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US-Gericht gibt Henker eine zweite Chance

Hinrichtung von Romell Broom US-Gericht gibt Henker eine zweite Chance

Der US-Bundesstaat Ohio darf noch einmal versuchen, den Gefangenen Romell Broom hinzurichten. Das hat jetzt ein Gericht erlaubt. Ein erster Versuch war gescheitert – der Henker fand keine passende Vene für die Giftspritze.

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Romell Broom soll doch noch hingerichtet werden. Ein erster Versuch war gescheitert (großes Bild: eine Todeszelle).

Quelle: EPA/OHIO DEPARTMENT OF REHABILITATION AND CORRECTIONS/Paul Buck/dpa

Columbus. Nach zwei Stunden verließ Romell Broom seine eigene Hinrichtungsbank. Seine Venen waren zerstochen, die Arme geschwollen. Der Henker hatte bei dem damals 53-jährigen Broom trotzdem keine passende Vene für die Injektion des tödlichen Gifts gefunden. Die Hinrichtung wurde abgebrochen. Das Gesetz schreibt vor, dass Hinrichtungen in Ohio "schnell und schmerzfrei" erfolgen müssen.

Das war 2009. Sechs Jahre später hat der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaats Ohio einen neuen Versuch erlaubt, den zur Todesstrafe verurteilten Gefangenen Romell Broom hinzurichten. Dies entschieden die Richter mit vier zu drei Stimmen. "Ein zweiter Hinrichtungsversuch ist weder grausam, noch eine unübliche Bestrafung", teilte das Gericht mit. Eine Vollstreckung habe noch nicht stattgefunden, da kein Gift injiziert worden sei. Deswegen liege auch keine Doppelbestrafung für dasselbe Verbrechen vor, wie die Anwälte des Häftlings geltend gemacht hatten. Ein konkreter neuer Termin wurde zunächst nicht bestimmt.

Broom soll 1984 eine Jugendliche vergewaltigt und getötet haben. Er war der erste zum Tode Verurteilte in den USA, bei dem eine Hinrichtung durch die Giftspritze scheiterte. Bis dahin hatte es nur in den 40er Jahren einen ähnlichen Fall gegeben, bei dem ein Todeskandidat in Louisiana die geplante Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl überlebte.

afp/dpa/wer

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