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Panorama UN stoppen Einsatz von Wonder Woman
Nachrichten Panorama UN stoppen Einsatz von Wonder Woman
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07:36 13.12.2016
Kämpft für die gute Sache: Wonder Woman, dieses Mal gespielt von Diana Prince, wird dennoch nicht länger Botschafterin für Frauenrechte sein. Quelle: dpa
New York

Lange Beine, kniehohe Stiefel, durchdringender Blick und ein überaus knapper Badeanzug: So sieht nach Ansicht der Vereinten Nationen eine für Gleichberechtigung kämpfende Frau im Jahr 2016 aus. Keine Geringere als Wonder Woman, Superheldin aus den Comicheften­ des DC-Verlags, dient seit knapp zwei Monaten als UN-Ehrenbotschafterin für die Stärkung der Frauenrechte. Doch mit der Personalie haben sich die Vereinten Nationen Ärger eingehandelt. So viel Ärger, dass die Organisation die Kampagne abrupt stoppen musste.

Comicheldin­ als Frauenvorbild in der Weltdiplomatie

„Erst dachte ich, das ist ein Witz“, sagt Shazia Rafi, die mit der Kampagne „She4SG“ für die Wahl einer Frau zur UN-Generalsekretärin kämpfte. Nicht nur, dass es mit dem Portugiesen António Guterres stattdessen ein Mann wurde – zudem diente noch eine übernatürliche Comicheldin­ als Frauenvorbild in der Weltdiplomatie.

Kult-Comic: Wonder Woman tauchte 1941 zum ersten Mal auf. Gerade in den USA ist der Comiccharakter ein ganz besonderer Held. Quelle: dpa

„Wir haben den Punkt überschritten, an dem wir eine vollbusige, muskulöse Version von Barbie in kurz geschnittenen Hosen brauchen, um Gleichheit zu repräsentieren“, sagt Rafi und steht mit ihrer Meinung wahrlich nicht alleine da. Mehr als 45.000 Menschen schlossen sich einer Online-Petition an und wurden Wonder Womans Endgegner. Sogar Mitarbeiter der UN protestierten öffentlich gegen die Kampagne. Zum Ende der Kampagne wollte sich die UN nicht äußern, sie ließ nur verlauten, dass Wonder Woman von diesem Freitag an in den Ruhestand versetzt wird.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei den UN fiktive Charaktere den Kampf für bestimmte Anliegen anführen. Der scheidende Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die einem Computerspiel entsprungenen Angry Birds etwa an den East River geladen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Idee: Die grimmig dreinblickenden Vögel sind wütend und sollen mit umweltschützenden Maßnahmen glücklich gemacht werden. Zuvor mussten die Peter-Pan-Fee Glöckchen (Umweltschutz) und der Disney-Bär Winnie Puuh (Freundschaft) für UN-Kampagnen herhalten.

Kämpferin für Recht und Gleichheit seit 1941

Als Wonder Woman 1941 in einem Comicheft auftauchte, war die Figur als Kämpferin für Recht und Gleichheit eine kleine Sensation. Doch schon damals sorgte Wonder Woman, die erotischer Pin-up-Kunst nachempfunden war und deren Lasso an Bondage-Sexpraktiken erinnerte, für Diskussionen. Im UN-Hauptquartier scheint das wenig zu kümmern. Die Hoffnung ist wohl, ein jüngeres Publikum zu erreichen, das sich sonst nicht für politische Anliegen interessiert.

Von RND/cab/dpa

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