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Panorama Mordanklage nach tödlicher Teufelsaustreibung
Nachrichten Panorama Mordanklage nach tödlicher Teufelsaustreibung
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14:20 16.06.2016
Fünf Familienmitglieder sollen eine 41-jährige Südkoreanerin bei einer Teufelsaustreibung in einem Frankfurter Hotel getötet haben. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
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Frankfurt/Main

Im vergangenen Dezember war die Leiche der 41-jährigen Südkoreanerin in einem Frankfurter Hotelzimmer gefunden worden. Daraufhin wurden fünf Verwandte des Opfers festgenommen. Sie sollen an der Frau einen Exorzismus vollzogen haben.

Fünf Monate später sind die Familienmitglieder wegen Mordes angeklagt worden. Die Jugendkammer des Frankfurter Landgerichts muss nun über die Anklage entscheiden – einige Tatverdächtige sind noch nicht volljährig:

Angeklagt wurden:

  • der Sohn der Getöteten (16 Jahre alt)
  • dessen Cousin (15)
  • die Cousine des Opfers (44)
  • der Sohn der Cousine (22)
  • die Tochter der Cousine (19)

Das wird den Familienmitgliedern vorgeworfen

Die Beschuldigten sollen ihrer 41 Jahre alte Verwandten mindestens zwei Stunden lang "Schmerzen und Qualen körperlicher Art" zugefügt haben, "die über das für die Tötung erforderliche Maß weit hinausgingen", teilte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen mit. Das Opfer sei infolge dieser grausamen Behandlung an massivem Druck auf den Brustkorb und Gewalteinwirkungen auf den Hals gestorben. "Sämtliche Angeschuldigte nahmen ein Ersticken der Frau zumindest billigend in Kauf."

Die sechs Familienmitglieder hielten sich am 5. Dezember 2015 gemeinsam in einem Hotelzimmer auf. Ihr späteres Opfer habe aus unbekannten Gründen in den frühen Morgenstunden angefangen, um sich zu schlagen, Selbstgespräche zu führen und körperlich aggressiv zu werden. Daraufhin habe sich der Rest der Familie entschieden, bei ihr eine "Teufelsaustreibung" vorzunehmen.

Zu diesem Zweck hielten sie nach den Feststellungen der Anklagebehörde abwechselnd die Arme der Frau fest und drückten sie zu Boden. Die beiden Jugendlichen setzten sich auf die Beine des Opfers und hielten es fest, um Gegenwehr zu unterbinden. Der 22-Jährige presste die Schultern seiner Verwandten auf den Boden.

Die Angeschuldigten sollen zudem massiv auf den Brustkorb sowie die Schultern und den Bauch der Frau eingewirkt haben – vermutlich knieten sie auf ihr. Die 44-Jährige umfasste den Hals ihrer Cousine und drückte ihr mehrfach ein kleines Handtuch und später einen stoffbezogenen Kleiderbügel in den Mund, um ihr Schreien zu ersticken. Der 22-Jährige hielt dabei den Kopf des Opfers fest.

Alle fünf Beschuldigten sitzen seit der Tat in Untersuchungshaft. Psychiatrische Gutachten haben der Staatsanwaltschaft zufolge keinen Hinweis auf seelische Störungen oder eine verminderte Schuldfähigkeit ergeben. Die Beschuldigten sollen Christen sein – mit buddhistischen und schamanistischen Einflüssen. Welcher Kirche oder Sekte sie angehören, habe aber nicht geklärt werden können.

Die 44-Jährige hatte nach der Tat einen Pfarrer der koreanischen evangelischen Zion-Gemeinde gerufen. Dieser verständigte die Hotel-Rezeption und die Polizei.

dpa/RND

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