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"Ein Tattoo ist ein Luxusartikel"

TV-Tätowiererin Nancy Mietzi "Ein Tattoo ist ein Luxusartikel"

15 Prozent der Deutschen sind tätowiert, aber bei Jüngeren scheint das Interesse zu schwinden. Wer sich trotzdem etwas stechen lassen möchte, sollte aufpassen, wo er es machen lässt, warnt TV-Tätowiererin Nancy Mietzi. "Für zehn Euro im Laden um die Ecke gibt’s kostenlos Hepatitis dazu."

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Mag es wild: Nancy Mietzi aus Zwickau zählt zu den bekanntesten Tätowiererinnen in Deutschland. Von Trends hält sie nichts.

Quelle: Jens Koch

Hannover. Die Meinungsforscher von Yougov haben herausgefunden: Durchschnittlich 13 Prozent der Männer und 18 Prozent der Frauen waren schon beim Tätowierer. Allerdings: Unter den 18- bis 24-Jährigen befinden sich nur 12 Prozent Tätowierte und bei den Menschen über 55 nur 7 Prozent. Außerdem bewerten 39 Prozent der Befragten den Körperschmuck negativ. Vielleicht, weil aus einer Urlaubserinnerung schnell ein Auftrag für den Tattoo-Entferner werden kann. Wie man das verhindert, erklärt TV-Tätowiererin Nancy Mietzi im Interview.

Frau Mietzi, wie sehen die Tattoo-Trends in diesem Jahr aus?

Ich bin komplett gegen Trends. Diese Tattoos gehen immer nach hinten los. Das beste Beispiel ist das Arschgeweih, das jetzt jeder loswerden will. Dazu gehören auch Schwalben und diese grässlichen Pusteblumen, aus denen Vögel herausfliegen. Aktuell erleben wir einen Hype um Unendlichkeitszeichen.

Was ist denn das Besondere an Tattoos?

Ein Tattoo lässt sich immer individuell gestalten. Man trägt die Dinge, die einem gefallen, immer mit sich. Das ist ziemlich cool – vorausgesetzt, es ist gut gemacht. Wir erleben es ja leider oft genug, wenn etwas schief geht.

Wer ist härter – Frauen oder Männer?

Das hält sich fast die Waage. Es kommen immer mehr Männer zum Tätowierer. Aber auch die Frauen legen nach. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kullern die Tränen.

Warum haben Tattoos einen so schlechten Ruf?

Viele verbinden Tattoos noch mit Knast. Das war früher ganz normal, dass Leute im Gefängnis ein Tattoo hatten, das sie sich auch noch selber gestochen haben. Das waren diese Tränentattoos am Auge. Auch Seemänner hatten ihre eigenen Zeichen. Das ist in den Köpfen drin und geht auch nur schwierig heraus.

Welche Tattoo-Typen begegnen Ihnen bei der Arbeit?

Es gibt die Leute, die tätowiert sein wollen, nur um zu sagen, dass sie es sind. Denen ist es scheißegal, wie es aussieht. Absoluter Quatsch. Natürlich gibt es die, die viel Wert auf Optik legen. Wenn sie sich tätowieren lassen, dann muss es auch gut aussehen. Man muss wissen: Ein Tattoo ist ein Luxusartikel, den man man in der Regel für immer hat. Da sollte man sich fünfmal überlegen, wo und bei wem man sich eins stechen lässt. Für zehn Euro im Laden um die Ecke gibt’s kostenlos Tripper oder Hepatitis dazu.

Interview: Carsten Bergmann

Foto: Jens Koch

Zur Person

Nancy Mietzi (24), TV-Tätowiererin aus Zwickau. Sie gehört zu dem Team, das mittwochs (20.15 Uhr, Sixx) in der Sendung „Horror-Tattoos – Deutschland, wir retten deine Haut!“ Tattoo-Opfern hilft.

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