Volltextsuche über das Angebot:

18°/ 7° wolkig

Navigation:
USA sehen Terrorgefahr im Urlaubsflieger

Was darf ins Reisegepäck? USA sehen Terrorgefahr im Urlaubsflieger

Unmittelbar vor dem Beginn der Urlaubshochsaison fordern die USA noch strengere Flughafenkontrollen in Europa und im Nahen Osten. Anlass sei die aktuelle Einschätzung der weltweiten Terrorgefahr, teilte das US-Heimatschutzministerium am Donnerstag mit.

Voriger Artikel
Tote bei Brückeneinsturz in WM-Spielort
Nächster Artikel
„Arthur“ verhagelt Nationalfeiertag

USA-Reisende müssen sich auf schärfere Kontrollen an den Flughäfen einstellen.

Quelle: dpa

Berlin. Reisende müssten in Kürze mit zusätzlichen Personen- und Gepäckkontrollen und daher mit mehr zeitlichem Vorlauf bei der Flugabfertigung rechnen, hieß es aus dem Haus von Heimatschutzminister Jeh Johnson. Betroffen von den zusätzlichen Checks sollen all jene Flughäfen sein, von denen Direktflüge in die Vereinigten Staaten abgewickelt werden – in Deutschland wären dies Frankfurt und München.

Welche zusätzlichen Sicherheitskontrollen genau die USA einfordern, ist offenbar noch nicht klar. Laut Bundesinnenministerium gab es bisher erst eine inoffizielle Anfrage des US-Heimatschutzministeriums in Berlin. Erste vorbereitende Gespräche seien bereits geführt worden, über Art und Umfang der Kontrollen sei aber noch nicht verhandelt worden, betonte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums.

Extreme Sorgen machen sich die USA offenbar über eine ganz neue Art von Bomben: nichtmetallische Sprengsätze,  die in den Körper eines Terroristen implantiert und die mit der bisher an den Airports vorhandenen Kontrolltechnik – Metalldetektoren oder das Abtasten des Körpers – nicht aufgespürt werden können. US-Geheimdienste haben angeblich Hinweise darauf, dass derartige „kreative“ Bomben derzeit von der syrisch-irakischen Terrororganisation Isis  in Kooperation mit jemenitischen Untergrundkämpfern entwickelt werden oder gar schon fertig sind. Ein Experte, der im US-Nachrichtensender ABC anonym interviewt wurde, sprach von einer „völlig andersartigen Bedrohung“, die viel gefährlicher sei als alles bisher.

Der Jemen ist bereits seit Längerem ein Refugium für Bombenbauer. 2009 wurde in den USA Umar Farok Abdulmutallab festgenommen, der mit einer in seiner Unterhose eingenähten jeminitischen Bombe eine Passiermaschine sprengen wollte. 2012 gab der US-Geheimdienst CIA bekannt, einen Sprengstoffanschlag mit einer verbesserten Unterhosenbombe vereitelt zu haben, der mit einer „nichtmetallischen Bombe“ ausgeführt werden sollte. „Im Jemen befinden sich hochprofessionelle Bombenbastler, die mit dem Terrornetzwerk Al Qaida in Verbindung stehen“, sagt der Terrorismusexperte Rolf Tophoven. Al Qaida wisse, „dass ein Anschlag gegen die Luftfahrt Erinnerungen an den 11. September 2001 wachruft und ein wichtiges mediales Signal ist“.

Nach Angaben deutscher Sicherheitskreise stützten sich die aktuellen US-Warnungen auf Informationen über eine verstärkte Kommunikation unter europäischen Rückkehrern aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. „Das Grundrauschen ist lauter geworden“, hieß es am Donnerstag. Esgebe Hinweise auf Dschihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten.

Konkreter als im Ausland sind die Vorbereitungen zu mehr Sicherheit auf den US-Flughäfen. Bereits bis Mitte Juli sollen die Sicherheitschecks ausgebaut und etwa Schuhe und technische Geräte der Passagiere genauer untersucht werden. Laut Heimatschutzminister Johnson geht es um „sichtbare und unsichtbare Maßnahmen“. Die USA wollen zudem ihre Erkenntnisse zur Bedrohungslage mit anderen Ländern teilen.

Großbritannien hat bereits reagiert und „einige der Regeln für die Luftfahrtsicherheit verschärft“, erklärte die britische Verkehrsbehörde DfT am Donnerstag. Anlass seien die Warnungen der USA gewesen, die Anschlaggefahr werde derzeit als „erheblich“ eingestuft.

Was darf ins Reisegepäck

Sommerzeit, Reisezeit – doch vieles darf nicht in den Koffer gepackt werden. Was verboten ist, regelt in den Mitgliedsstaaten der EU die Verordnung 185  der Brüsseler Kommission aus dem Jahr 2010. Verboten sind natürlich Schusswaffen und andere Waffen aller Art, auch Teile davon, oder Munition, Pyrotechnik und Sprengstoffe. Aber auch Spielzeugwaffen sind untersagt, ebenso vorgeblich harmlose Dinge wie Bohrmaschinen, Baseballschläger, Sägen, Brecheisen oder Scheren und Schraubenzieher, die länger als sechs Zentimeter sind. All das darf weder im Hand- noch im Reisegepäck mitgeführt werden.

Weiterhin streng kontrolliert wird das Mitnehmen von Flüssigkeiten im Handgepäck. Flüssigkeiten in Behältnissen mit Fassungsvermögen bis zu 100 Millilitern müssen verpackt in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren 1-Liter-Plastikbeutel gelegt werden. Seit dem 31. Januar 2014 dürfen zudem Duty-free-Artikel, wie etwa Wein- oder Spirituosenflaschen, in versiegelten Sicherheitsbeuteln mit ins Handgepäck gelegt werden, weil diese besonders kontrolliert werden, bevor sie zum Verkauf im Duty-free-Geschäft gelangen. Wichtig: Auch der Einkaufsbeleg muss sich im Sicherheitsbeutel befinden. Medikamente und Spezialnahrung, wie etwa für Babys, dürfen in größeren Mengen als 100- Milliliter-Flaschen mit an Bord genommen werden. Alle anderen Flüssigkeiten sind als Handgepäck weiterhin verboten und gehören in den Reisekoffer. Geschieht das nicht, werden sie bei der Sicherheitskontrolle sichergestellt und später vernichtet. Druckerpatronen sollten weder im Hand- noch im Reisegepäck mitgeführt werden, da diese schon als Sprengstoffversteck genutzt wurden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kirche gestürmt
Foto: Kurdische Soldaten bereiten sich auf einen Angriff der Extremisten-Gruppe Isis vor.

Isis-Extremisten haben in der nordirakischen Stadt Mossul eine Kirche gestürmt und drei Christen entführt, darunter eine Nonne. Augenzeugen berichteten, Isis-Kämpfer seien zuvor mit Waffen in das Gotteshaus östlich von Mossul gestürmt.

mehr
Mehr aus Panorama
Anzeige
G7: Joachim Sauer zum ersten Mal auf Auslandsreise

Beim G7-Gipfel in Japan wird die Kanzlerin von ihrem Mann Joachim Sauer begleitet, dem öffentlichkeitsscheuen Chemieprofessor, der noch nie zu einem Gipfel im Ausland mitgekommen ist. Während seine Frau Weltpolitik macht, absolviert er mit den Partnerinnen einiger Gipfelchefs das "Partnerprogramm".