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Stuttgart-21-Gegner räumen Gewalt ein

Proteste Stuttgart-21-Gegner räumen Gewalt ein

Das Aktionsbündnis gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 und die „Parkschützer"-Initiative haben sich von den Gewaltausbrüchen nach der Demonstration am vergangenen Montag distanziert. Zudem wurde das Vorgehen eines Zivilpolizisten kritisiert.

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Am Montag kam es in Stuttgart zu gewaltsamen Protesten.

Quelle: dpa

Stuttgart. Fünf Tage nach den gewaltsamen Protesten gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 haben sich die Projektgegner von den Krawallen distanziert. „Im Nachhinein verurteile ich die Dinge, die da passiert sind, weil wir uns ganz klar gegen Gewalt stellen“, sagte der Sprecher der „Parkschützer“, Matthias von Herrmann, am Freitag in Stuttgart. Allerdings habe sich die überwiegende Mehrheit der Demonstranten an der Baustelle friedlich verhalten.

Damit räumte Herrmann erstmals Gewalt ein, nachdem er anfangs von einem vollständig friedlichen Verlauf der Demonstration gesprochen hatte. Dabei war am Montagabend nach Angaben der Polizei ein Zivilbeamter schwer verletzt worden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Totschlags.

Die „Parkschützer“ und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 präsentierten am Freitag Zeugen der Ereignisse, die die Darstellung der Polizei zurückwiesen. Mehrere berichteten von einer Rangelei mit dem Zivilbeamten, der eine Dienstwaffe getragen habe, ohne dass er als Polizist erkennbar gewesen sei. Deshalb hätten Demonstranten versucht, dem Mann die Waffen zu entreißen.

Nach Zeugenaussagen soll der Zivilbeamte zuvor versucht haben, Baumaterial zu beschädigen. Außerdem habe er Demonstranten - allerdings vergeblich - zum Mitmachen aufgefordert. Der Beamte erlitt laut Behörden eine Gehirnerschütterung und Kehlkopfprellungen, die im schlimmsten Fall zum Ersticken hätten führen können. Daher werde weiterhin wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die Bahn hatte den Sachschaden auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert.

Unterdessen hat Schlichter Heiner Geißler die Moderation des Stresstests infrage gestellt. Er werde das Ergebnis des Tests für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof nur dann selbst vorstellen, wenn die Ausgangsdaten für diese Untersuchung unter allen Beteiligten unumstritten seien. „Wenn sich herausstellt, dass kein Einvernehmen über die Zugrundelegung der Standards erfolgt ist, dann werde ich das Ergebnis auch nicht präsentieren“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Dann werde die Bahn das Ergebnis allein vorstellen müssen.

Der Stresstest zu Stuttgart 21 soll die Leistung des geplanten Tiefbahnhofes nachweisen. Die Ergebnisse sollen am 14. Juli vorgestellt werden.

dpa/kla

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