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"Er hat mit der Waffe auf meinen Kopf gezielt"

Geiselnahme in Viernheim "Er hat mit der Waffe auf meinen Kopf gezielt"

Am Donnerstag erschoss die Polizei im hessischen Viernheim einen scheinbar bewaffneten Geiselnehmer. Bei der Pistole und einer Langwaffe handelte es sich offenbar um Schreckschusswaffen.

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Panik in einem Kino in Hessen. Ein bewaffneter Mann gibt Schüsse ab. Der Schock sitzt tief. "Wenn man eine Waffe an den Kopf bekommt, hat man Angst", sagt Kino-Mitarbeiter Guri Blakaj.

Quelle: Einsatzreport Südhessen/dpa

Viernheim. Der Geiselnehmer in einem Kino im südhessischen Viernheim hatte Schreckschusswaffen bei sich. Scharfe Waffen habe er nicht mit sich geführt, teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Freitag mit. Bei den Schreckschusswaffen habe es sich um eine Pistole und um eine Langwaffe gehandelt. Über das Motiv der Tat gebe es noch keine Erkenntnisse. Bei dem Täter handelt es sich um einen 19-jährigen Deutschen, der gebürtig aus Mannheim stammt und zuletzt in Norddeutschland wohnte.

Der Anschlag schockierte die Mitarbeiter des Kinos, so auch Guri Blakaj: "Wenn man eine Waffe an den Kopf bekommt, hat man Angst", sagt der 21-Jährige. Nach Blakajs Schilderung war den Mitarbeitern am Donnerstagnachmittag ein Mann mit Sturmhaube und einer langen Waffe aufgefallen. "Zuerst dachte ich, das ist ein verkleideter Kunde", sagt Blakaj.

Polizei erschießt Geiselnehmer im Kino

Was bisher über die Geiselnahme bekannt ist, lesen Sie hier.

Viele Besucher verkleideten sich passend zu den Filmen, die sie besuchten. "Erst als er dann zu uns kam mit der Waffe und uns aufgefordert hat, uns auf den Boden zu legen, da hab' ich gemerkt: Es ist ernst."

"Direkt auf meinen Kopf gezielt"

Dann habe der Mann die Angestellten gefragt, ob die Türen zu seien. Blakaj habe sie geschlossen. "Die letzte Tür hat geklemmt, da hat er mit der Waffe direkt auf meinen Kopf gezielt."

Geld habe er nicht gewollt. Der Täter habe ihn dann nach oben in die Personalräume geschickt. Im Aufzug habe er gehört, wie auf einen Kollegen geschossen wurde. Der sei aber unverletzt geblieben. Zu der Zeit hätten sich etwa 30 bis 40 Menschen in dem Kino aufgehalten.

Im Aufzug Schüsse gehört

Durch die Überwachungskamera hätten er und seine Kollegen verfolgt, wie der Täter durchs Foyer gelaufen sei. Er wirkte verwirrt, sagt Blakaj. Wie die Polizei ihn überwältigte, habe er nicht mitbekommen. Den Täter beschreibt Blakaj als "klein, schwarzhaarig und 18 bis 22 Jahre alt".

Ein bewaffneter Mann hatte sich in einem Kino in Hessen verschanzt und Geiseln genommen. Kurze Zeit später erschießt ihn die Polizei.

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Der Geiselnehmer war von der Polizei erschossen worden. Die befreiten Geiseln und andere Menschen wurden nicht verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Noch nicht bekannt war, wie viele Geiseln der maskierte Täter genommen hatte.

"Die hat gezittert"

Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Darmstadt handelte es sich vermutlich nicht um eine Tat mit einem islamistischen Hintergrund. Bei dem Mann soll es sich um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt haben, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.

Oguzhan Türk, Verkäufer in einem Geschäft neben dem Kino, erinnert sich, wie eine Kinomitarbeiterin mit Panik im Blick in sein Geschäft gelaufen kam. "Ich wurde mit einer Waffe bedroht", habe sie gerufen und von einem Überfall gesprochen. "Rufen Sie sofort die Polizei", schildert er ihre Aussage. Sie sei "sehr geschockt" gewesen. "Die hat gezittert, mit der konnte man gar nicht mehr reden."

dpa/RND/wer

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