Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Steinschlag tötet Höhlenforscherin
Nachrichten Panorama Steinschlag tötet Höhlenforscherin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:04 08.07.2015
Die Notärzte waren nach weniger als 45 Minuten bei der bereits bewusstlosen Frau. Es dauerte allerdings mehr als vier Stunden, um sie zu bergen. Quelle: dpa
Anzeige
Salzburg

Am Salzburger Untersberg ist eine österreichische Höhlenforscherin tödlich verunglückt, die dort vor einem Jahr an der spektakulären Rettung des deutschen Wissenschaftlers Johann Westhauser beteiligt war. Die 45-jährige Salzburgerin erlag am Dienstagabend in einer noch nicht erforschten Höhle ihren schweren Verletzungen, nachdem Steine herabgefallen waren.

Sie war am Nachmittag mit drei Begleitern eingestiegen und wurde wenig später in etwa 70 Meter Tiefe von mindestens einem schweren Stein getroffen. Während zwei Männer bei der Verunglückten blieben, stieg ein weiterer auf und alarmierte die Rettungskräfte. Zwei mit einem Hubschrauber herbeigeeilte Notärzte erreichten die Frau wenig später, konnten ihr jedoch nicht mehr helfen.

Verunglückte hinterlässt ein Kind

"Die Höhlenforscherin war bewusstlos, ihr Zustand sehr schlecht", sagte Maria Riedler von der Bergrettung der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Gegen 21 Uhr konnte die Frau zurück an die Oberfläche gebracht werden, sie war jedoch in der Zwischenzeit gestorben.

Bei ihren Kollegen und Mitarbeitern der Höhlenrettung herrschte tiefe Betroffenheit. Viele kannte die Forscherin persönlich, die ein Kind im Teenageralter hinterlässt. Insgesamt waren an dem Einsatz mehr als 50 Berg- und Höhlenretter, Angehörige der Alpinpolizei und des Roten Kreuzes sowie mehrere Hubschrauber beteiligt.

"Viele lockere Steine"

Die vierköpfige Forscher-Gruppe sei erfahren, gut ausgerüstet und gut vorbereitet in den Schacht eingestiegen, sagte Monika Feichtner, Leiterin des Salzburger Höhlenrettungsdienstes. "Es handelte sich um ein neu gefundenes Höhlensystem, im Eingangsbereich gab es viele lockere Steine."

Im vergangenen Jahr hatten zwei Rettungsaktionen am Untersberg und im Salzburger Tennengebirge für große Aufmerksamkeit gesorgt. Im Juni 2014 war im bayerischen Teil des Untersbergs der in rund 1000 Metern Tiefe verunglückte Höhlenforscher Johann Westhauser gerettet worden (Foto: dpa).

An dem zwölftägigen Hilfseinsatz in der Riesending-Schachthöhle waren mehr als 700 Helfer beteiligt, unter ihnen die jetzt tödlich verunglückte Salzburgerin. Außerdem konnte zwei Tage nach einem Sieben-Meter-Absturz in der sogenannten Jack-Daniel's-Höhle im Salzburger Tennengebirge im August 2014 ein damals 27-jähriger Forscher aus Polen gerettet werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Prozess nach Unfall im Sandsturm - Massencrash: Verwarnung für Autofahrerin

Ein Sandsturm fegt über die Autobahn. Die Sicht ist plötzlich minimal. Autos rasen ineinander. Acht Menschen sterben. Vier Jahre später fällt ein Gericht ein Urteil zu dem Massencrash.

08.07.2015
Panorama Eklat im EU-Parlament - Abgeordneter zeigt Hitlergruß

Der rechte EU-Politiker Janusz Korwin-Mikke provoziert gerne. Jetzt zeigte der Pole den anderen Abgeordneten im EU-Parlament den Hitlergruß. Vorher hatte er sich noch von seinem Sitznachbarn Martin Sonneborn (Die Partei) helfen lassen.

08.07.2015
Panorama Johnny Depp besucht Krankenhaus - Jack Sparrow zeigt ein Herz für Kinder

Johnny Depp hat ein Kinderkrankenhaus im australischen Brisbane besucht – als Jack Sparrow. Aber keine Sorge: Depp ist mit seiner Rolle noch nicht verwachsen. Es hatte einen guten Grund, dass sich der Schauspieler in den Piraten verwandelt hatte.

08.07.2015
Anzeige