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34 Tote – Terrorangriff erschüttert Europa

Anschläge in Brüssel 34 Tote – Terrorangriff erschüttert Europa

Terroristen haben in Brüssel mindestens 34 Menschen getötet, Hunderte wurden verletzt. Der IS bekannte sich zu den Morden. Die Angst vor weiteren Anschlägen ist groß, auch in Deutschland – und wird durch neue Ermittlungen genährt.

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Nach der Explosion in der Metro-Station Maelbeek in Brüssel suchen Ermittler nach Spuren.

Quelle: EPA/STEPHANIE LECOCQ

Brüssel. Islamistische Terroristen haben in Brüssel mit Bombenanschlägen mindestens 34 Menschen getötet – und damit Europa ins Mark getroffen. Etwa 230 Menschen wurden bei den Attentaten am Flughafen und in einer U-Bahnstation mitten im EU-Viertel verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) übernahm die Verantwortung für die Angriffe, die Polizei veröffentlichte am Abend Bilder der mutmaßlichen Attentäter.

Was wir bisher über die Anschläge wissen – und was nicht: Das lesen Sie hier.

Terror in Belgien: Eine Zusammenfassung der Ereignisse finden Sie hier.

Terroranschläge in Brüssel: Über die aktuelle Entwicklung berichten wir im Liveticker.

Der Tag, an dem ich einen guten Freund verlor: Ein Bericht unseres Korrespondenten Detlef Drewes.

Der belgische Premier Charles Michel sprach von "blinden, gewalttätigen und feigen Anschlägen". In Brüssel gibt es eine große Islamistenszene, die Gemeinde Molenbeek gilt als Hochburg der Extremisten. Erst am Freitag war dort der Hauptverdächtige der Pariser Anschläge vom November 2015, Salah Abdeslam, festgenommen worden. Der mutmaßliche Topterrorist wurde bei einem Polizei-Großeinsatz gefasst.

Ermittler finden Sprengsatz mit Nägeln

Der IS hat sich in einer Erklärung zu den Anschlägen bekannt. In der Stellungnahme heißt es, mehrere "Soldaten des Kalifats" hätten mit Sprengstoffgürteln und Sprengkörpern den "Kreuzfahrerstaat Belgien" angegriffen. Am Dienstagabend fanden die Ermittler zudem bei Hausdurchsuchungen in Brüssel eine Flagge des IS, einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen.

Weltweit lösten die Attentate Entsetzen aus, in ganz Europa verbreitete sich Terrorangst. Innenexperten sehen eine wachsende Gefahr für einen Anschlag auch in Deutschland – Sorgen bereiten jetzt die beiden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft am Sonnabend in Berlin gegen England und am Dienstag in München gegen Italien.

Merkel sagt Belgien volle Solidarität zu

Bereits am Dienstag bezogen schwer bewaffnete Sicherheitskräfte an Flughäfen und an anderen Verkehrsknotenpunkten Stellung. Die Terrorwarnung in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben. Das Auswärtige Amt in Berlin richtete einen Krisenstab ein. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Belgien volle Solidarität und Unterstützung bei der Suche nach den islamistischen Attentätern von Brüssel zu. US-Präsident Barack Obama sicherte den Europäern Unterstützung zu.

Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr zwischen Aachen und Brüssel ein. Auch der Schutz der belgischen Atomkraftwerke wurde verstärkt. Polizei sei vor Ort, ebenso Militär, hieß es vom Betreiber Engie. Die Behörden im Nachbarland Frankreich erhöhten die Polizeipräsenz an den Grenzen sowie in Bahnhöfen und Flughäfen.

Frankreich schickt zusätzliche Polizisten

Innenminister Bernard Cazeneuve schickte dafür am Dienstag 1600 zusätzliche Polizisten und Gendarmen in den Einsatz, wie er nach einem Krisentreffen bei Präsident François Hollande in Paris ankündigte. Hollande versprach Belgien seine Solidarität: "Frankreich und Belgien sind durch das Grauen verbunden, das wir ein weiteres Mal teilen."

Im Europaparlament und im EU-Ministerrat, wo Vertreter der EU-Staaten zusammenkommen, wurden am Dienstag alle Treffen abgesagt. Für das Parlament wurde die Sicherheitswarnstufe erhöht.

Von Martina Herzog und Detlef Drewes

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