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Tausende flüchten nach Deichbruch

Live-Ticker zur Flutkatastrophe Tausende flüchten nach Deichbruch

Das Hochwasser der Elbe wandert unaufhörlich weiter: Wegen eines Deichbruchs wurde ein kompletter Ort in Sachsen-Anhalt evakuiert. Der Fernverkehr der Bahn ist unterbrochen. Auch Niedersachsen bereitet sich auf das Schlimmste vor.

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Am Montag kommt es auch zu Einschränkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Betroffen sind auch Züge von Hannover nach Berlin.

Quelle: dpa

21:50 Uhr : Der Flut-Montag neigt sich dem Ende entgegen: Das Hochwasser ist endgültig in Niedersachsen angekommen. Noch halten die Deiche. Meldungen über größere Schäden lagen bis zum Abend nicht vor. Der Wasserstand soll sich über mehrere Tage auf einem hohen Niveau halten. Mit diesem Stand verabschieden wir uns für heute aus unseren Liveticker. Am Dienstag halten wir Sie natürlich wie gewohnt auf dem Laufenden.

19:26 Uhr : Das Wasser hat in Lauenburg einen Stand von 9,39 Metern erreicht. Die Sandsackwälle hielten am Abend noch, ein Sprecher des Krisenstabes konnte aber nicht ausschließen, dass es auch in die Häuser eindringt. 75.000 Säcke sind allein in der Altstadt aufgeschichtet. in Ein Ende des Anstiegs ist noch nicht abzusehen: „Das Wasser steigt minütlich und wir haben den Scheitel noch längst nicht erreicht“, sagte der Sprecher. In Dresden dagegen entspannt sich die Lage. Nach einer Woche hat die Stadt den Katastrophenalarm wieder aufgehoben. Zuvor war der Pegelstand der Elbe von der höchsten Alarmstufe 4 auf Stufe 3 gesunken. Auf ihrem Scheitelpunkt hatte die Elbe vergangene Woche einen Wasserstand von 8,76 Metern erreicht. Normal sind knapp 2 Meter, bei der Jahrhundertflut 2002 waren 9,40 Meter gemessen worden. Pro Stunde falle der Pegelstand um zwei bis drei Zentimeter, teilte die Stadt mit.

18:53 Uhr: Das Hochwasser wird Deutschland Milliarden kosten. Die Flutschäden werden inzwischen auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Ein ohnehin geplantes Treffen der 16 Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel soll an diesem Donnerstag um Gespräche zur Fluthilfe erweitert werden. Die oppositionellen Grünen forderten Milliardenhilfen und ein langfristiges Schutzkonzept. Die Schäden seien größer als bei der Flut von 2002, doch die Mittel bislang weit kleiner als damals. Bundespräsident Joachim Gauck, der sich am Sonntag bereits in Sachsen und Sachsen-Anhalt ein Bild von der Flutkatastrophe gemacht hat, will am Freitag in die bayerische Hochwasser-Region reisen.

17.19 Uhr: Noch ein Deich gebrochen? In Fischbeck soll am späten Nachmittag noch ein Deich gebrochen sein. Das vermeldete der Tagesspiegel. Damit würde sich die Bedrohung für das Havelland in Brandenburg verschärfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich derweil ein Bild von der Hochwassersituation im Norden Brandenburgs verschafft. Sie war mit einem Hubschrauber in Wittenberge gelandet und ließ sich zunächst in der Feuerwache über die Prognosen und die Vorbereitungen auf die Flut in der Region informieren.Begleitet wird die Kanzlerin unter anderem von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

