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Tierschützer als Brandstifter unter Verdacht

Feuer im Hähnchenstall Tierschützer als Brandstifter unter Verdacht

Polizei, Verfassungsschutz und Justiz in Niedersachsen gehen seit Montag einem Verdacht nach: Das Feuer in einem fast fertigen Hähnchenstall bei Vechelde, das am Wochenende einen Schaden von einer halben Million Euro angerichtet hat, könnte von militanten Tierschützern gelegt worden sein.

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Der neue Hähnchenstall bei Vechelde wurde durch das Feuer komplett zerstört.

Quelle: Massel

Hannover. Offiziell hält sich die Polizei zurück. Doch sie gibt zu erkennen, dass sich die Hinweise auf Brandstiftung verdichten. Sachverständige, die den Brandort unter die Lupe nahmen, schließen mittlerweile aus, dass das Feuer von der auf dem Dach des Stalles installierten Photovoltaikanlage verursacht wurde. Eine Ermittlungsgruppe, der nicht nur Brandschutzexperten und Spurensicherer der Polizei angehören, hat die Arbeit aufgenommen. Der geschädigte Landwirt, der sich inzwischen nicht mehr äußern will, sprach am Sonntag von einem „Terroranschlag“ gegen seinen Betrieb und vermutete „radikale Terroristen“ als Täter.

Das Feuer in der Nähe von Peine erinnert an einen ähnlichen Brand in Sprötze in der Nordheide. Dort wurde Ende Juli vergangenen Jahres ebenfalls eine fast fertig gestellte Hähnchenmastanlage abgefackelt. Damals bekannten sich militante Tierbefreier zu dem Anschlag. Sie sind schon seit einiger Zeit im Blickfeld des Verfassungsschutzes, weil sie angeblich mit Linksextremisten und Autonomen kooperieren und beispielsweise im Raum Hannover wiederholt gegen Schlachtbetriebe, Geflügelställe und Jagdeinrichtungen vorgegangen sind. „Die Gewaltbereitschaft in der Szene nimmt zu“, hieß es gestern beim Verfassungsschutz.

In einer leeren Hähnchenmastanlage in Vechelde (Landkreis Peine) hat es in der Nacht zum Montag erneut gebrannt. Das Feuer sei diesmal recht schnell vom Sicherheitsdienst erkannt worden und klein geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Vorher hatte es am Sonnabend bereits einen Großbrand in dieser Hähnchenmast-Anlage (Fotos) gegeben.

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Die jüngsten Proteste sind durch den Plan ausgelöst worden, in Wietze bei Celle den größten Geflügelschlachthof Europas zu bauen. Tierschützer protestieren seitdem gegen eine ganze Reihe von Stallbauten in Ostniedersachsen.
Landvolkpräsident Werner Hilse forderte die Gegner der Hähnchenställe auf, fair mit den Bauern umzugehen und sich von militanten Tierschützern zu distanzieren.

Er glaube nicht, dass jemand systematisch solche Brände lege, sagte Stefan Wenzel, Fraktionschef der Grünen im Landtag. Solche Methoden verurteile er scharf. Die Grünen setzten sich allerdings für eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft ein, in der Landwirte nicht zu abhängigen Lohnmästern würden, sagte Wenzel. „Solche agrarindustriellen Großstrukturen sollte das Land nicht noch mit Millionen fördern.“

Klaus von der Brelie

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