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Schlegl verlässt das ZDF und wird Sanitäter

Ferrnsehmoderator Schlegl verlässt das ZDF und wird Sanitäter

Nach 21 Jahren beim Fernsehen sagt TV-Moderator Tobias Schlegl: "Das kann nicht alles sein." Der 38-Jährige will etwas mit "ein bisschen mehr Sinn" machen und lernt deshalb einen neuen Beruf: Schlegl wird Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz.

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Der Fernsehmoderator Tobias Schlegl hängt seinen Beruf an den Nagel und will stattdessen Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz werden.

Quelle: Soeren Stache/dpa

Berlin. In einem Interview mit dem Magazin "Stern" sagte der 38-Jährige, er wolle "etwas gesellschaftlich Relevantes machen". Es habe weder einen Burn-out noch Konflikte mit Kollegen gegeben, aber während der zurückliegenden Jahre habe er eine innere Unzufriedenheit gespürt: "Bildungsfernsehen zu machen ist ja schön und gut, aber es gibt dann doch noch Dinge, die wichtiger sind."

Das ZDF bestätigte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) den Weggang des Moderators. Schlegl werde letztmalig für die "aspekte"-Sendung am 30. September vor der Kamera stehen. Redaktionsleiter Daniel Fiedler erklärte: "Die Entscheidung stimmt uns traurig, nötigt uns aber großen Respekt ab." Einen Nachfolger gebe es bislang noch nicht.

Den Vertrag hat er schon unterschrieben

"Ich stand 21 Jahre lang vor der Kamera. (...) Ich sagte mir: Das kann nicht alles sein. Deshalb will ich nun hauptberuflich Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz werden", sagte Schlegl in einem "Stern"-Interview.

Nach eigenen Worten hat er seinen Vertrag als Sanitäter bereits unterschrieben. Auf Twitter schrieb der 38-Jährige am Donnerstag zu einem Foto des Interviews: "Ich mach dann ma' was Anderes! (Untertitel: Auf der Suche nach 'n bisschen mehr Sinn)."

Künftig verdient Schlegl deutlich weniger

Ein Comeback in Teilzeit schloss Schlegl im "Stern" nicht aus. Er halte sich "eine Minitüre" auf, sagte er: "So wie andere putzen gehen oder Zeitungen austragen, werde ich ab und zu noch einen Beitrag fürs Fernsehen machen."

Mit seiner Bewerbung für den Job als Sanitäter habe er sich unter 200 Kandidaten auf fünf Stellen durchgesetzt, unter anderem in Sport- und Wissenstests und einem Gespräch. Als Auszubildender bekomme er in den ersten drei Jahren ein Gehalt von 700 bis 800 Euro brutto, sagte Schlegl. Danach liege der Verdienst bei etwa 2500 Euro brutto.

Bedauern und Respekt

"Zeigt wieder, dass viele gesellschaftlich relevante Jobs ziemlich unangemessen bezahlt werden. Wenn man einigen Fernsehmoderatoren die Hälfte des Gehalts wegnehmen würde, hätten die immer noch deutlich mehr als viele Menschen, die sich sozial engagieren", sagte der gebürtige Kölner.

Es ist ein mutiger Schritt. "Ich gehe ins Ungewisse. Ich weiß nicht, was mich erwartet", sagte Schlegl dem "Stern". Aber wenn er sich vorstelle, wo er in fünf Jahren wahrscheinlich stehen werde, glaube er: "Ich rette einem Menschen das Leben. Dann hätte sich das alles schon gelohnt."

Seine Karriere begann bei Viva

Auf Twitter erhielt Schlegl viel Anerkennung für seine Entscheidung. "Ich habe sehr viel Respekt für deinen Schritt", schrieb eine Nutzerin. "Eine krasse Entscheidung, die viel Mut erfordert", schrieb ein anderer. Viele bedauerten außerdem, dass der 38-Jährige bald nicht mehr im Fernsehen zu sehen ist.

Schlegl kann auf eine vielfältige Fernsehkarriere zurückblicken. Seine ersten Schritte als TV-Moderator machte er in den 90er Jahren beim Musiksender Viva, 2002 bekam er auf ProSieben eine eigene Personality-Show. Von 2007 bis 2011 moderierte er das NDR-Satiremagazin "extra 3", bevor er 2012 zur ZDF-Kultursendung "Aspekte" wechselte.

dpa/epd/RND/wer

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