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Uni Aachen

Studenten dürfen keine Schweine operieren


Glück für Aachens Schweine: Die Universitätsmedizin in Aachen will seine Studenten keine lebenden Schweine mehr operieren lassen. Die Operationen dienten der Übung. Die Tierschutzorganisation Peta lobte die Entscheidung, Tierversuchsgegner sprachen von einer überfälligen Reaktion.
Foto: Kein Bildungsopfer mehr: In Aachen werden keine lebenden Schweine mehr operiert.

Kein Bildungsopfer mehr: In Aachen werden keine lebenden Schweine mehr operiert.

© dpa

Aachen. Die Universitätsmedizin in Aachen lässt ihre Studenten Operationen nicht mehr am lebenden Schwein üben - und zieht damit als eine der letzten deutschen Hochschulen einen Schlussstrich. Das Uniklinikum bestätigte Angaben der Tierrechtsorganisation Peta, dass künftig auf einen solchen Kurs verzichtet werde. "Es ist Linie des Klinikums, die Würde der Kreatur ernst zu nehmen", sagte ein Hochschulsprecher. Es gehe beim Kurs um zwei Schweine pro Jahr. "Diese Schweine opfern wir nicht mehr", sagte der Sprecher weiter.

Während Peta die Aachener Entscheidung als "zeitgemäß und tierfreundlich" lobte, sprach der Bundesverband der Tierversuchsgegner von einer "überfälligen Reaktion". Vizechefin Christiane Baumgartl-Simons betonte: "Die Ausbildung Studierender in OP-Übungen an Schweinen hat absolut Seltenheitswert in Deutschland." Es sei "keineswegs eine Pionierleistung", dass diese Übung wegfalle. Beim "Advanced Skill"-Kurs wurde an narkotisierten Schweinen das Entnehmen von Organen und das Zunähen der Haut probiert, bevor die Tiere am Ende des Kurstages getötet wurden.

"Es ging darum, Studenten eine Entscheidungshilfe zu geben, die vor der Richtungsentscheidung standen, ob sie in die Chirurgie oder die Neurologie gehen", sagte der Aachener Kliniksprecher. Sie würden nun mit Kunsthaut üben. Operationen am lebenden Tier werde es bei Studenten vor dem Examen nicht mehr geben, in der Fort- und Weiterbildung aber schon. "In der fachärztlichen Ausbildung werden wir nicht darauf verzichten. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, ob man an einem toten Darm oder einem lebendigen Darm operiert", so der Sprecher.

Doch versuche man in Aachen, an weniger Tieren zu operieren und weniger Tiere zu töten. Der Bundesverband der Tierversuchsgegner verwies darauf, dass die Zahl der für Aus-, Fort- und Weiterbildung getöteten Schweine in Deutschland angestiegen sei. Sie wuchs von 2070 Tieren im Jahr 2007 auf 2131 Tiere im Jahr 2010. Die bei diesen Operationen vermittelten Kenntnisse reichten von klassischer chirurgischer Medizin bis zu Schönheit-OPs wie Fettentfernung, sagte Vizechefin Baumgartl-Simons.

dpa/sag

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