Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Münster: Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund
Nachrichten Panorama Münster: Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 07.04.2018
Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr stehen in der Innenstadt von Münster. Quelle: dpa
Münster

Nach der blutigen Tat in Münster gehen die Ermittler nach ersten Ermittlungen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Bei dem Mann am Steuer des Kleintransporters, der am Samstag in Münster in eine Menschenmenge gerast war, handelt es sich nach Medienberichten offenbar um einem psychisch labilen Einzeltäter. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass es sich um einen Deutschen handelt. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters am Abend nach Sprengstoff durchsucht. Dafür gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.  

Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ ist der Mann Jahrgang 1969 und Deutscher ohne Migrationshintergrund. Er soll in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen sein, Hinweise auf Islamismus gebe es nicht. „Es spricht im Moments nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Abend.

Der Täter hatte am Nachmittag in der Altstadt von Münster einen Kleintransporter in eine Menschenmenge gesteuert. Entgegen ersten Informationen kamen insgesamt drei Menschen ums Leben gekommen. Es handele sich um zwei Opfer und den Täter, sagte Reul (CDU). "Es sind in der Summe drei." Zuvor hatte das Bundesinnenministerium von insgesamt vier Toten gesprochen. Darunter war auch der mutmaßliche Täter. Er erschoss sich nach Polizeiangaben in dem Wagen.

Ein Kleintransporter ist am Sonnabendnachmittag in der Innenstadt von Münster in eine Menschengruppe gefahren. Die Polizei bestätigte, dass es mehrere Tote und Verletzte gab.

Von den rund 20 Verletzten seien sechs schwer verwundet, einige von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Einsatzkräfte untersuchten einen verdächtigen Gegenstand im Auto und prüften, ob er möglicherweise Sprengstoff enthielt.

Unklar war nach der Tat zunächst, ob der Mann alleine handelte oder ob ihm geholfen wurde. Laut Polizei gab es Gerüchte, wonach zwei weitere Menschen aus dem Transporter gesprungen und geflüchtet seien könnten. Das sei aber nicht sicher und müsse nun verifiziert werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Details und ein mögliches Motiv würden noch untersucht, sagte Reul weiter. Es werde in alle Richtungen ermittelt. „Sobald gesicherte Informationen vorliegen, und nicht nur Gerüchte oder Hinweise, werden sie bekanntgegeben.“

Polizei ruft zu Besonnenheit auf

Die Beamten riefen die Bevölkerung am Nachmittag im Internet zu besonnenem Handeln auf. „Bitte den Bereich um den Kiepenkerl meiden. Wir sind vor Ort.“ Wenig später ergänzte sie: „Bitte auch den weiträumigen Innenstadtbereich verlassen, damit die Rettungskräfte in Ruhe arbeiten können.“  

Wegen einer angekündigten Demonstration von Kurden sind viele Polizisten zum Tatzeitpunkt in der Innenstadt gewesen. Diese seien gleich zum Tatort geeilt, als der Kleintransporter in eine Menschengruppe gelenkt wurde, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Demonstration sei für 15.30 Uhr angekündigt gewesen, der Vorfall ereignete sich etwa zur gleichen Zeit. Es gebe bislang keine Informationen, ob ein Zusammenhang zwischen der Demonstration und dem Zwischenfall bestehen könnte.

„Kiepenkerl“ ist beliebter Treffpunkt

Der „Kiepenkerl“ ist ein Standbild eines reisenden Händlers aus dem Münsterland im Herzen der historischen Innenstadt von Münster. Er ist ein Wahrzeichen der gut 300 000 Einwohner zählenden Stadt. Die beiden umliegenden Traditionslokale heißen Großer Kiepenkerl und Kleiner Kiepenkerl. Der Platz inmitten enger Altstadtgassen ist ein beliebter Treffpunkt. Bei gutem Wetter sitzen und stehen dort oft zahlreiche Menschen im Freien, im Winter gibt es ein Weihnachtsdorf. Der „Kiepenkerl“ befindet sich seit 1896 auf dem Spiekerhof - eine Männerfigur mit Tragekorb, Pfeife, Knotenstock und Leinenkittel. Das Denkmal wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, originalgetreu wieder hergestellt und 1953 von Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

dpa/frs

53 Mordfälle seit Jahresbeginn: Die britische Hauptstadt hat mit einem großen Anstieg der Kriminalität zu kämpfen – über die Ursache sind sich die öffentlichen Instanzen bislang uneins.

07.04.2018
Panorama Gastbeitrag von Historikerin Christina von Hodenberg - Die Revolte der Frauen

Wer an das Jahr 1968 denkt, denkt an Männer: Rudi Dutschke, Daniel Cohn-Bendit, Fritz Teufel. Aber ein Viertel der Studenten waren Frauen – und ihr Beitrag zur Revolte war viel nachhaltiger als der vieler Männer.

07.04.2018

Weil er sich mit seiner Ehefrau zerstritt, ist ein Mann in Rheinland-Pfalz auf einen Baum geklettert. Nach zwei Stunden musste die Feuerwehr den 47-Jährigen schließlich aus seiner misslichen Lage befreien.

07.04.2018