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Tsunami-Alarm in Chile aufgehoben

Acht Tote nach Erdbeben Tsunami-Alarm in Chile aufgehoben

Nach dem schweren Erdbeben in Chile ist der Tsunami-Alarm im ganzen Land aufgehoben worden. Das teilte der Katastrophenschutz am Donnerstag mit. "Es gibt derzeit keine Tsunami-Gefahr", zitierten örtliche Medien Innenminister Jorge Burgos. Die Zahl der Toten sei auf acht gestiegen.

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Viele Ortschaften wie hier Concon an der betroffenen Küstenregion wurden evakuiert.

Quelle: afp

Santiago de Chile. "Wir müssen nun zum Alltag zurückkehren, aber wachsam sein", sagte Burgos. Eine Person werde derzeit noch vermisst, meldete der Sender "Bio Bio". Präsidentin Michele Bachelet wollte im Laufe des Tages mit der Gesundheitsministerin und dem Verkehrsminister in die am stärksten getroffene Region Coquimbo reisen.

Die Erschütterungen in dem südamerikanischen Land hatten eine Stärke von 8,4 erreicht und in weiten Teilen des Pazifikraums eine Tsunami-Warnung ausgelöst. In Chile selbst erreichten Wellen von bis zu fünf Metern Höhe einige Teile der Küste. Die Fluten setzten manche Orte unter Wasser. Rund eine Million Menschen waren in Sicherheit gebracht worden.

Vor der Küste Chiles hat sich ein sehr schweres Erdbeben ereignet. Für die gesamte Pazifikregion wurde eine Tsunamiwarnung ausgesprochen. Etwa eine Million Menschen an der Küste Chiles mussten wegen Tsunami-Gefahr ihre Häuser verlassen.

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Eine Frau wurde durch eine umstürzende Mauer getötet, eine andere durch einen Erdrutsch, wie Innenstaatssekretär Mahmud Aleuy mitteilte. Drei Männer erlagen Herzinfarkten. Viele Gebäude wurden beschädigt, die Stromversorgung war vielerorts unterbrochen. 

Coquimbo wurde Berichten zufolge von vier Meter hohen Wellen getroffen. Der Bürgermeister sagte, Wasser stehe in großen Teilen der Stadt. Kleinere Tsunamiwellen wurden aus Valparaiso, Concon und anderen chilenischen Städten gemeldet. Der Bürgermeister von Canela sagte dem Radiosender "Bio Bio", in seiner Stadt seien zahlreiche Hauswände eingestürzt.

Das Hauptbeben ereignete sich 55 Kilometer vor der Küste in Höhe der Stadt Illapel, die rund 280 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago liegt. Es war das stärkste Beben seit über fünf Jahren, im Februar 2010 starben in Chile bei Erdstößen der Stärke 8,8 über 520 Menschen.

Nach dem Hauptbeben gab es 50 Nachbeben, das stärkste erreichte eine Stärke von 7,6. Innenminister Jorge Burgos sagte: "Es gibt Berichte über Schäden in Illapel." Er ordnete umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen in der ganzen Küstenregion an, bis hinauf zur Grenze mit Peru.

Der Bürgermeister von Illapel, Denis Cortés, erklärte im TV-Sender "24 Horas", dass rund ein Dutzend Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden seien. Auf Bildern waren in Panik aus Gebäuden rennende Menschen zu sehen. "Bei vielen Häusern sind Mauern eingestürzt", sagte der Chef der Feuerwehr von Illapel, Fabián Olivares Hidalgo, der Zeitung "La Tercera". Der Flughafen der Hauptstadt Santiago wurde teilweise evakuiert.

Erdbeben sind in Chile keine Seltenheit. Das liegt an der Lage des Landes am sogenannten Pazifischen Feuerring, ein Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen. Eine Übersicht über die folgenschwersten Beben der letzten Jahrzehnte.

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Das Beben erschütterte vor allem die Regionen Atacama, Coquimbo, Valparaíso, den Hauptstadtbezirk, Maule, Biobío und La Araucanía. Den Behörden zufolge ereignete sich der Erdstoß in einer Tiefe von rund 11 Kilometern um 19.54 Uhr Ortszeit. Er war bis in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires und in mehreren Provinzen des Landes zu spüren.

Gürtel aus 450 aktiven Vulkanen

Erdbeben sind in Chile keine Seltenheit, zu einer Katastrophe war es 1939 gekommen. Nach einem Beben der Stärke 7,8 starben 28.000 Menschen. Auch das stärkste je gemessene Erdbeben geschah in Chile: 1960 registrierten Geologen die Stärke 9,5 – 1655 Menschen starben.

Um den Pazifischen Ozean herum liegt ein Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen, der als Pazifischer Feuerring bezeichnet wird. Er ist etwa 40.000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Hier treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben – das Land hat darauf mit dem Aufbau eines umfassenden Frühwarn- und Evakuierungssystems reagiert.

dpa/zys

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