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Panorama Tornado tobt über Minden
Nachrichten Panorama Tornado tobt über Minden
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11:14 23.05.2016
Ein Tornado hat am Sonntagabend in Minden in Nordrhein-Westfalen erheblichen Schaden angerichtet. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Minden

 Ein Unwetter hat in Ostwestfalen erheblichen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr war im Kreis Minden-Lübbecke am Sonntagabend im Dauereinsatz. Auch Anwohner halfen mit, die Straßen von etlichen umgeknickten Bäumen und abgebrochenen Ästen zu räumen. In Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Petershagen wütete das Unwetter nach Angaben der Einsatzkräfte besonders heftig.

Ein Tornado hat in Minden in Nordrhein-Westfalen erheblichen Schaden angerichtet. Der Tornado deckte Dächer ab und knickte Bäume um.

Die Polizei sprach von einem Tornado, der einen Stadtteil von Minden heimsuchte. Meteorologen wollten sich am Montagmorgen hingegen zunächst noch nicht festlegen, ob es ein Wirbelsturm war. "Wir müssen noch einige Dinge analysieren, aber wir schließen das zumindest nicht aus", sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen. Es seien Orkanböen gemeldet worden, Hagelkörner von bis zu zwei Zentimetern Größe seien auf die Region niedergeprasselt. In Bad Salzuflen wurden in einer Stunde 17 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen.

Demolierte Autos auf den Straßen

Auf den Straßen standen demolierte Autos. In Porta Westfalica stürzte ein Rollerfahrer über einen herausgespülten Gullydeckel. Der Mann kam schwer verletzt in eine Klinik. Im Kreis Paderborn wurde eine Windkraftanlage von dem Unwetter regelrecht zerlegt. Trümmerteile seien bis zu 250 Meter weit geschleudert worden und steckten in einem Feld, sagte eine Pressesprecherin des Kreises am Montag. Es wird vermutet, dass am Sonntagabend starke Windböen oder Blitzeinschlag die 70 Meter hohe Windkraftanlage bei Dörenhagen zerstört haben.

Die Feuerwehr in Minden registrierte 86 Einsätze, die Polizei wurde zu 61 Einsätzen gerufen. "Das kann sich für die Region schon auf mehrere Hundert Fälle summieren", sagte ein Polizeisprecher. Es seien "großflächige Schäden" entstanden, betroffen war vor allem der Mindener Stadtteil Meißen. Dort zerstörte der überaus starke Wind mehrere Häuser. "Das Unwetter hat eine Art Schneise gezogen", sagte ein Feuerwehrsprecher. Fünf Häuser mit insgesamt 33 Bewohnern mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Die Schadenshöhe konnte die Polizei bislang noch nicht beziffern.

Anwohner halfen mit Motorsägen

Im Laufe des frühen Vormittags waren die meisten Straßen wieder freigeräumt. Anwohner hätten mit Motorsägen geholfen, die abgeknickten Bäume von der Straßen zu räumen, berichtete die Polizei. Zuvor war die Bundesstraße 65 im Bereich Minden-Meißen in Fahrtrichtung Bückeburg eine Stunde lang gesperrt worden.

Tornados: zerstörerisch und nicht vorhersehbar

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Als rasend schnell drehende Luftschläuche mit Bodenkontakt rotieren sie dabei um eine senkrechte Achse und können auf ihrer Zugbahn eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

Konstellationen für Tornados sind große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Dieser kann Windgeschwindigkeiten von mehreren Hundert Kilometern pro Stunde erreichen. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog, hebt Hausdächer an und reißt alles in die Höhe - von Sand bis Autos.

Dennoch sind Tornados mit einer Ausdehnung von meist nur wenigen Dutzend bis zu mehreren Hundert Metern nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu klein, um vom Wetterradar und Satelliten erkannt zu werden. Eine exakte Einstufung kann deshalb nur mit Hilfe von Augenzeugen oder anhand der Schäden vorgenommen werden.

dpa/RND/are

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