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+++ Elftes Todesopfer nach Zugunglück +++

Zusammenstoß in Bad Aibling +++ Elftes Todesopfer nach Zugunglück +++

Ein weiterer Schwerverletzter ist nach dem Zugunglück in Bad Aibling gestorben. In Oberbayern beseitigen Helfer die Trümmer, während Ermittler nach der genauen Unglücksursache suchen. Die aktuelle Lage in unserem Newsblog.

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Schwierige Bergung in Bad Aibling: Die ineinander verkeilten Züge sollen getrennt und dann in Teilen geborgen werden. 

Quelle: UWE LEIN/dpa

Bad Aibling. Es traf die Pendler im morgendlichen Berufsverkehr: Nach einem Zugunglück in Oberbayern hat sich die Zahl der Todesopfer auf elf erhöht, über 80 Personen wurden verletzt.

  • Ermittler: Menschliches Versagen im Stellwerk gilt als Unglücksursache
  • Polizei: Unglück fordert elftes Todesopfer
  • Dobrindt: Züge mit hoher Geschwindigkeit verunglückt
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+++ Elftes Todesopfer - 47-Jähriger gestorben +++

Ein 47 Jahre alter Mann aus dem Landkreis München erlag in einer Klinik seinen Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Es handelt sich damit um das elfte Todesopfer nach dem schweren Zugunglück. Nach Polizeiangaben galten am Donnerstag noch 20 Menschen als schwer verletzt. Der Gesundheitszustand einiger dieser Verletzten sei nach wie vor ernst.

+++ Schwerverletzter ringt mit dem Tod +++

Einer der Schwerverletzten schwebt in Lebensgefahr. Er sei in einem "sehr, sehr schlechten Zustand", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Von den anderen Verletzten seien einige noch in einem ernsten Zustand. Viele konnten die Krankenhäuser bereits verlassen.

+++ Zehntes Todesopfer identifiziert +++

Zwei Tage nach dem Zugunglück ist auch das zehnte Todesopfer identifiziert worden. Es handele sich um einen 38-jährigen Mann aus dem brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Sie aktualisierte außerdem die Zahl der Verletzten: Demnach gebe es nach neuestem Stand 21 Schwerverletzte und 62 Leichtverletzte. "Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter ist nach wie vor ernst", hieß es. Bei den weiteren neun Todesopfern handelte es sich um Männer aus der Region im Alter von 24 bis 60 Jahren.

+++ Fundsachen werden zurückgegeben +++

Die Kriminalpolizei gibt persönliche Gegenstände an Angehörige und Passagiere zurück. Die Fundstücke könnten bei der Freiwilligen Feuerwehr im oberbayerischen Kolbermoor abgeholt werden, wie die Feuerwehr bestätigte. Nach Angaben von "rosenheim24.de" wurden Gegenstände von mehr als 50 Menschen aus den Zügen geborgen.

+++ Trauergottesdienst am Sonntag +++

Die Kirchen wollen am Sonntag mit einem ökumenischen Trauergottesdienst der Opfer des Zugunglücks bei Bad Aibling gedenken. Die evangelische Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler gestaltet den Gottesdienst gemeinsam mit dem katholischen Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx.

+++ Schweigeminute für Opfer +++

Der Betreiber der beiden verunglückten Züge, Transdev, will der Opfer der Katastrophe in einer Schweigeminute gedenken. Am Donnerstagmittag um 12.00 Uhr soll es eine Gedenkminute in allen Bahnen und Bussen von Transdev und den Tochterunternehmen weltweit geben.

+++ Bergung wird fortgesetzt +++

Seit Tagesanbruch setzen die Einsatzkräfte am Donnerstag die Bergung der beiden Züge fort. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch zwei Tage dauern. "Sollte sie in dieser Zeit nicht abgeschlossen sein, wird auch am Wochenende weitergearbeitet", kündigte ein Sprecher der Bahn an. Die verkeilten Waggons sollen zunächst voneinander getrennt und dann in Teilen geborgen werden.

