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Ermittler durchsuchen Wohnung des Opfers

Sprengstoffanschlag in Berlin Ermittler durchsuchen Wohnung des Opfers

Nach dem Sprengstoffanschlag in Berlin am Dienstagmorgen durchsuchte die Polizei die Wohnung des Opfers nach weiteren Hinweisen für die Hintergründe der Tat. Gefunden wurde zunächst aber nichts. Nun ermittelt die Mordkommission.

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Sprengstoffexperten durchsuchen den völlig zerstörten Passat nach der Explosion.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Berlin. Nach dem Tod eines Autofahrers durch einen Sprengsatz in Berlin geht die Polizei nach ersten Ermittlungen von einer gezielten Attacke aus. "Die Vermutung geht in die Organisierte Kriminalität", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Die Ermittlungen konzentrieren sich demnach auf das Umfeld des 43 Jahre alten Fahrers. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Sprengstoff unter dem Auto deponiert. Sie ermittelt nun wegen eines Tötungsdelikts.

"Ob der Mann selber Ziel dieses Anschlag war, können wir noch nicht sagen", sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise sei auch jemand anderes gemeint gewesen. Der 43-Jährige selbst wurde nach Angaben der Ermittlungsbehörde bereits wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wegen Falschgeld-Delikten und Glücksspiels auffällig. Bei den Ermittlungen vor Ort war am Vormittag Beobachtern zufolge der führende Berliner Staatsanwalt für Rocker-Prozesse.

SEK durchsucht Wohnung des Opfers

Der Sprengsatz war während der Fahrt des Mannes auf der Bismarckstraße in Berlin-Charlottenburg in Richtung Innenstadt hochgegangen. Der Fahrer starb noch vor Ort. Die Polizei setzte eine Mordkommission ein. Experten suchten nach der Explosion nach weiterem Sprengstoff - sie gaben schließlich Entwarnung. Am späten Nachmittag durchkämmte Spezialeinsatzkommando zusammen mit Bomben-Entschärfern die Wohnung des Getöteten. Gefährliche Gegenstände fanden die Ermittler dort allerdings nicht, wie die Polizei danach twitterte. Die Mordkommission rückte demnach zur weiteren Beweissicherung an.

Das Opfer hatte laut Staatsanwaltschaft in der Nähe des Tatorts gewohnt. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten die Gegend nach der Explosion weiträumig abgesperrt, der Verkehr war unterbrochen. Die Ermittler setzten auch eine Drohne ein, um Aufnahmen aus der Luft zu machen. "Die Polizei ermittelt jetzt mit Hochdruck in alle Richtungen", erklärte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). "Das umfasst explizit die Möglichkeit, dass es sich um eine Auseinandersetzung im Umfeld der Organisierten Kriminalität handelt."

"Schweres Verbrechen mit erheblicher Dimension"

Organisierte Kriminalität (OK) ist nach Definition von Polizei und Justiz eine "von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten" von erheblicher Bedeutung. "Nach allem, was wir derzeit wissen, müssen wir von einem schweren Verbrechen ausgehen", erklärte Henkel. "Das, was hier passiert ist, hat eine erhebliche Dimension."

Ein Terroranschlag kann nach Angaben eines Polizeisprechers zunächst ausgeschlossen werden. Augenzeugen der Explosion zeigten sich schockiert. Ein junger Mann erzählte am Unfallort, wie er im Auto fuhr und gegen 7.50 Uhr einen Knall hörte, eine Druckwelle spürte und eine Rauchwolke sah. "Auf einmal explodierte ein paar Autos vor mir etwas", sagte der 18-Jährige. Er habe sich sehr erschrocken.

dpa

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