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Bahn frei für die Pfotenschwimmer

Ungewöhnliche Initiative Bahn frei für die Pfotenschwimmer

Es gibt immer Dinge, die man noch nicht wusste. Zum Beispiel dies: Hunde pieseln beim Schwimmen nicht ins Wasser. Sagt jedenfalls die Initiative „Hund im Freibad“, in deren Namen schon das Motiv für diese Hypothese durchscheint. 

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Der Schäferhund-Mischling Maily in Bennigsen aus dem Wasser. Das Freiband hat zum Saisonabschluss für Hunde geöffnet.

Quelle: Treblin

Seit dem vergangenen Jahr wirbt die Initiative für Hundebadetage in herkömmlichen Freibädern – und zwar zum Ende der Saison, wenn das Wasser ohnehin abgelassen werden muss. Etwa 30 Bäder machten bundesweit im vergangenen Jahr mit, wie viele es dieses Jahr sind, ist noch ungewiss. Angeblich sollen rund 400 Bäder in Deutschland, Österreich und der Schweiz Interesse angemeldet haben. In der Region Hannover hat sich bisher das Freibad in Springe-Bennigsen durchringen können, die Vierbeiner zum Saisonschluss ins Becken zu lassen – mit großem Erfolg. Nach der Premiere im vergangenen Jahr zogen an diesem Wochenende etwa 90 Hunde im Freibad ihre Bahnen.

Auf ihrer Internetseite zerstreut die Initiative „ Hund im Freibad“ beredt alle Bedenken, die gegen das hündische Schwimmvergnügen ins Feld gezogen werden könnten. Nein, unhygienisch sei das Ganze nicht – eben wegen des Pieselphänomens und der Tatsache, dass Hunde im Wasser angeblich nicht mehr Haare verlieren als Menschen. Die im leeren Becken zurückbleibenden Bakterien würden es zudem nicht über den kalten deutschen Winter schaffen und die Krallen am Edelstahl von Becken und Rutschen keinen Schaden anrichten.

Im Freibad im Springer Bennigsen fand zum Saisonabschluss die Aktion "Hund im Freibad" statt. Zur Freude der Vierbeiner.

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Den Schwimmbadbetreibern machen die Hundefreunde mit der Aussicht auf weitere Einnahmen nach dem Ende der offiziellen Badesaison den Mund wässrig. Tatsächlich hat ein Freibad im nordrhein-westfälischen Remscheid seine reguläre Saison um 14 gut besuchte Hundebadetage verlängert.

Nur mancher Soziologe wird sich die Haare raufen: nach Hundefriseur, -psycho- und -physiotherapie, nach Hunde­akupunktur, Frisbeewerfen und „Dog Dancing“ nun also auch der Freibadbesuch. Was kommt als Nächstes – das Hundeautokino? Ist all die Planscherei nicht der Beleg dafür, dass dem Deutschen der Hund längst näher ist als das Kind, das vernachlässigte?

Vielleicht hatten aber auch einfach 90 Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen in Bennigsen ein paar Stunden Spaß im Freibad.

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