Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Unwetter vermiesen das Pfingstwochenende
Nachrichten Panorama Unwetter vermiesen das Pfingstwochenende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:16 14.05.2016
Feuerwehrleute pumpen in Reilsheim, einem Ortsteil von Bammental (Baden-Württemberg), eine Unterführung leer, die durch den anhaltenden Regen überschwemmt wurde. Quelle: dpa
Anzeige
Stuttgart/Frankfurt

Starker Regen und heftige Gewitter haben vielerorts in Deutschland den Start ins Pfingstwochenende gebremst. Die Wasserstände der Flüsse stiegen infolge der Niederschläge deutlich an. In Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis verzeichneten Polizei und Feuerwehr laut Mitteilung vom Samstag zahlreiche Notrufe wegen überfluteter Straßen. An einigen Stellen stand das Wasser demnach bis zu 30 Zentimeter hoch.

Wer dem schlechten Wetter in Richtung Süden entfliehen wollte, kam vom Regen in den Stau: Allein in Bayern stand der Verkehr nach Angaben des Autofahrerclubs ADAC am Freitag an 583 Stellen auf einer Länge von 1400 Kilometern. Die Rückreise dürfte sich wegen der wieder eingeführten Kontrollen an den Grenzübergängen verzögern: Die Reisenden müssten sich an den Grenzen am Montag und Dienstag auf Wartezeiten von einer Stunde und mehr einrichten, sagte ein ADAC-Sprecher in München.

Auch Bahnreisende waren genervt. "Wir wollten an Pfingsten auf keinen Fall mit dem Auto fahren wegen der Staus auf den Autobahnen", sagte René Hänsel, der am Samstag mit Frau und Tochter auf dem Frankfurter Hauptbahnhof stand. Dort wartete die Familie wegen eines Stellwerk-Schadens auf der Strecke Hanau-Frankfurt 110 Minuten auf den ICE nach Füssen. "Wie man's macht, macht man's falsch", sagte Hänsel. Die Anzeigentafeln gaben für einzelne ICE-Verbindungen Verspätungen von bis zu 120 Minuten an.

Fünf junge Hebammen ließen sich unterdessen auf dem kalten Steinfußboden des Bahnhofs nieder und packten den mitgebrachten Picknickkorb aus. "Wir sollten eigentlich schon lange in Stuttgart sein", sagte Franziska Ihlenfeldt. Die Kolleginnen nahmen die Verspätung gelassen und boten einem Obdachlosen zwei ihrer Steaks an. "Es bringt nichts, sich Stress zu machen", sagt Ihlenfeldt. "Im Kreißsaal kann man auch nicht ausrasten."

In Hessen hatten heftiger Regen und Gewitter schon am Freitag zu Flugausfällen, Überschwemmungen und Evakuierungen geführt. Am größten Flughafen des Kontinents in Frankfurt fielen rund 60 Flüge aus, andere Verbindungen verspäteten sich oder wurden umgeleitet. Die Einkaufsgalerie "MyZeil" im Zentrum der Stadt wurde geräumt. "Ursache ist der immense Niederschlag", teilte die Polizei mit.

Am Hoch- und Oberrhein sowie an kleineren Gewässern im Südosten von Baden-Württemberg herrschte am Samstag Hochwasser. Heftige Niederschläge hatten die Wasserstände innerhalb von 24 Stunden um bis zu zwei Meter steigen lassen, wie die Hochwasservorhersagezentrale in Karlsruhe mitteilte. Am Rheinpegel Maxau wurde für Samstagnachmittag die Hochwassermarke von 7,5 Meter erwartet. Dann dürfen dort keine Schiffe mehr auf dem Rhein fahren.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Samstag vor den Folgen des Dauerregens in der Region von Oberschwaben bis ins Berchtesgadener Land. Dort müssten die Menschen mit Hochwasser in Bächen und Flüssen, der Überschwemmung von Straßen und Erdrutschen rechnen. Aus Niederbayern meldete die Polizei Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und heruntergefallene Dachziegel.

Am Freitag waren laut DWD schon bis zu 50, mancherorts auch mehr als 80 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Autofahrer mussten in der Nacht örtlich vom Dauerregen überflutete Straßen umfahren. Zudem herrschten schlechte Sicht und Gefahr wegen rutschiger Fahrbahnen. Im Schienenverkehr kam es hingegen zu keinerlei Behinderungen, wie ein Bahnsprecher sagte.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hinrichtungen mit der Giftspritze sind in den USA kaum noch möglich: Als letztes von mehr als 20 europäischen und amerikanischen Unternehmen hat nun Pfizer seine Lieferung von Medikamenten eingestellt, die in einzelnen Bundesstaaten für Giftspritzen notwendig sind.

14.05.2016

Der Junge hatte kaum eine Chance, scheint es. Unter den Schlägen der drei jungen Männer bricht Niklas zusammen, fast eine Woche später stirbt er. Nun ist Bonn in Trauer – und in Schock. Denn die Täter sind noch nicht gefasst.

13.05.2016

Hollywoodstar Susan Sarandon hat am Freitag Flüchtlinge in Berlin besucht. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte die 69-Jährige zunächst die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf aufgesucht.

13.05.2016
Anzeige