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Panorama VfL Wolfsburg will ICE-Lokführer mit Freikarten zum Halten animieren
Nachrichten Panorama VfL Wolfsburg will ICE-Lokführer mit Freikarten zum Halten animieren
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08:49 05.08.2011
Der VfL Wolfsburg bietet ICE-Lokführern, die in Wolfsburg planmäßig halten, Freikarten an. Quelle: Handout
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Wolfsburg

Als Fan des VfL Wolfsburg hatte man es zuletzt nicht leicht: Nach einer Zittersaison wurde der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag geschafft, zur neuen Spielzeit blamierte man sich im DFB-Pokal beim 2:3 gegen den Viertligisten RB Leipzig, und Trainer Felix Magath sagt ganz offen: „Ich habe Angst.“

Auch wer per Bahn nach Wolfsburg reisen wollte, hatte es schwer. Zweimal fuhren ICEs in den vergangenen Wochen einfach an der selbst betitelten „Erlebnisstadt“ vorbei – ohne zu halten. Einmal hatte ein Lokführer den falschen Fahrplan, in dem Wolfsburg versehentlich gestrichen worden war. Und Mitte Juli raste eine ICE vorbei, weil der Lokführer nach einem Plan fuhr, der keinen Stopp vorsah. Der Fauxpas sorgte für Gelächter in anderen Städten. Der Radiosender N-Joy forderte seine Hörer auf, ein Logo herunterzuladen mit der Aufschrift: „Ich bremse auch für Wolfsburg.“ Entsprechend sauer war Wolfsburgs Bürgermeister Rolf Schnellecke. „Das ist ein Stück aus dem Tollhaus, was sich die Bahn hier leistet“, sagte er. Man müsse doch wissen, wo man halte und wo nicht. So etwas sei „oberpeinlich“. Die Stadt habe sich den Spott der Nation zugezogen.

„Den Spott muss man da eben aushalten“, sagt Gerd Voss, Pressesprecher des Fußballbundesligisten VfL Wolfsburg. Der Verein hat sich eine Marketingaktion ausgedacht, die nicht nur für die Heimspiele der „Wölfe“ wirbt, sondern auch dafür sorgen soll, dass die Züge nach Fahrplan im Bahnhof halten: Lokführer, die neunmal planmäßig in Wolfsburg stoppen, werden zu einem Spiel in der Volkswagen-Arena eingeladen.

Für die Aktion „für wache Lokführer“ hat der Verein extra eine grün-weiße Bonuskarte und ein passendes Werbebild anfertigen lassen. Auf der Karte sind neun weiße Felder, die mit einem Vereinslogo abgestempelt werden sollen. „Die Aktion ist ja eher mit einem Augenzwinkern zu sehen“, sagt Pressesprecher Voss. Die Leute vom VfL würden nicht mit einem Stempelkissen am Bahnsteig stehen und darauf warten, dass Lokführer ihre Karte aus dem Fenster halten. „Aber wenn Lokführer zu uns kommen oder eine E-Mail schreiben, dann bekommen sie eine Freikarte.“ Dass sie neunmal in Wolfsburg gehalten haben, werde man ihnen auch ohne ausgefüllte Bonuskarte glauben.

„17 gute Gründe, in Wolfsburg zu halten“, so lautet der Slogan des Vereins auf dem Werbebild, das für die Heimspiele wirbt. Bereits zum ersten Heimspiel am 13. August werden besonders viele Fußballfans in Wolfsburg aussteigen: Zu Gast in der Volkswagen-Arena ist Rekordmeister Bayern München. Ein Grund mehr also für die Lokführer, den Fahrplan zu studieren und auf die Bremse zu drücken.

Ob das die Ränge füllen wird? Beim VfL glaubt man jedenfalls nicht, „dass am Ende tausend Lokführer vor den Stadiontoren stehen werden“, sagt Sprecher Voss. Aber selbst wenn nur hundert kämen, hätte der Verein ein Problem: Das Spiel ist ausverkauft. „Da müssten wir dann wirklich kreativ werden“, sagt Voss, der mit höchstens drei Zugführern rechnet. Einer habe sich immerhin schon beim Ticketverkauf gemeldet. „Der hat wohl tatsächlich neunmal in Wolfsburg gehalten“, sagt Voss.

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