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Wurde Marokkos König erpresst?

Verdacht gegen Journalisten Wurde Marokkos König erpresst?

Journalisten sollen Millionen Euro gefordert haben, damit sie ein Buch über den Monarchen von Marokko nicht veröffentlichen. Jetzt haben sie den Ärger – und König Mohammed VI. kann sich freuen.

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Nun sind die Journalisten selbst zum Thema in marokkanischen Zeitungen geworden: Catherine Graciet und Éric Laurent sollen 3 Millionen Euro verlangt haben.

Quelle: afp

Paris. Es hätte eine journalistische Bombe werden sollen – ein Enthüllungsbuch über die marokkanische Königsfamilie, ihre Exzesse und Erbstreitigkeiten. Doch sie ging nach hinten los und traf die Autoren selbst: Nun ermittelt die französische Justiz gegen die Journalisten Éric Laurent und Catherine Graciet wegen des Verdachts der Erpressung.

Dem Königshaus zufolge haben sie angeboten, gegen eine Geldzahlung auf die Veröffentlichung ihrer Recherchen zu verzichten. Während der königliche Anwalt Éric Dupont-Moretti erklärt, Laurent habe "als Erster über Geld gesprochen", und Pariser Staatsanwalt François Molins bereits eine "Staatsaffäre" wittert, liefern die Autoren in Interviews ihre eigenen Versionen.

Geständnis unter Tränen

Sie sei in eine Falle gegangen, bedauert Graciet in der Zeitung "Le Parisien", bevor sie unter Tränen auch eigene Fehler zugibt: "Ja, ich habe mich locken lassen. Das ist menschlich, oder?" Laurent, der als Spezialist für internationale Politik ebenfalls einen Ruf zu verlieren oder bereits verloren hat, räumte ebenfalls ein, den Deal akzeptiert zu haben.

Die Idee sei aber von Rabat gekommen, sagte er gegenüber der Zeitung "Le Monde". Er wollte lediglich ein Interview, um einen offiziellen Vertreter des Königshauses zu Wort kommen zu lassen: "Ich habe weder etwas gefordert noch mit einer Erpressung gedroht."

Heimliche Tonaufnahme

Bei einem ersten Treffen habe der Unterhändler von Mohammed VI. die "Transaktion" vorgeschlagen, um das Buchprojekt zu verhindern. Seine Frau sei schwer krebskrank, rechtfertigt sich der 68-jährige Starjournalist: "Das Angebot erschien mir als Kompromiss." Den Vorwurf, er bringe seinen ganzen Berufsstand in Verruf, lässt er nicht gelten: Er sei frei, seine Recherchen zu veröffentlichen oder nicht.

Ein zweites Gespräch zeichnete der Emissär des Königs heimlich mit dem Handy auf. Teile davon wurden inzwischen in einer Zeitung veröffentlicht. "Ich will drei", sagt Laurent demnach. "Drei was, dreitausend?", fragt der Unterhändler. "Nein, drei Millionen." – "Drei Millionen Dirham?" – "Nein, drei Millionen Euro." Laurent erklärt die Mitschnitte für manipuliert und aus dem Kontext gerissen.

Schriftliche Einigung

Fest steht aber, dass man sich auf zwei Millionen Euro für das Autoren-Duo und eine Vorauszahlung von jeweils 40.000 Euro einigte. Die Journalisten willigten schriftlich ein, "auf Lebenszeit" nichts mehr über den König von Marokko zu schreiben. Nach einem dritten Treffen, wo erstmals auch Graciet anwesend war, wartete die Polizei am Hotel und nahm die Autoren mit.

Ein Buch über die Königsfamilie wird nun in nächster Zeit tatsächlich nicht erscheinen, der Pariser Seuil-Verlag, der Laurent und Graciet damit beauftragt hatte, ließ nun wissen, dass das Vertrauen zu den Autoren zerstört sei. Der König kann zufrieden sein: Sollte er etwas zu verbergen haben, bleibt es vorerst verborgen.

von Birgit Holzer

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