Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Spielzeug darf mehr Giftstoffe enthalten

In Deutschland gelten nun EU-Grenzwerte Spielzeug darf mehr Giftstoffe enthalten

Die deutschen Grenzwerte sind sicherer als die der EU – mit diesem Argument wollte die Bundesrepublik durchsetzen, dass hierzulande andere Richtlinien für Schadstoffe in Spielzeug gelten. Sie unterlag heute vor dem Europäischen Gerichtshof. Die deutschen Regelungen böten keinen besseren Schutz, agumentierten die Richter.

Voriger Artikel
"DSDS"-Stars posten erstes Babybild
Nächster Artikel
Flugzeug muss wegen Ehestreit notlanden

Gefährliche Schadstoffe im Spielzeug: Deutschland muss sich an die Grenzwerte der EU halten.

Quelle: dpa

Luxemburg. Für Spielzeug müssen auch in Deutschland die europäischen Schadstoff-Grenzwerte gelten. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag entschieden. Konkret geht es um die drei Schwermetalle Antimon, Arsen und Quecksilber, die teils als krebserregend gelten oder zu Störungen des Nervensystems führen können.

Die Bundesregierung hatte argumentiert, dass die eigenen Grenzwerte für diese Stoffe strenger seien als die europäischen Werte und wollte daher die deutschen Regelungen beibehalten. Die Brüsseler EU-Kommission lehnte dies ab.

Mit seiner Klage dagegen vor dem EU-Gericht scheiterte Deutschland im vergangenen Jahr bereits in erster Instanz. Der übergeordnete Europäische Gerichtshof entschied nun, dass dieses Urteil des Gerichts rechtens war. Deutschland habe nicht nachgewiesen, dass die eigenen Regelungen besseren Schutz böten. Das Urteil ist endgültig, die Bundesregierung kann dagegen nicht vorgehen.

Welche Schadstoffe stecken im Spielzeug?

BLEI und seine Verbindungen kommen in Farben vor. Das giftige Schwermetall wird auch in Batterien und als Lötmetall verwendet. Wer Blei über längere Zeit aufnimmt, wird blass, schwach, müde und leidet an Appetitlosigkeit. Seltene akute Bleivergiftungen rufen Koliken und Erbrechen hervor. Weitaus häufiger sind jedoch schleichende Schäden: Bei Kindern kann die geistige Entwicklung zurückbleiben. Einige Bleiverbindungen wirken auch krebserregend.

QUECKSILBER reagiert im Körper mit lebenswichtigen Enzymen und hemmt deren Wirkung. Es kann zu Erbrechen und Durchfall führen, bei längerer Aufnahme auch zu Gedächtnisstörungen. Gelangt das giftige Schwermetall in die Umwelt, kann es von Mikroorganismen in Verbindungen umgewandelt werden, die das zentrale Nervensystem schädigen und schlimmstenfalls zum Tod führen. Quecksilber wird unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Batterien verwendet.

ARSEN wird für Metall-Legierungen, in der chemischen Industrie und zur Herstellung von Halbleitern eingesetzt. Akute Vergiftungen führen zu blutigen Brechdurchfällen, Kreislaufkollaps und Atemlähmung. Gelangt Arsen in kleinen Mengen über längere Zeit in den Körper, kann es Störungen des Nervensystems und Krebs verursachen.

ANTIMON wird als krebserregend eingestuft. Bei Antimon-Vergiftungen zeigen sich mit Hautreizungen, Magenkrämpfen und Durchfall sowie Herz- und Kreislaufproblemen ähnliche Symptome wie bei Arsen. Ins Kinderzimmer kommt das Element als Flammschutzmittel oder über Spielzeug aus Polyester.

BARIUM kann über flüssige Materialien wie Farbe auf Spielzeug geraten. Vergiftungen mit der Substanz können zu Bluthochdruck führen und sich negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Werden größere Mengen aufgenommen, können Erbrechen, Schwindel, Darmkoliken und Herzrhythmusstörungen die Folge sein.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.