schneeschuhen und Schlitten aus den Häusern. "Das ist super. Die Fußgänger haben die Macht übernommen", freute sich Andrew, der vorsichtig die Fifth Avenue hinunterlief. Zuvor waren jedoch in den Bundesstaaten New York, North Carolina, Virginia, Kentucky, Arkansas und Maryland Tote zu beklagen.

New York ruft Fahrverbot aus

Die meisten kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Die New Yorker Stadtverwaltung rief die Einwohner zunächst auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Später erließen die Behörden ein Fahrverbot. Lediglich Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr durften noch auf den Straßen unterwegs sein. Während in New York die U-Bahn zunächst weiter fuhr, wurde auch der Bus- und Zugverkehr eingestellt. Washington traf die ungewöhnliche Entscheidung, den Nahverkehr bis Montagmorgen ganz einzustellen. Normalerweise transportiert die Metrorail etwa 700.000 Menschen am Tag. In der Bundeshauptstadt fielen bis Samstagabend 56 Zentimeter Neuschnee, die Schneedecke im New Yorker Central Park lag bei 64 Zentimetern - ein Niveau, das seit 1869 erst zwei Mal überschritten worden war. Die Vorführungen am Broadway wurden gestrichen, Museen und Geschäfte waren geschlossen, Sportveranstaltungen wurden verschoben. Zahlreiche Autofahrer blieben stundenlang im Schnee stecken. In Kentucky bildete sich auf der eisglatten Autobahn 117 ein 60 Kilometer langer Stau.

In Lower Manhatten, New York, griffen die Menschen am Wochenende zu "Big Foot"-Skiern, um sich durch die Schneemassen zu kämpfen. Quelle: dpa

200.000 Menschen ohne Strom

 Pannen gab es nicht zuletzt durch das Gewicht des Schnees auf den oberirdisch verlegten Elektrizitätsleitungen. Die Behörden aktivierten rund 2200 Angehörige der Nationalgarde für Notfalleinsätze. Insgesamt war von dem Wintersturm "Jonas" mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung der USA betroffen. Der Wetterdienst NWS hatte vor "einer Bedrohung für Leben und Besitztümer" gewarnt und eine Blizzardwarnung für das Gebiet von Washington bis New York ausgerufen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hatte gesagt, zu erwarten sei "sehr wahrscheinlich einer der schlimmsten Schneestürme in der Geschichte des Landes". Für die Stadt New York und den gleichnamigen Bundesstaat wurde der Notstand ausgerufen.

Zur Galerie
Ein heftiger Schneesturm hatte den Osten der USA am Wochenende fest im Griff. Mit mehr als 60 Zentimeter Neuschnee hatte der "Snowzilla" das öffentliche Leben am Wochenende fast vollständig lahmgelegt. Rund 85 Millionen Menschen waren von dem Sturm betroffen.

In Washington könnte der Wintersturm "Jonas" einen Schneerekord aus dem Jahr 1922 brechen. Der NWS warnte, der Sturm könnte insgesamt Schäden von einer Milliarde Dollar (gut 925.000 Euro) verursachen. Die Bewohner der betroffenen Gebiete hatten sich mit Hamsterkäufen auf den Schneesturm vorbereitet. Schulen und Behörden blieben in Washington schon am Freitag geschlossen. "Es gibt keinen Grund, draußen zu sein", sagte Bürgermeisterin Muriel Bowser. Auch Polizeichefin Cindy Lanier rief angesichts schlechter Sichtverhältnisse auf, daheim zu bleiben. 

afp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die falsche Autobahnauffahrt zu nehmen, kann tödlich enden. Drei Unfälle in verschiedenen Bundesländern und allein an diesem Wochenende zeigen die gefährlichen Konsequenzen von Geisterfahrten. 

24.01.2016
Panorama Blutbad an kanadischer Schule - 17-Jähriger soll Todesschütze sein

Zwei erschossene High-School-Lehrer, zwei tote Brüder und eine ganze Gemeinde unter Schock: Nach dem Blutvergießen im kanadischen La Loche wirft die Festnahme des mutmaßlichen Täters Fragen auf. Ein 17-Jähriger soll das Feuer eröffnet haben - aber warum?

24.01.2016
Panorama Experten prüfen MH370-Verbindung - Wrackteil in Thailand angespült

An Thailands Küste wird ein Wrackteil angeschwemmt, es stammt offenbar von einem Flugzeug: Da denken viele automatisch an Malaysia-Airlines-Flug MH370. Aber Thailand ist tausende Kilometer vom angenommenen Absturzort entfernt.

24.01.2016
Anzeige