16.05 Uhr: Noch immer gibt es erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr – auch in Hannover. Besonders betroffen ist die viel genutzte Ost-West-Verbindung der ICE-Linie 10 von Berlin über Hannover und Hamm nach Düsseldorf und Köln. Sie wird zwischen Berlin und Hannover über Wittenberge-Stendal-Wolfsburg umgeleitet. Das ist die Hauptstrecke nach Hamburg, deshalb verspäten sich auch die Züge von Berlin in die Hansestadt. Der ICE von Berlin-Frankfurt/Main nach München wird ab Göttingen nach Hannover umgeleitet und endet dort. Die ICE-Linie 12 von Berlin über Frankfurt/Main nach Basel wird ab Fulda über Erfurt und Halle umgeleitet. Die Halte Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg fallen aus. Der IC von Amsterdam fährt nur bis Hannover. Wieder planmäßig fahren die Züge der ICE-Linie 28 von Hamburg über Berlin und Leipzig nach München. Es sei aber noch mit Verspätungen von etwa einer halben Stunde zu rechnen, teilte die Bahn mit. Die Bahn reagiert mit Ausnahmeregelungen auf die Hochwasserlage. Bis 23. Juni werden die Kosten für Fahrkarten und Reservierungen bei Verspätungen oder Ausfällen erstattet, wenn Reisende die Fahrt nicht antreten möchten. Tickets mit Zugbindung können auf eine andere, zeitnahe Verbindung umgeschrieben werden.

15.14 Uhr: Das Hochwasser ist endgültig in Niedersachsen angekommen. In Schnackenburg hat die Elbe nach Angaben des Katastrophenschutzstabes am Montagmittag mit 7,79 Metern ihren Höchststand erreicht. Normal ist dort ein Pegelstand von 2,77 Metern. „Das Wasser steigt dort nicht mehr“, sagte eine Sprecherin des Katastrophenschutzstabes des Kreises Lüchow-Dannenberg. Für Hitzacker wird am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr mit einem Höchstwert von 8,15 Meter gerechnet, für Neu Darchau gegen Mitternacht mit 7,90 Meter. „Das sind gute Nachrichten für uns“, sagte die Sprecherin. Wie lange der Scheitel andauern wird, ist noch unklar. Der Kreis Lüchow-Dannenberg verlässt sich nicht auf die offiziellen Berechnungen der Hochwasserzentrale Magdeburg, die den Höchststand bisher erst für Donnerstag angesagt hatte.

14.27 Uhr: Die Bundesregierung hat den vom Hochwasser betroffenen Ländern grundsätzlich Hilfe bei der Beseitigung der Schäden und beim Wiederaufbau zugesagt. „Natürlich wird der Staat solidarisch sein. Natürlich wird er tun, was er tun muss, um den Menschen zu helfen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Es wird wie auch 2002 eine Solidarität geben und eine große Hilfsbereitschaft des Bundes“, sagte er mit Blick auf die verheerende Flut vor mehr als zehn Jahren. Es sei aber noch zu früh, um über konkrete Zahlen zu sprechen. Zunächst müssten weitere Schäden verhindert werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Überschwemmungsgebieten bereits 100 Millionen Euro an Soforthilfe des Bundes versprochen. Seibert versicherte, dies Geld sei zugesagt und werde fließen - „und zwar schnell und unbürokratisch, dort, wo es wirklich gebraucht wird“.

14.06 Uhr: Die Einwohner aus der vom Elbe-Hochwasser bedrohten Stadt Mühlberg können in ihre Häuser zurück. Landrat Christian Jaschinski (CDU) entschied am Montag mit dem Krisenstab, die Evakuierung der Stadt ab 15.00 Uhr aufzuheben, teilte die Kreisverwaltung in Herzberg mit. An den Notunterkünften werden  Busse für den Rücktransport bereitgestellt, hieß es. Der Katastrophenalarm in der Stadt bleibe aber bestehen, betonten die Verantwortlichen. Etwa 80 Prozent der rund 4230 Einwohner hatten zum Wochenende ihr Zuhause verlassen.

Foto: „Es ist eine sehr angespannte Lage": Ministerpräsident Stephan Weil besuchte am Montag die überschwemmten Gebiete in Niedersachsen.

„Es ist eine sehr angespannte Lage": Ministerpräsident Stephan Weil besuchte am Montag die überschwemmten Gebiete in Niedersachsen.

