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Exorzismus: Südkorea schaltet sich ein

Verdächtige schweigen Exorzismus: Südkorea schaltet sich ein

Nach dem Tod einer Koreanerin bei einer mutmaßlichen Teufelsaustreibung in Frankfurt hat sich Südkorea einschaltet. Das Land hat den Verdächtigen konsularische Unterstützung angeboten.

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In einem der Hotelzimmer in Frankfurt wurde die Leiche einer Frau gefunden. Sie soll das Opfer einer Teufelsaustreibung geworden sein.

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Seoul/Frankfurt. Die Beschuldigten in dem Frankfurter Exorzismus-Fall haben sich bislang nicht zu dem Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft geäußert. Zwar habe ein Verdächtiger beim Haftrichter kurz ausgesagt, aber nichts zur Klärung des Falls beigetragen, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen am Donnerstag. Derzeit nähmen die Anwälte der Familie Akteneinsicht und wollten dann entscheiden, ob Aussagen zur Sache gemacht würden oder nicht.

Frau wurde zu Tode gequält

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass eine 41 Jahre alte Koreanerin am Wochenende  in einem Frankfurter Luxushotel zu Tode gequält worden war. Die deutsche Polizei nahm fünf Menschen fest, darunter befand sich nach ersten Erkenntnissen auch der 15-jährige Sohn der Getöteten. Bei dem 41 Jahre alten Opfer und den Festgenommenen handle es sich um Südkoreaner, teilte eine Sprecherin des Außenministeriums in Seoul am Donnerstag mit. Das südkoreanische Generalkonsulat in Frankfurt habe mit den fünf Menschen wie auch mit der Familie der Getöteten in ihrer Heimat Kontakt aufgenommen.

Hintergründe, wie etwa die Religionszugehörigkeit von Tätern und Opfer, blieben zunächst unklar. Auch das Außenministerium in Seoul teilte dazu zunächst nichts mit. Wie der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete, bat das Ministerium die deutschen Behörden um unverzügliche und faire Ermittlungen in dem Fall.

Zweites Opfer außer Lebensgefahr

Die Leiche wies Spuren schwerer Misshandlungen auf. Fünf Verwandte der Frau sitzen wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen Mordes in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen deuten nach Angaben der Staatsanwaltschaft darauf hin, dass die Beschuldigten der vermeintlich von Dämonen besessenen Frau "den Teufel austreiben" wollten. Vermutlich hätten sie abwechselnd auf der Frau gekniet. Außerdem hätten sie sie am Hals festgehalten und ihr einen Kleiderbügel sowie ein Handtuch in den Mund gedrückt.

In einem von der Familie seit sechs Wochen gemieteten Haus in Sulzbach im Taunus hatte die Polizei zudem eine gefesselte Frau gefunden. Sie habe etwa zwei Tage in der Garage gelegen und sei "dehydriert und unterkühlt" in ein Krankenhaus gebracht waroden, sagte Oberstaatsanwältin Niesen. Lebensgefahr bestehe aber nicht. Auch sei noch nicht sicher, ob sie ebenfalls Opfer einer Teufelsaustreibung sei.

dpa/epd

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