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"Stasi-Barbie" ab November im Laden

Wirbel um High-Tech-Puppe "Stasi-Barbie" ab November im Laden

Noch nie hat eine neue Barbie-Puppe für so viel Wirbel gesorgt: Die mit Bluetooth, Mikrofon und Sprachassistent ausgestattete "Hello Barbie" wurde bereits kurz nach ihrer Vorstellung mit dem Negativ-Preis "Big Brother Award" ausgezeichnet. Nun kommt die umstrittene High-Tech-Puppe in den Verkauf.

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Umstritten: Die neue "Hello Barbie"

Quelle: screenshot/Barbie

Als die "Hello Barbie" im März vorgestellt wurde, war der internationale Aufschrei bereits groß. Doch das hält den Hersteller Mattel nicht davon ab, seinen erhofften Verkaufsschlager auf den Markt zu bringen. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft soll die mit Bluetooth, Mikrofon, Lautsprecher und Sprachassistent ausgestattete "Barbie 2.0" erhältlich sein - und dem seit Jahren unter schwindenden Absatzzahlen leidenden Hersteller neue Verkaufsrekorde beschweren.

Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Doch klar ist schon jetzt, dass kein neue Barbie-Version je mehr Aufmerksamkeit hatte, als die "Hello Barbie".

Barbie ist die meist verkaufte Puppe der Welt, auch wenn der Absatz rückläufig ist. Sie war in sechs Jahrzehnten immer eine Ikone des modischen Zeitgeistes. Davon kann man sich in Groß Ilsede überzeugen.

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Mattel hatte die interaktive Barbie im März vorgestellt - und dafür viel Kritik eingesteckt. Grund sind die technischen Möglichkeiten der Puppe - und speziell der von der Firma ToyTalk entwickelte Sprachassistent: Die "Hello Barbie" hat eine Wlan-Verbindung zum Internet, nimmt auf, was die Kinder sagen, und überträgt das zu einem Server.

Big Brother Award für "Stasi-Barbie"

Der Sprachassistent funktioniert wie die Spracherkennung Siri von Apple: Er hört zu und kann intelligente Antworten geben. Gespeichert seien 8000 Dialogsätze, sagt ein Mattel-Sprecher; über WLAN werden die Sätze des Kindes an einen Server gesandt, der eine passende Antwort zurückschickt.

Eltern und Datenschützer sind dagegen alarmiert - weil die Sprachaufnahmen direkt zum Konzern übermittelt werden: ToyTalk, so der Vorwurf, kann mithören, was im Kinderzimmer gesprochen wird, wenn die Puppe benutzt wird. Zudem befürchtet mancher, dass der Hersteller die übermittelten Daten zu Werbezwecken nutzen könnte.

Entsprechend fiel das Echo auf die neue Barbie aus: Der Datenschutzverein Digitalcourage zeichnete sie vor Monaten mit dem Big Brother Award in der Kategorie Technik aus, diverse Elternvereinigungen zeigten sich alarmiert und auch in den Medien wurde über die "Stasi-Barbie" (Stern) gelästert.

US-Verkaufsstart im November

ToyTalk und Mattel haben auf die Kritik reagiert. Der Sprachassistent-Entwickler versicherte, die Informationen würden nicht dafür genutzt, den Kindern Filme oder Musik zu verkaufen. Mattel kündigte zudem eine App an, mit der Eltern die Gespräche ihrer Kinder mit der Barbie überwachen können. Eine Sondernummer soll zudem geschaltet werden, damit Eltern sofort "unangemessene Wörter" melden könnten.

Ob das reicht, um die Vorbehalte auszuräumen, bleibt anzuzweifeln.

Anfang November soll die "Hello Barbie" in US-Läden erhältlich sein - zum Preis von 75 Dollar (67 Euro). Ob und wann die Puppe in Deutschland verkauft wird, ist noch unklar. Mattel Deutschland war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

zys/afp

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