Quelle: dpa

13:11 Uhr: Die vom Hochwasser der Elbe bedrohte Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein ist evakuiert worden. Am Montagvormittag war das Wasser nach Angaben des Krisenstabs bereits auf 9,18 Meter gestiegen. Am Donnerstag soll der Pegel in Hohnstorf auf der anderen Elbseite bei 10,15 Meter stehen. Höchster jemals gemessener Wasserstand in Hohnstorf waren 9,88 Meter - im Jahr 1855. Der Mittelwert des Pegels lag in den vergangenen zehn Jahren bei rund fünf Metern.

11.54 Uhr: In vielen Teilen Niedersachsens werden noch freiwillige Helfer gesucht. Auf Facebook halten sich die Helfer auf dem Laufenden und organisieren Mitfahrgelegenheiten zu den Hochwassergebieten.

11.43 Uhr: Die Schifffahrt auf dem Mittelrhein ist trotz sinkender Pegelstände weiterhin eingeschränkt. Da das Hochwasser in Mainz, Bingen und Kaub noch immer über den Risiko-Marken lag, durften die Schiffe auch am Wochenbeginn nur mit vermindertem Tempo fahren. Das geht aus dem Elektronischen Wasserstraßen-Informationsservice hervor.

11.29 Uhr: Im Kreis Lüneburg verlässt sich der Katastrophenschutz dagegen auf die offiziellen Berechnungen aus Magdeburg. Ob die rund 9000 Einwohner zählende Kleinstadt Bleckede evakuiert werden müsse, sei noch völlig offen, sagte eine Sprecherin. „Das hängt ab vom Zustand der Deiche und von der Gesamtlage, wie lange das Hochwasser andauern wird. Da gibt es nicht eine konkrete Pegelstands-Zahl, ab der evakuiert wird“, sagte die Sprecherin.

Die Hochwasser-Welle der Elbe ist in Niedersachsen angekommen. In Hitzacker wurden am Sonntagmorgen sieben Meter deutlich überschritten.

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11.22 Uhr: Die Hochwasserlage an der Elbe in Brandenburg bleibt kritisch. Im Havelland hat sich die Situation nach dem Bruch eines Elb-Deiches in Fischbeck in Sachsen-Anhalt verschärft. Es wird eine Überflutung durch das auslaufende Wasser befürchtet. Deshalb wurde seit den frühen Morgenstunden ein Notdeich von 3,5 Kilometer Länge zwischen Schmetzdorf und Zollchow errichtet. Nach Angaben des Koordinierungszentrums Krisenmanagement (KKM) soll er bereits am Montagmittag fertig sein.

10.10 Uhr: Wenige Tage nach den Ministern Stefan Wenzel und Boris Pistorius ist am Montag auch Niedersachsens Regierungschef Stefan Weil erstmals ins Hochwassergebiet an der Elbe gefahren. „Es ist eine sehr angespannte Lage, aber es ist auch ein gutes Gefühl, dass alle Beteiligten alles geben und die Vorbereitung ein hohes Niveau hat“, sagte der SPD-Politiker in Lüneburg. Anschließend wollte Weil auch Hitzacker und Bleckede besuchen. In Hitzacker lag der Pegelstand am Morgen bei 8,08 Meter. Wann und in welcher Höhe der Elbe-Scheitel die Gemeinden erreicht, ist unklar.

8.50 Uhr : Nach dem Deichbruch in den frühen Morgenstunden bei Fischbeck spricht Die Bahn von stundenlangen Verspätungen im Fernverkehr. Die Dauer der Brückensperrung sei noch nicht absehbar und hänge von der Hochwasser-Lage ab. Im Regionalverkehr entfallen alle Verbindungen zwischen Rathenow und Stendal. Aufgrund des Hochwassers gibt es keinen Busnotverkehr. Im Bereich um Fischbeck sind Abschnitte der Bundesstraßen 107 und 188 gesperrt.

Aktuelle Reiseinformationen können Sie unter www.bahn.de abrufen.