+++ Einsatzkräfte brauchen eine Pause +++

Obwohl die Bergungsfahrzeuge mit Flutlicht ausgestattet sind, wurden die Arbeiten in der Nacht zum Donnerstag für mehrere Stunden unterbrochen. "Grund dafür war das schlechte Wetter. Ferner spielte eine Rolle, dass die Einsatzkräfte eine Pause brauchten", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Donnerstagmorgen. Polizisten und Sicherheitspersonal bewachten in der Nacht den Unfallort.

+++ Welche Informationen haben die Ermittler? +++

Bei der Suche nach der Unglücksursache hoffen die Ermittler auf neue Erkenntnisse durch die Aufzeichnungen der Fahrtenschreiber. Aber was zeichnen die Geräte überhaupt auf? Den Fahrtverlauf, also Tempo, Bremsvorgänge und die Bedienbefehle des Lokführers. In den Stellwerken werden außerdem Signaleinstellungen und Kommandos der Fahrdienstleiter dokumentiert, wie ein Bahnsprecher erklärt. Auf diese Weise könnten auch die wichtigsten Arbeitsschritte eines Fahrdienstleiters nachvollzogen werden.

+++ Schwerverletzte werden wohl überleben +++

Nach einem Abgleich der Vermisstenliste mit den Krankenhausdaten stand am Mittwoch fest, dass entgegen der Erwartungen keine weitere Leiche in den Trümmern von Bad Aibling liegt. Auch die Schwerverletzten würden wohl alle überleben, hieß es. Insgesamt sind bei dem Zugunglück zehn Menschen gestorben sowie 17 schwer und 63 leicht verletzt worden.

+++ Bergung hat begonnen +++

Am späten Nachmittag ist einer der hinteren Zugteile unter lautem Krachen von einem Kran angehoben und wieder zurück aufs Gleis gesetzt worden. Bis die Bergungsarbeiten zu den beiden total zerfetzten Triebwagen vordringen können, vergeht nach Einschätzung der Feuerwehr aber noch mindestens ein Tag.

+++ Weitere Hinweise für menschliches Versagen +++

Der Fahrdienstleiter im Stellwerk soll den beiden aufeinander zufahrenden Zügen gleichzeitig die Einfahrt in den Streckenabschnitt erlaubt haben, obwohl es sich um eine eingleisige Strecke handelt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Sie stützt sich auf "eine gut informierte Quelle". Das deckt sich mit Recherchen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), zu dem die HAZ gehört. Einer der beiden Züge habe vom Fahrdienstleiter grünes Licht bekommen, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot gestanden habe, wie das RND aus Ermittlerkreisen erfuhr.

+++ Was machten eigentlich Fahrdienstleiter? +++

Sie entscheiden, ob ein Zug fährt oder nicht, denn sie stellen Signale und Weichen per Hebel, Tasten oder Mausklick. Bei der Deutschen Bahn arbeiten rund 12 000 Fahrdienstleiter. Ihr Arbeitsplatz ist das Stellwerk.

+++ Kran aus Leipzig kommt +++

Auch aus Leipzig ist ein Kran auf dem Weg zum Unglücksort. Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. Aus Hessen ist bereits ein Schienenkran des Unternehmens in Bad Aibling eingetroffen. Bundesweit verfügt die Bahn nach eigenen Angaben über fünf dieser Spezialkräne. Der Notfallkran aus Fulda hat eine Tragkraft von 160 Tonnen.

+++ Polizei: Kein dringender Verdacht gegen Fahrdienstleiter +++

Nach ersten Vernehmungen der Polizei ergibt sich kein dringender Verdacht gegen den Fahrdienstleiter. "Wir wehren uns vehement gegen dieses Gerücht", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Mittwoch am Unglücksort im Hinblick auf entsprechende Berichte. Zwar könne ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden auch nicht ausgeschlossen werden, die Ermittlungen stünden jedoch erst am Anfang. Doch sei der Fahrdienstleiter bereits unmittelbar nach dem Zusammenstoß zweier Regionalzüge am Dienstag befragt worden. Daraus ergebe sich "noch kein dringender Tatverdacht", betonte Thalmeier.

