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Panorama „Spiegel“-Mitbegründer Leo Brawand ist tot
Nachrichten Panorama „Spiegel“-Mitbegründer Leo Brawand ist tot
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18:27 09.06.2009
Von Simon Benne
Leo Brawand Quelle: Archiv

Er war gerade 21 Jahre alt und er war ein Kriegsveteran. An einem Montag im Oktober 1946 stieg Leo Brawand daheim in Hannover-Kirchrode in die Straßenbahn und fuhr zum Anzeiger-Hochhaus. Sein Freund Rudolf Augstein hatte von der britischen Militärregierung den Auftrag bekommen, ein Nachrichtenmagazin nach dem Vorbild des amerikanischen „Time“ aufzubauen. Seinen bisherigen Job als Englischlehrer an der Buhmann-Schule gab Brawand auf und wurde Journalist - auch, da die Kantinenwirtin im Anzeiger-Hochhaus den jungen Blattmachern schon mal eine Extraportion Fleisch aus dem Topf der Briten auf den Teller tat. So wurde Brawand zum Mitbegründer des „Spiegel“, dessen Wirtschaftsressort er bald leitete.

Nachdem das Blatt nach Hamburg umgezogen war, firmierte er kurze Zeit sogar als kommissarischer Chefredakteur: Als Augstein während der „Spiegel-Affäre“ 1962 im Gefängnis saß, übertrug er seinem Weggefährten den Posten. Bereits bei der Verhaftung Augsteins hatte Brawand eine Schlüsselrolle gespielt: Als die Polizei nach einem kritischen Bericht über die Bundeswehr die Redaktion besetzte, versteckte er sich in einem Schrank und floh unbemerkt durch einen Seitenausgang. Er warnte Augstein vor der drohenden Verhaftung und ermöglichte es ihm so, sich selbst zu stellen.

Brawand wurde 1971 Chefredakteur des „Manager Magazins“ und war Stammgast in TV-Sendungen wie dem „Internationalen Frühschoppen“. Auch als Buchautor hatte er Erfolg – etwa mit seinem in der Europäischen Verlagsanstalt erschienenen Band „Der Spiegel – ein Besatzungskind“. Jetzt ist der letzte Vertreter der Gründergeneration des „Spiegel“ im Alter von 84 Jahren in Hamburg an einem Krebsleiden gestorben.

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