Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Patient darf Cannabis anbauen
Nachrichten Panorama Patient darf Cannabis anbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:26 06.04.2016
Bundesgericht erlaubt Patienten Cannabis-Anbau. Quelle: Jim Hollander/dpa (Sybolbild)
Anzeige
Leipzig

Leipzig (dpa) - Ein schwerkranker Patient darf zu Hause Cannabis zu Therapiezwecken anbauen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschieden (BVerwG 3 C 10.14). Damit hatte die Klage eines an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Mannes in dritter und letzter Instanz Erfolg.

Der 52-Jährige aus Mannheim ist seit 1985 an MS erkrankt und lindert die Symptome seiner Krankheit seit vielen Jahren mit Cannabis. Die Pflanzen baut er zu Hause an. Weil das nicht legal ist, kämpfte er für eine Ausnahmegenehmigung.

15 Euro pro Gramm Medizinalhanf

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) lehnte dies ab. Zwar gibt es in Deutschland mehr als 600 Patienten, die Cannabis als Medikament verwenden dürfen. Sie müssen es aber in der Apotheke kaufen – für mindestens 15 Euro pro Gramm – und dürfen es nicht selbst anbauen. Die Kosten für den Medizinalhanf übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht verpflichtete das BfArM nun, "dem Kläger zu erlauben, Cannabis anzubauen, zu ernten und zum medizinischen Zweck seiner Behandlung zu verwenden". Cannabis helfe dem 52-Jährigen, der unter anderem an spastischen Lähmungen, Sprachstörungen und depressiven Störungen leidet.

Damit folgte das Bundesgericht den Feststellungen, die bereits das Oberverwaltungsgericht Münster in der Vorinstanz getroffen hatte. Ein anderes, gleich wirksames Medikament stehe dem Mann nicht zur Verfügung. Medizinalhanf aus der Apotheke könne er sich Kostengründen nicht leisten.

Richtungsweisendes Urteil

Das Urteil sei ein großer Erfolg, sagte Kläger-Anwalt Oliver Tolmein. Es sei zwar eine Einzelfallentscheidung, die sich aber auf gleichgelagerte Fälle auswirken werde. Chronisch kranke Patienten, die keine andere Chance als eine Cannabis-Therapie hätten, würden nun nicht mehr in die Kriminalität abgedrängt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, das Urteil könne eine Hilfe für den Einzelfall sein. "Grundsätzlich ist die private Hanf-Plantage aber keine Lösung für Schmerzpatienten. Vielmehr muss endlich eine gesetzliche Regelung kommen."

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Januar einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bestimmten Patienten den Zugang zu Cannabis erleichtern und auch die Kostenübernahme durch die Krankenkassen regeln soll.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der US-Popstar Janet Jackson setzt neue Prioritäten: Die Sängerin hat ihre Welttournee überraschend abgebrochen – weil sie endlich ein Kind haben möchte.

06.04.2016

Im Fernsehen suchte "Der Bachelor" Leonard Freier vergeblich seine große Liebe. Jetzt wird über eine neue Frau an seiner Seite spekuliert. Laut Medienberichten soll ihm Sabia Boulahrouz den Kopf verdreht haben.

06.04.2016

Die US-Schauspielerin Kerry Washington ist das jüngste Photoshop-Opfer einer amerikanischen Zeitschrift. Die Bearbeitung des Cover-Fotos habe die 39-Jährige sprachlos gemacht.

06.04.2016
Anzeige