+++ Seehofer dankt Helfern für Einsatz +++

In einem fast eineinhalbstündigen Gespräch mit den Rettungskräften haben sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und andere Politiker quer durch die Parteien über den Einsatz in Bad Aibling informiert. An dem Termin hinter verschlossenen Türen im Rathaus der oberbayerischen Gemeinde nahmen auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann, Ilse Aigner sowie zahlreiche Vertreter anderer Parteien teil. Rund 700 Helfer waren insgesamt im Einsatz. Sie hätten die Anerkennung ganz Deutschlands, sagte Seehofer, und würdigte "die gewaltige psychische und menschliche Belastung". 

+++ Arzt äußert sich zu Verletzungen der Opfer +++

Ein behandelnder Arzt hat sich über die Art der Verletzungen der Opfer geäußert. "Es war das ganze Spektrum vorhanden, Knochenbrüche, innere Verletzungen, alles." Auch schwere Schädel-Hirn-Traumata seien bei solch schweren Unfällen üblich. Mit Rücksicht auf den Schutz der Betroffenen wollte sich das Krankenhaus Agatharied in Hausham am Mittwoch nicht konkret zu den Verletzungen der bei ihnen behandelten Patienten äußern. Generell gelte mit Blick auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes bei vergleichbaren Verletzungen: "Zwei Wochen aufwärts, da ist aber keine Grenze gesetzt – je nach Verlauf."

+++ Herrmann und Dobrindt eingetroffen +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Mittwochvormittag in dem oberbayerischen Ort, es stehe noch nicht fest, was passiert sei. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verwies darauf, es sei noch nicht klar, ob menschliches oder technisches Versagen ursächlich für die Katastrophe sei. Gemeinsam mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wollten sich die Politiker ein Bild von der Situation an der Unglücksstelle machen. Dort fand auch eine Kranzniederlegung statt.

+++ Staatsanwaltschaft schweigt zu Unfallursache +++

Die Staatsanwaltschaft Traunstein will sich vorerst nicht weiter zum Stand der Ermittlungen äußern. "Zur genauen Ursache können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden, die Ermittlungen stehen hier noch am Anfang", hieß es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern. Zu Informationen, wonach das Zugunglück auf menschliches Versagen zurückzuführen sein soll, wollte die Staatsanwaltschaft nichts sagen.

+++ Seehofer in Bad Aibling eingetroffen +++

Ministerpräsident Horst Seehofer traf mit Rettungskräften von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bergwacht zusammen und zeigte sich erschüttert über das Zugunglück. "Eine Tragödie für das ganze Land, Bayern trauert", sagte Seehofer einen Tag nach dem Unglück mit zehn Toten und 80 Verletzten. "Es ist eine schwere Zeit für uns alle", fügte er hinzu.

+++ Bergung wird mindestens zwei Tage dauern +++

Die Bergung der Unglückszüge von Bad Aibling wird nach Einschätzung der Rettungskräfte noch mindestens zwei Tage dauern, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Wolfram Höfler. Zunächst sollten Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) mit schwerem Schneidegerät versuchen, die Triebköpfe auseinanderzuschneiden und danach die Züge voneinander zu trennen. Ungefähr hundert Helfer waren im Einsatz.

+++ Spezialkran steht zur Bergung bereit +++

Ein erster Spezialkran der Deutschen Bahn ist am Mittwochvormittag am Unfallort eingetroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Kran aus Fulda habe eine Tragkraft von 160 Tonnen. Zudem gehörten fünf Module inklusive Werkstatt und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Einsatzkräfte zu dem Gerät. Ein weiterer Kran aus Leipzig mit einer Tragkraft von 75 Tonnen steht auf Abruf bereit.

+++ "Es wird niemand mehr vermisst" +++

Die Polizei rechnet nach neuesten Erkenntnissen nicht mit weiteren Todesopfern. "Es wird niemand mehr vermisst", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd am Mittwochvormittag. Nachdem alle Personalien abgeglichen worden seien, dürfte sich kein Opfer mehr in den beiden Zügen befinden. "Es wird keine elfte Leiche geben." Der Sprecher war zudem optimistisch, dass alle Verletzten überleben werden. "Wir dürfen optimistisch sein."

+++ Bahnchef fährt nach Bad Aibling +++

Bahnchef Rüdiger Grube fährt am heutigen Mittwoch nach Bad Aibling. Gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) wolle Grube sich ein Bild von der Lage machen, hieß es bei der Deutschen Bahn. Der Besuch am Unglücksort ist für 11.00 Uhr geplant. Mit schwerem Gerät soll am Mittwoch damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen.

