Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Tochter rechnet mit Steve Jobs ab
Nachrichten Panorama Tochter rechnet mit Steve Jobs ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 03.08.2018
Apple-Gründer Steve Jobs. Quelle: imago/ZUMA Press
Los Angeles

Als einfacher Mensch galt Apple-Gründer Steve Jobs nie. Mitarbeiter beschrieben ihn meist als cholerisch, manchmal sogar beleidigend. Nun, sieben Jahre nach seinem Tod, bringt seine Tochter eine Autobiografie heraus. Die amerikanische Schriftstellerin Lisa Nicole Brennan-Jobs (40) beschreibt, wie sie ihren Vater erlebte. „Vanity Fair“ druckt vorab Auszüge aus „Small fry“.

Darin beschreibt Lisa das Verhältnis als durchweg kompliziert. Fünf Jahre war der Kalifornier Ende der 70er-Jahre mit ihrer Mutter, der Journalistin Chrisann Brennan, liiert. Doch als sie 1978 schwanger wurde, verließ er sie und weigerte sich zwei Jahre lang, die Vaterschaft anzuerkennen. Die Behörden von San Mateo County zwangen ihn schließlich zu einem DNA-Test, der positiv ausfiel. Ein Gericht legte am 8. Dezember 1980 fest, dass Jobs 500 Dollar pro Monat Alimente für seine Tochter zahlen muss. Ungünstig für Lisa und ihre Mutter: Vier Tage später ging Apple an die Börse und Jobs Firma war plötzlich mehr als 200 Millionen Dollar wert. Einige Jahre später heiratete der Unternehmer Laurene Powell, bekam mit ihr drei weitere Kinder.

Einmal im Monat holte Steve Jobs seine Tochter im Porsche ab

Brennan-Jobs erinnert sich in ihrem Buch auch an die erste Begegnung mit dem berühmten Vater, damals sei sie drei Jahre alt gewesen: „Er fragte mich: ‚Weißt du, wer ich bin? Ich bin dein Vater. Ich bin einer der wichtigsten Menschen, die du jemals kennen wirst’.“ Als Lisa sieben Jahre alt war, soll Jobs sie einmal im Monat mit seinem Porsche Cabrio abgeholt haben und mit ihr zum Rollerskating gefahren sein. „Ich freute mich immer sehr auf ihn. Er war für mich diese mystische Figur, deren Nähe ich so sehr brauchte. Doch er hat kaum mit mir gesprochen.“

Die Journalistin behauptet, dass Jobs seinen Porsche jedes Mal ausgetauscht habe, sobald dieser einen Kratzer im Lack hatte. Deshalb habe sie ihn gefragt, ob sie nicht mal eins der Autos haben könnte, wenn er wieder ein Fahrzeug los werden wolle. „Du bekommst nichts. Verstehst du? Du wirst nichts bekommen“, soll er zu ihr gesagt haben. Sie schlussfolgert daraus: „Er war nie großzügig, was Geld, Essen oder Worte anging.“

Steve Jobs benannte einen Computer nach seiner Tochter

Wie Steve Jobs wirklich über seine Tochter dachte – das wusste er wohl nur selbst. Denn trotz aller Schwierigkeiten benannte der Computerexperte 1983 einen der ersten Personal Computer nach ihr: Apple Lisa. Als sie ihn fragte, ob er das wirklich für sie getan hatte, soll er immer wieder gesagt haben: „Nein. Sorry.“

Erst mit Ende 20 fand Lisa heraus, dass diese Aussage eine Lüge war. Jobs lud sie zu einem Familienurlaub ein und traf sich mit ihr und seinem Freund Bono, dem Frontmann der Band U2. Als der wiederum Steve Jobs fragte, ob der Computer nach seiner Tochter benannt sei, soll Jobs „Ja“ geantwortet haben.

Die Biografie beschäftigt sich auch mit Lisas Wahrnehmung der letzten Tage im Leben von Steve Jobs. 2004 hatte der Unternehmer öffentlich gemacht, dass er an Krebs erkrankt sei. Als sich 2011 sein Zustand erneut verschlechterte, besuchte ihn seine Tochter laut eigenen Angaben wöchentlich im Krankenhaus. Dort traf sie nicht nur auf einen Mönch, der den zum Buddhismus übergetretenen Jobs immer wieder besuchte, sondern auch auf ihre Halbgeschwister und die Stiefmutter. Ob das ohnehin sehr distanzierte Verhältnis zu dem verbleibenden Teil der Familie durch ihr Buch besser wird, mag man bezweifeln. Mit einer Sache behielt Jobs am Ende unrecht: Seine Tochter ging nicht leer aus. Nach seinem Tod soll sie eine zweistellige Millionensumme geerbt haben.

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ob ganzkörperbemalt oder schwer bekleidet mit aufwendig hergestellten Kostümen – die Besucher und Aussteller beim Wacken-Festival sind ein Hingucker. Jahr für Jahr versuchen sich die Fans des Heavy-Metal-Festivals selbst zu übertreffen. Die besten Wacken-Outfits gibt es in unserer Galerie.

03.08.2018

Ein Junge aus Staufen wird von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt. Sein Martyrium dauert Jahre. Einer der Männer ist ein 33-Jähriger aus Spanien. Welche Strafe für ihn ist angemessen?

03.08.2018

Auf die Freude über den warmen Frühling zeichnen sich nun nach wochenlanger Hitze die Folgen ab: Grillen ist vielerorts verboten, Bier wird trotzdem gekauft. Im Meer wüten Bakterien, also wechselt man ins Freibad. Das ist Deutschland im Super-Sommer.

03.08.2018