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Berliner Stadtbärin Schnute ist tot

Trauer um Wappentier Berliner Stadtbärin Schnute ist tot

Berlins Stadtbärin Schnute wurde 34 Jahre alt. Wegen schwerer Krankheit ist das Wappentier eingeschläfert worden. Einen Nachfolge-Bär soll es nicht mehr geben. Tierschützer sind erleichtert - und die Organisation PETA will Schnutes Zwinger zum Mahnmal umbauen.

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Berlins Stadtbärin Schnute in ihrem Bärenzwinger am Köllnischen Park. Am Sonntagabend wurde sie eingeschläfert.

Quelle: dpa

Berlin. Schnute sollte sich nicht länger quälen. Am Sonntagabend ist Berlins letztes lebendiges Wappentier eingeschläfert worden. Die Bärin sei schmerzfrei in ihrem Gehege im Köllnischen Park gestorben, teilt der Bezirksstadtrat von Mitte, Carsten Spallek (CDU), am Montag mit. Zuvor hatte sich Schnutes Zustand massiv verschlechtert. "Sie war nicht mehr in der Lage, in ihren Stall zurückzukehren und musste im Außengehege übernachten", erklärt Spallek. Ihr schwacher Allgemeinzustand und die Gelenkerkrankungen seien nicht mehr therapierbar gewesen. Aus tierschutzrechtlicher Sicht sei daher nur das Einschläfern infrage gekommen.

Kein Nachfolger mehr für Schnute

Mit Schnutes Tod geht in Berlin eine Ära zu Ende: Die Hauptstadt hat nun kein lebendiges Wappentier mehr - und soll auch in Zukunft keines bekommen. Schon vor Jahren wurde entschieden, dass es für Schnute und ihre bereits 2013 gestorbene Tochter Maxi keinen Nachfolger geben soll. Auch andere Städte haben ihre Bären, wie etwa die Schweizer Hauptstadt Bern oder Torgau in Sachsen. Um die Berliner Bären gab es seit Jahren heftigen Streit. Tierschützer hatten sich immer wieder für einen Umzug von Schnute und Maxi in einen Bärenpark eingesetzt, weil die Haltung in dem Zwinger aus ihrer Sicht nicht artgerecht sei. Doch Experten wollten den Tieren den Umzug und Reisestress nicht zumuten. Sie hätten eine Narkose bekommen müssen. Maxi starb im August 2013 an inneren Blutungen.

Bärin litt unter schwerer Arthrose

Die Trauer unter den Berliner Bärenfreunden ist nun groß. "Wir sind geschockt, weil Schnutes Tod so plötzlich kam", sagt die Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Christa Junge. Es sei bestimmt keine leichte Entscheidung gewesen, die Bärin einzuschläfern. "Aber man soll Tiere nicht leiden lassen. Wir gönnen Schnute den Frieden", betont sie. Die Bärin ist 34 Jahre alt geworden. Sie litt an schwerer Arthrose und bekam Medikamente. Tierschützer Stefan Klippstein forderte schon im April, sie einschläfern zu lassen. Er zeigt sich erleichtert: "Endlich hat das würdelose Leben des alten, kranken und gebrechlichen Tieres ein Ende", sagt er.

PETA will Zwinger zum Mahnmal umbauen

Nach Informationen der Märkischen Allgemeinen Zeitung will die Tierschutzorganisation PETA Schnutes Zwinger zu einem begehbaren Mahnmal für den Tierschutz umbauen lassen. "Auf diese Weise könnte ein Bewusstsein für das leidvolle Leben eingesperrter Tiere geschaffen und Menschen dazu ermutigt werden, in Zukunft sämtliche Einrichtungen zu meiden, in denen Tiere gequält werden", zitiert das Blatt die Tierschutzorganisation. PETA hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu der Haltung der Berliner Stadtbären geäußert.

Seit 1280 ist der Bär als Wappentier Berlins bekannt. Der Backsteinzwinger in der Nähe des Märkischen Museums wurde im August 1939 eröffnet. Die ersten Bären waren Urs und Vreni - Geschenke der Stadt Bern zur 700-Jahrfeier Berlins. Seitdem lebten dutzende Tiere in dem Gehege, auch viele Junge wurden geboren. Jeweils ein Bär wurde offiziell zum Stadtbären ernannt. Schnutes Vorgänger hießen Urs, Nante, Taps und Tilo. Schnute war die einzige weibliche Stadtbärin.

dpa/so

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