Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Japan vollstreckt Todesstrafe

Verurteilter Mann wird gehängt Japan vollstreckt Todesstrafe

In Japan wurde ein Mann gehängt, der mit zwei Komplizen eine Frau entführt, ausgeraubt und mit einem Hammer erschlagen hatte. Es war bereits die zwölfte Hinrichtung seit 2012. Das Land hält trotz internationaler Kritik an der Todesstrafe fest.

Voriger Artikel
Grüne Sauce für die Queen
Nächster Artikel
Nach Erdbeben: Nepal bittet um Hilfe

Japans Justizministerin Yoko Kamikawa informiert auf einer Pressekonferenz über die Hinrichtung. Die Angehörigen erfahren immer erst im Nachhinein davon.

Quelle: afp

Tokio. Die rechtskonservative Regierung in Japan hat erneut einen zum Tode verurteilten Mörder hinrichten lassen. Das gab Justizministerin Yoko Kamikawa am Donnerstag nach der Vollstreckung des Urteils bekannt. Internationale Kritik an der Todesstrafe prallt an der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt ab.

Bei dem Gehängten handelte es sich laut Medien um den 44-jährigen Tsukasa Kanda. Er hatte 2007 mit zwei Komplizen eine Frau in Nagoya entführt, ausgeraubt und mit einem Hammer erschlagen. Die Mittäter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Jeder Tag kann der letzte sein

Seit dem Amtsantritt des rechtskonservativen Regierungschefs Shinzo Abe Ende 2012 starben damit bereits zwölf Menschen am Galgen. Die drittgrößte Wirtschaftsnation gehört zu den wenigen Industrieländern, die noch an der Todesstrafe festhalten. 

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit der Todesstrafe sowie die Haftbedingungen in Japan an. Als besonders grausam kritisieren Menschenrechtsorganisationen sowie ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten der Zeitpunkt der Hinrichtung nicht mitgeteilt wird.

129 Menschen warten auf den Tod

Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Erst wenige Minuten vor ihrer Hinrichtung wird ihnen gesagt, dass sie sterben werden. Die dauernde Angst, dass es jeden Tag so weit sein könnte, treibt nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen viele Todeskandidaten in den Wahnsinn. Ist der Todestag gekommen, dürfen sie sich von ihren Angehörigen nicht mehr verabschieden. Die Angehörigen erfahren von den Hinrichtungen erst im Nachhinein.

Derzeit sitzen nach Angaben des Justizministeriums 129 Verurteilte in Todeszellen. Japanische Regierungen berufen sich auf Umfragen, wonach die Mehrheit der Bürger die Todesstrafe für brutale Mörder befürworte. In Japan gibt es sieben Todeskammern in Vollzugsanstalten in Tokio, Osaka, Hiroshima, Nagoya, Sapporo, Fukuoka und Sendai.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.