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Vater eines Opfers zeigt Fliegerärzte an

Germanwings-Absturz Vater eines Opfers zeigt Fliegerärzte an

Ein Unternehmer verlor beim Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März 2015 seine Tochter und seinen Enkel. Jetzt hat er Strafanzeige gegen die Fliegerärzte der Lufthansa und gegen das Luftfahrtbundesamt gestellt. Sie hätten den Co-Piloten Andreas Lubitz nicht aufgehalten, sagt er.

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Am 24. März 2015 war ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf über den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Insassen kamen ums Leben.

Quelle: Sebastien Nogier/dpa

Düsseldorf/Berlin. "Hätten die Flugmediziner und Gutachter sich an das jeweils geltende Recht gehalten, so hätte diese Katastrophe nicht stattgefunden", zitierte die "Welt am Sonntag" aus der Anzeige, die der Zeitung vorlag. Für den hinterbliebenen Vater aus Düsseldorf kommt demnach etwa der Straftatbestand der fahrlässigen Tötung in Betracht.

Der Mann wirft den Medizinern der Lufthansa und dem Luftfahrtbundesamtes (LBA) als Aufsichtsbehörde vor, den Co-Piloten des Flugs, Andreas Lubitz, der den Absturz offenbar absichtlich herbeiführte, trotz der bekannten schweren psychischen Erkrankung nicht vorschriftsmäßig begutachtet und kontrolliert zu haben.

Kläger sieht schwere Versäumnisse

Der Kläger hatte laut Zeitungsbericht zusammen mit einem Juristen die Ermittlungsakte der französischen Staatsanwaltschaft ausgewertet. Dabei seien mutmaßlich schwere Versäumnisse der flugmedizinischen Dienstes der Lufthansa und des LBA ausgemacht worden, hieß es.

Der Kläger wirft den Verantwortlichen vor, dass bereits das mit Sondergenehmigung im Juli 2009 erteilte Tauglichkeitszeugnis des Co-Piloten zu Unrecht ausgestellt worden sei. Zudem hätten in den Folgejahren die bei einer solchen Erkrankung vorgeschriebenen psychologischen Untersuchungen nicht stattgefunden. Eine vollständige Dokumentation der durchgeführten Befragungen, der Labor- und Untersuchungsergebnisse würde fehlen, kritisierte er.

Lufthansa und LBA äußern sich nicht

Sowohl die Lufthansa als auch das Luftfahrtbundesamt wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Lufthansa verwies gegenüber "Welt am Sonntag" auf das derzeit laufende Todesermittlungsverfahren der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Am 24. März 2015 war ein Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf über den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Insassen kamen ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 27-jährige Andreas Lubitz, der unter einer Depression litt, die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben.

epd/RND/wer

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