An der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg laufen seit Sonntag planmäßig Polder voll, um die Hochwassersituation zu mildern. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung von Sachsen-Anhalt werde dies voraussichtlich noch bis zum Montagmittag dauern. Dann seien die Polder voll.

8.34 Uhr : Die Hochwasser-Lage in Magdeburg hat sich in der Nacht zum Montag leicht entspannt. Ein Umspannwerk im Stadtteil Rothensee, das 30.000 Haushalte und eine Pumpstation mit Strom versorgt, sei gesichert, sagte ein Sprecher der Bundeswehr am Montag im ZDF-Morgenmagazin. „Wir haben einen sinkenden Pegelstand, der auch unmittelbaren Einfluss auf das Umspannwerk hat.“ Die Soldaten seien momentan Herr der Lage. Nach Angaben des Sprechers ist die Bundeswehr mit 1500 Soldaten in der Landeshauptstadt Magdeburg im Einsatz, im gesamten Bundesland Sachsen-Anhalt seien es 9000.

7.39 Uhr: Das Hochwasser lässt die Elbe in Niedersachsen weiter steigen. In Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg ist am Montagmorgen bereits die 8-Meter-Marke überschritten worden. Um 6.59 Uhr lag der Pegelstand bei 8,05 Meter. Bereits am Sonntag wurde die bisherige Rekordmarke von 2011 (7,70 Meter) geknackt. Wann die Elbe ihren höchsten Stand erreicht ist unklar. Der Katastrophenschutzstab des Landkreises erwartet den Scheitel in Hitzacker bis zum Dienstagabend bei 8,20 Meter. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg ging dagegen bislang von einem Scheitelpunkt von 8,50 Metern für Donnerstag aus.

7.06 Uhr: Ein Deichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt (Landkreis Stendal) hat am frühen Montagmorgen den Fernbahnverkehr in Mitteldeutschland unterbrochen. Wegen des Wassers wurde die Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten gesperrt, teilte die Deutsche Bahn AG mit. Betroffen sind die ICE-Strecke Berlin-Hannover-Köln , die ICE-Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main und die IC-Strecke Berlin-Amsterdam.

Die Züge der Strecke Berlin-Hannover-Köln werden über Wittenberge, Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Die Züge der Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main fahren über Dessau, Halle (Saale) und Gerstungen. Die Haltepunkte Wolfsburg, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe entfallen. Der IC von Amsterdam fährt nur bis Hannover.

Aktuelle Reiseinformationen können Sie unter www.bahn.de abrufen.

7.03 Uhr : Bei Fischbeck an der Elbe in Sachsen-Anhalt ist in der Nacht zum Montag ein Deich gebrochen. Auf einer Länge von 10 Metern sei der Deich gegen Mitternacht aufgerissen, teilte der Landkreis mit. Anwohner von Fischbeck wurden aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Wir rechnen damit, dass der Ort in der Früh unter Wasser steht“, sagte ein Sprecher. Auch die Bewohner umliegender Ortschaften sollten ihre Wohnungen verlassen. In Stendal stehe eine Notunterkunft zur Verfügung. Wie viele Menschen betroffen sind, war noch nicht klar, mindestens jedoch einige Hundert.

dpa/mhu

So können Sie helfen

Zur Hilfe für die Betroffenen wurden zahlreiche Spendenkonten eingerichtet, hier eine Auswahl:

  • Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 502 bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft, BLZ 210 602 37, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.
  • Caritas International: Konto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 660 205 00, Kennwort „Hochwasseropfer 2013 in Mitteleuropa“.
  • Aktion Deutschland Hilft: Konto 10 20 30 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort: „Hochwasser-Hilfe 2013“.
  • Deutsches Rotes Kreuz: Konto 41 41 41 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort „Hochwasser“.
  • Diakonie Sachsen: Konto 100 100 100 bei der LKG Sachsen, BLZ 350 601 90, Kennwort „Hochwasser 2013“.
  • Diakonie Mitteldeutschland: Konto 800 800 0 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft , BLZ 520 604  10, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.
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