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Panorama Eigenes Kind vergiftet: Mutter droht Haft
Nachrichten Panorama Eigenes Kind vergiftet: Mutter droht Haft
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18:29 02.10.2015
 Der angeklagten Mutter droht eine mehrjährige Haftstrafe. Quelle: Christian Charisius / dpa
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Hamburg

Im Prozess gegen eine Mutter, die ihr Kind mit verseuchten Spritzen vergiftete, hat die Hamburger Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Freitag mit.

Die 30-Jährige ist wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht angeklagt. Sie soll ihrem dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen gespritzt haben.

Der Junge bekam daraufhin heftige Schmerzen und erkrankte schwer. Er lag im Jahr 2013 mehrfach im Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation. Das Urteil will die Strafkammer des Landgerichts am kommenden Donnerstag sprechen.

Unklarheit über Schuldfähigkeit

Staatsanwaltschaft und Verteidigung waren zum Prozessauftakt davon ausgegangen, dass die Angeklagte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen. Das Gericht hatte daraufhin die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen, weil es auch eine mögliche Unterbringung der Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik erörtern wollte und dabei sehr persönliche Dinge zur Sprache kommen.

Kurz vor den Plädoyers am Freitag ließ die Kammer die Öffentlichkeit aber wieder zu. Eine Unterbringung in einer entsprechenden Einrichtung komme nach Erstellung eines Gutachtens nicht mehr in Betracht, sagte ein Gerichtssprecher. Ob die Angeklagte vermindert oder voll schuldfähig ist, blieb unklar.

Kind litt unter heftigen Schmerzen

Die verseuchten Spritzen hatten dem Kind nach Darstellung der Staatsanwaltschaft heftige Schmerzen bereitet. Der Junge bekam Fieberschübe und Abszesse, sein Blutdruck fiel ab und die Sauerstoffsättigung seines Blutes sank dramatisch. Die Mutter war stets an der Seite ihres Kindes. Wenn sich sein Zustand besserte, es nach Hause entlassen wurde, habe ihm die Mutter erneut eine verseuchte Injektion gegeben.

Die Ärzte behandelten das Kind mit starken Medikamenten und gingen schließlich von einer Krebserkrankung aus. Sie planten eine Knochenmarkstransplantation mit Chemotherapie. Letztlich fiel das Verhalten der 30-Jährigen auf, die Ärzte stellten sie zur Rede und trennten sie von dem Kind. Zwei Wochen später war der Junge wieder zu Hause, mit normalen Blutwerten.

dpa

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