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Unesco vertagt Beschluss zur Aufnahme von Fagus-Werk

Buchenwälder umstritten Unesco vertagt Beschluss zur Aufnahme von Fagus-Werk

Das von Walter Gropius entworfene Fagus-Werk hat gute Chancen, den Titel Unesco-Weltkulturerbe zu erhalten. In Alfeld schuf der später weltberühmten Architekt und Bauhaus-Gründer das Urmodell für eine neue Art zu bauen. Eine Entscheidung fiel am Freitag jedoch noch nicht. Die Aufnahme der deutschen Buchenwälder in die Erbe-Liste ist umstritten.

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Das von Bauhaus-Gründer Walter Gropius entworfene Fagus-Werk in Alfeld könnte heute zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt werden.

Quelle: Rainer Surrey

Paris/Alfeld. Die Unesco hat die erhoffte Entscheidung über einen Welterbe-Titel für fünf deutsche Buchenwälder am Freitag vertagt. Nach Angaben von Diplomaten konnten die Beratungen über das Thema am Abend nicht zu Ende geführt werden. Eine Entscheidung solle an diesem Samstag fallen, hieß es in Paris. Die Stimmung sei sehr optimistisch.

Die Aufnahme der deutschen Buchenwälder in die Liste des Unesco-Weltnaturerbes ist jedoch umstritten. Experten hätten sich gewünscht, dass gleichzeitig weitere schützenswerte Buchenwälder in Ländern wie Bulgarien oder Rumänien aufgenommen werden. Diese Staaten haben bislang aber gar keine Anträge eingereicht.

Über neue Weltkulturerbestätten soll ebenfalls erst von Samstag an abgestimmt werden. Deutschland hofft unter anderem auf einen Titel für eine von Walter Gropius entworfene Schuhleistenfabrik im niedersächsischen Alfeld. Als Teil grenzüberschreitenden Weltkulturerbes stehen neben dem Fagus-Werk zwei Häuser in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung auf der Kandidatenliste. Sie wurden von dem französisch-schweizerischen Architekten und Stadtplaner Le Corbusier entworfen.

Die Bundesrepublik ist außerdem an der Nominierung prähistorischer Pfahlbauten rund um die Alpen beteiligt. In Baden-Württemberg und Bayern gibt es zahlreiche Relikte dieses Siedlungswesens.

Der Naturerbe-Antrag wurde gemeinsam von vier Bundesländern vorbereitet. Nominiert sind der Buchenwald Grumsin in Brandenburg, der Nationalpark Hainich in Thüringen sowie der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen. Aus Mecklenburg-Vorpommern sind der Nationalpark Jasmund und der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark mit dabei. Alle sollen künftig das bestehende Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten“ in der Slowakei und der Ukraine ergänzen. Es war bereits 2007 eingeschrieben worden.

Neu auf der Weltnaturerbeliste sind seit dieser Woche bereits die australische Ningaloo-Küste, ein Seengebiet im kenianischen Rift Valley und die japanischen Ogasawara-Inseln. Zudem entschied das Komitee der Unesco, die Kulturlandschaft „Westsee“ im chinesischen Hangzhou und das Saloum-Delta im Senegal aufzunehmen. Als bedrohtes, bereits bestehendes Welterbe wurden die tropischen Regenwälder von Sumatra und das Biosphärenreservat Rio Plátano in Honduras auf die sogenannte Rote Liste gesetzt.

Bis zur diesjährigen Tagung des Unesco-Welterbekomitees waren 33 deutsche Stätten auf der Unesco-Liste des Welterbes verzeichnet, darunter zum Beispiel das Wattenmeer oder der Kölner Dom. Weltweit waren es 911 Kultur- und Naturerbestätten in 151 Ländern.

dpa/kla

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Foto: Buchenwald bei Bad Langensalza.

Fünf deutsche Buchenwälder in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Hessen sind von der Unesco zum universellen Erbe der Menschheit erklärt worden. Mit der Entscheidung über Weltkulturerbe-Anträge wird erst am Montag gerechnet. Dabei kann sich eine Stadt in Niedersachsen Hoffnung machen.

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