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Bahn rüstet Mitarbeiter mit Bodycams aus

Schutz gegen Übergriffe Bahn rüstet Mitarbeiter mit Bodycams aus

Weil immer mehr ihrer Mitarbeiter von gewaltbereiten Reisenden attackiert werden, setzt die Bahn jetzt auf moderne Methoden der Abschreckung: Das Unternehmen rüstet Mitarbeiter mit Körperkameras aus. 

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Die Polizei hat die Bodycam bereits in mehreren Bundesländern im Einsatz. Ein gelbes Hinweisschild macht auf die Videoaufzeichnung aufmerksam.

Quelle: Matthias Balk/dpa

Berlin. Verspätete Züge, schmuddelige Abteile oder verpasste Anschlüsse: Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen einen Bahnfahrer der Frust überwältigen kann. Nicht jeder leidet still, mitunter werden auch Mitarbeiter des Unternehmens angegriffen – mit steigender Tendenz. Immerhin 950 Attacken auf Beschäftigte zählte die Bahn im ersten Halbjahr 2016, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Früher reichte oft eine Uniform, um Deutschen Respekt einzuflößen. Heute nicht mehr, die Bahn setzt auf modernere Methoden der Abschreckung: Sie rüstet Mitarbeiter nun mit Körperkameras aus, den sogenannten Bodycams. Die kleinen Geräte werden auf der Schulter montiert getragen, zeichnen das Geschehen aus der Perspektive des Bahnbeschäftigten auf und leiten es in eine Zentrale weiter.

Abschreckende Wirkung

Vorerst sollen etliche der rund 3700 Mitarbeiter in Berlin so ausstaffiert werden; weitere Bahnhöfe in Deutschland sollen folgen. "Erste Erfahrungen zeigen, dass die Mini-Kameras Täter abschrecken", sagt Hans-Hilmar Rischke, Sicherheitschef der Bahn, der in diesem Jahr rund 160 Millionen Euro für die Aufrechterhaltung der Ordnung ausgeben darf. Zu erkennen sind die Bediensteten mit der Liveschaltung auf der Schulter auch am Schild "Videoüberwachung".

Die Bahn folgt mit den Bodycams einem Trend, der, wie so oft, in den USA startete. Viele Polizisten tragen die kleinen Geräte dort schon seit einigen Jahren auf der Schulter. Anlass waren zahlreiche Konflikte, bei denen Bürger den Ordnungshütern Übergriffe vorwarfen. Aussage stand dann oft gegen Aussage, die Schuldfrage blieb ungeklärt. Bodycams sichern Beweismaterial – und belasten damit möglicherweise auch den Beamten, falls er sich tatsächlich falsch verhalten hat.

Erprobung bei der Polizei

Auch deutsche Polizisten erproben die kleinen Kameras – unter anderem ist in Niedersachsen ein Testlauf geplant. Beim Einsatz von Bodycams auf Länderebene seien positive Erfahrungen gesammelt worden, heißt es. So habe die Zahl der Übergriffe auf Polizisten deutlich abgenommen. Union und SPD einigten sich bereits im Frühjahr darauf, die neue Technik bundesweit zu erlauben. Die Bundespolizei ist seit Februar dabei – zunächst versuchsweise in Berlin.

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Von Alexander Dahl

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