Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Behördenchef soll Suizid begangen haben
Nachrichten Panorama Behördenchef soll Suizid begangen haben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:04 28.12.2015
In Shenzhen war am 20. Dezember eine gewaltige Deponie für Bauschutt eingestürzt. Sieben Menschen wurden bisher tot aus den Trümmern geborgen, über 70 werden noch vermisst. Quelle: CHINA OUT AFP PHOTO / STR
Anzeige
Shenzhen

Eine Woche nach dem Zusammensturz einer Bauschuttdeponie in Shenzehn soll der zuständige Behördenchef Suizid begangen haben. Die Polizeibehörde der Stadt teilte mit, der Leiter des Managementbüros für das Guangming-Industriegebiet sei von einem Haus in den Tod gestürzt. Unklar war am Montag zunächst, ob gegen den Beamten im Zusammenhang mit der Katastrophe ermittelt wurde.

75 Menschen werden vermisst

Bei dem Erdrutsch in Shenzhen, durch den mehr als 30 Gebäude verschüttet wurden, kamen nach offiziellen Angaben sieben Menschen ums Leben. 75 Menschen gelten indes noch als vermisst. Behörden zufolge ist es unwahrscheinlich, dass noch Überlebende gefunden werden. Zuvor hatten staatliche Medien mehrfach berichtet, das Unglück sei vermeidbar gewesen.

Zur Galerie
Ein Erdrutsch hat in Shenzhen (Südchina) mehrere Häuser unter sich begraben. Nur wenige Menschen konnten gerettet werden. Die Überlebenschancen der Verschütteten seien gering, teilte die Feuerwehr mit.

Laut der Zeitung des für Bodenschätze zuständigen Ministeriums stammte die Lawine von einer Bauschutthalde in einem alten Steinbruch, die unsachgemäß befüllt worden war. Der Erd- und Schuttberg erreichte eine Höhe von hundert Metern, bevor er sich durch heftigen Regen in eine gigantische Schlammlawine verwandelte und sich über ein Industriegebiet von Shenzhen ergoss.

Bericht über Beamten wurde gelöscht

Die städtischen Ordnungskräfte, die in China als Chengguan bekannt sind, sind für die Einhaltung von Recht und Ordnung zuständig, etwa was Verkaufsstände oder das Halten von Haustieren angeht. Wegen ihres oft brutalen Vorgehens haben sie in den vergangenen Jahren jedoch einen zunehmend schlechten Ruf bekommen.

Zur Galerie
Mehr als 60 Stunden liegt der 19-Jährige Tian Zeming in Shenzhen (China) unter Geröllmassen begraben, bis ihn Retter lebend aus den Trümmern ziehen. Für einen weiteren Mann kommt dagegen jede Hilfe zu spät.

2013 etwa wurde ein Wassermelonen-Verkäufer von einem Chengguan zu Tode geprügelt. Einem Bericht zufolge, der später gelöscht wurde, war der Stadtbeamte, der sich nun das Leben genommen hat, für die Aufsicht über die Befüllung der Bauschutthalde in Shenzhen zuständig.

afp/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum Jahresende kämpft der Norden Englands mit Überschwemmungen, die Politiker "beispiellos" nennen. Rettungskräfte und Militär sind im Dauereinsatz. Sogar aus dem Weltraum kommt ein solidarischer Gruß an die regen- und flutgeplagten Briten.

28.12.2015

Wenn die Menschen in Deutschland gefragt werden, wann sie am liebsten leben würden, entscheiden sich die meisten Erwachsenen für die 80er Jahre – das Jahrzehnt zwischen Neuer Deutscher Welle und Mauerfall.

28.12.2015

Ein Augenzeuge dachte zunächst, eine Bombe sei explodiert: Auf der Ostseeinsel Usedom ist am Sonntag ein Verkaufsstand für Feuerwerkskörper nach mehreren Explosionen abgebrannt.

28.12.2015
Anzeige