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Panorama "Ich will wieder dorthin und leben!"
Nachrichten Panorama "Ich will wieder dorthin und leben!"
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13:59 26.11.2015
Die Band "Eagles of Death Metal" ist im Interview mit Vice-Gründer Shane Smith noch sichtlich von den Anschlägen gezeichnet. Quelle: Screenshot YouTube
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Paris

Auf der Facebook-Seite der Band hatten es schon etliche Fans nach den Anschlägen gefordert: Kommt zurück nach Paris, wir lassen uns von den Terroristen keine Angst machen – so oder so ähnlich hatten es viele Anhänger der "Eagles of Death Metal" geschrieben. Ein Wunsch, der die Band offenbar erreichte: In einem erst kürzlich veröffentlichten Interview ließ Jesse Hughes, Frontman und Mitbegründer der Band, durchblicken, dass seine Band in der momentan noch geschlossenen Konzerthalle als erste wieder auftreten wolle.

Mit seinen Kollegen hatte sich Hughes sichtlich bewegt den Fragen von Shane Smith, Gründer des Online-Magazins "Vice", gestellt und die Terrornacht in dem beliebten Pariser Musikcafé noch einmal Revue passieren lassen: Auf der Suche nach seiner Freundin habe er plötzlich einem der Attentäter gegenüber gestanden: "Er schoss auf mich, traf aber den Türrahmen neben mir", erzählt Hughes und schaut dabei fast die ganze Zeit auf den Boden. Immer wieder laufen ihm Tränen über das Gesicht.

Auch Tontechnicker Shawn London erinnert sich detailgetreu an den Moment, in dem er einem der Terroristen direkt ins Gesicht sah, dessen Kugel habe ihn nur knapp verfehlt und stattdessen sein Mischpult getroffen: "Sämtliche Knöpfe flogen umher", so London.

Band setzt ihre Tour fort

Ihre Tour wollen die "Eagles of Death Metal" trotz der Ereignisse von Paris nach einer kurzen Unterbrechung fortsetzen - allerdings ohne ihren Bandmanager Nick Alexander, der im Kugelhagel starb. Als Hughes und sein Bandmitbegründer Joshua Homme über Alexander sprechen, müssen sie das Interview unterbrechen, bitten um eine fünfminütige Pause. Homme selbst war in Paris zwar selber nicht dabei, hatte aber als einer der ersten von dem Angriff erfahren. Die Nachricht hat er noch immer auf seinem Smartphone, wie er Smith im Interview erzählt: Er habe es zunächst gar nicht glauben können.

Während des Gesprächs hält Homme zwischenzeitlich eine Liste mit allen Namen der Opfer in den Händen. "Wir haben sie alle aufgeschrieben." Wenn er könnte, würde er am liebsten mit allen Eltern der Opfer sprechen. Was er ihnen denn sagen würde, will Smith wissen. Homme ringt um Fassung, sucht nach Worten, stammelt schließlich: "Ich würde wohl auf die Knie gehen und sagen, lasst mich wissen, was immer ihr braucht", denn für diese Geschehnisse gebe es keine angemessenen Worte. "Vielleicht sollte es die auch nicht geben."

"Eagles of Death Metal"-Mitbegründer Joshua Homme hält die Liste mit den Namen der beim Konzert getöteten Fans in den Händen. Sein Bandkollege und Frontman Jesse Hughes brechen während des Gesprächs immer wieder in Tränen aus. Quelle: Screenshot YouTube

Wie die Band erst im nachhinein erfuhr, hatten sich auch mehrere Fans in deren Umkleideraum vor den Attentätern verborgen. Hughes: "Sie sind alle erschossen worden, nur einer nicht, der hatte sich unter meiner Lederjacke versteckt."

Auch wenn die "Eagles of Death Metal" dem Auftritt im Bataclan mit gemischten Gefühlen entgegensehen dürften, so steht für die Band fest: "Wir haben keine wirkliche Wahl", sagt Homme. Schließlich würden nicht nur die Terroristen, sondern auch "die Band Leute rekrutieren - und zwar dafür, Teil des Lebens zu sein". Hughes schließlich legt noch einen drauf, er könne es kaum erwarten, wieder nach Paris zu kommen: "Unsere Freunde kamen ins Bataclan, um Rock'n'Roll zu sehen, und sie starben. Ich will wieder dorthin gehen und leben." Wann die Band genau nach Paris kommen wird, steht noch nicht fest.

caro

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