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Panorama Tierfreunde füttern weißen Esel zu Tode
Nachrichten Panorama Tierfreunde füttern weißen Esel zu Tode
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20:00 18.05.2016
Ein weißer Esel im Tiergehege in Greppin (Archivbild): Eines der Tiere ist an Überfütterung gestorben. Besucher hatten dem Esel zu viel Brot gegeben. Quelle: Peter Förster/dpa
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Bitterfeld-Wolfen

"Unser weißer Esel lebt nicht mehr. Wurde über Pfingsten mit sinnlos viel Brot durch die Besucher vollgestopft", teilte das Tiergehege Greppin auf seiner Facebook-Seite mit. "Esel ernähren sich natürlicher Weise nicht von Brot."

Falls sie trotzdem damit gefüttert würden, "bekommen die Esel so viel Energie, das überleben sie einfach nicht", erklärte Jürgen Kotzmann, Leiter des Tierparks bei Bitterfeld-Wolfen. Die Tiere wüssten nicht, wann sie mit dem Fressen aufhören müssten. Am Dienstag habe der Esel ein Kolik erlitten und sei gestorben, sagte Kotzmann.

Neue Schilder sollen auf Gefahr hinweisen

An den Gehegen gibt es Schilder mit der Aufschrift "Füttern verboten", die jedoch oft ignoriert werden. "Die Leute meinen es nicht böse, wenn sie die Tiere füttern. Aber wir haben enorme Tierarztkosten", erklärte Kotzmann. Nicht immer könne rechtzeitig reagiert werden, um den Tod eines Tieres zu verhindern. Eine ständige Kontrolle sei nicht möglich.

Unser weißer Esel lebt nicht mehr. Wurde über Pfingsten mit sinnlos viel Brot durch die Besucher vollgestopft. Esel ernähren sich natürlicher Weise nicht von Brot.

Gepostet von Tiergehege Greppin am Dienstag, 17. Mai 2016

Neue Schilder sollen verstärkt auf die Gefahren hinweisen. Damit hat der Tierpark Salzwedel gute Erfahrungen gemacht. Die Besucher meinten, außer ihnen füttere niemand die Tiere, sagt Leiter Jens-Olaf Schawe. Nun wirbt der Tierpark um Verständnis: Auf den neuen Schildern erklärt die Einrichtung, dass nicht artgerechte Fütterung zu Stoffwechselproblemen oder Hufrehe führen kann. Das habe gewirkt.

200 bis 300 Scheiben am Tag sind zu viel

Gleichwohl erkrankten immer wieder Tiere an Überfütterung. Wenn nach einer Woche Regen plötzlich die Sonne hervorkomme, drängten die Besucher in den Park. Brächten 200 bis 300 Besucher eine Scheibe Brot mit, sei das zu viel. "Bislang sind wir aber von einem Fall wie in Greppin verschont geblieben", sagte Schawe.

Das Tiergehege Greppin ist für seine weißen Esel überregional bekannt. Weltweit gibt es nur etwa 100 der sogenannten Barock-Esel. Auf der Facebook-Seite des Tierparks reagierten Besucher bestürzt auf die Nachricht. Aber jemand fragte auch, warum das Tiergehege "alles und jeden beschuldigt". Darauf antwortete der Tierpark: "Es geht nicht um Beschuldigungen. Wir hoffen nur auf etwas Verständnis zum Schutz der restlichen Esel."

Im Januar war in einem Tierpark in Sachsen ein Pony gestorben. Besucher hatten – vermutlich in guter Absicht – Blumenkohl ins Gehege geworfen, wie Gemüsereste bewiesen. "Blumenkohl verursacht bei diesen Tieren schwere Blähungen und Koliken", sagte Ina Bretschneider der "Dresdner Morgenpost", die Leiterin des Tierparks in Annaberg. Das Tier habe sehr leiden müssen, bevor es gestorben sei."Die Koliken verursachten schreckliche Magenschmerzen."

dpa/RND/wer

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