+++ Polizei korrigiert Angaben zu Todesopfern +++

Vorerst bleibt es doch bei zehn bestätigten Todesopfern. Die Helfer gehen laut Nachrichtenagentur dpa aber davon aus, dass sich ein elfter Toter in dem Wrack befindet, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Andreas Guske. Zuvor hatte eine Polizistin mitgeteilt, dass ein weiteres Opfer tot gefunden worden sei.  

+++ Ermittler gehen von menschlichem Versagen aus +++

Die verhängnisvolle Fehlentscheidung eines Fahrdienstleiters im Stellwerk von Bad Aibling ist offenbar der Grund für das Zugunglück mit mindestens zehn Toten. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem die HAZ gehört, aus Ermittlerkreisen.

Demnach hat ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch „quasi von Hand durchzuwinken“. Der Triebwagen hätte, um dem entgegenkommenden Zug auszuweichen, rechtzeitig einen sogenannten Begegnungspunkt erreichen müssen: Dort ist die ansonsten eingleisige Strecke zweigleisig ausgebaut.

Doch der Triebwagen schaffte es nicht rechtzeitig bis zu diesem Punkt. Dennoch bekam der entgegenkommende Zug grünes Licht. „Der fuhr auf Ersatzsignal“, formulierte es ein Ermittler. Das bedeute: Auf Weisung aus dem Stellwerk habe der Lokführer weiter fahren dürfen, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot stand. Nichtsahnend sei der Lokführer dann aus dem zwei- wieder in den eingleisigen Streckenabschnitt gefahren – und geradewegs in die Katastrophe gesteuert.

+++Horst Seehofer will Unglücksstelle besuchen+++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will im Laufe des Tages die Unglücksstelle aufsuchen. Er wolle sich vor Ort ein Bild von der Situation machen und auch mit Rettungskräften und Verantwortlichen sprechen, teilt die Staatskanzlei in München mit.

+++SPD sagt Politischen Aschermittwoch ab+++

Auch die SPD sagt ihren Politischen Aschermittwoch mit Parteichef Sigmar Gabriel in Mainz ab. Ein Sprecher der SPD Rheinland-Pfalz sagte, der Termin werde aus Respekt vor den Opfern des Zugunglücks in Bayern nicht stattfinden. Der Politische Aschermittwoch sollte der Auftakt der heißen Phase des Wahlkampfes in Rheinland-Pfalz knapp vier Wochen vor der Landtagswahl sein.  

+++ Schweigeminute im DFB-Pokal +++

Im DFB-Pokal-Viertelfinale sind die Mannschaften am Dienstagabend mit Trauerflor aufgelaufen. Zudem gab es vor den Partien Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen und VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund jeweils eine Schweigeminute. Das Spiel in Stuttgart begann nach der Übertragung des ARD-"Brennpunkts" mit etwa siebenminütiger Verspätung.

+++ Suche wird am Mittwoch fortgesetzt +++

Am Mittwoch soll damit begonnen werden, die Zugwracks mit schwerem Gerät zu entfernen. Auch die Suche nach einer noch immer vermissten Person solle dann fortgesetzt werden, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstagabend mit.

+++ Zahl der Todesopfer gestiegen +++

Ein weiteres Opfer des Zugunglücks ist in einem Krankenhaus gestorben, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Dienstagabend mitteilte. Außerdem werde noch eine Person in den Zugwracks vermisst. "Wir haben wenig Hoffnung, diese lebend zu bergen", sagte ein Polizeisprecher.

+++ CSU sagt Politischen Aschermittwoch ab +++

Wegen des Zugunglücks von Bad Aibling hat die CSU ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch abgesagt. Dies meldet das Parteiorgan "Bayernkurier" und zitiert Generalsekretär Andreas Scheuer mit den Worten: "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt."

Im oberbayerischen Bad Aibling sind Dienstagfrüh zwei Nahverkehrszüge frontal zusammengestoßen. Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Hier die ersten Bilder von der Unglücksstelle.

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+++ Strecke eigentlich über Magnete gesichert +++

Wie es zu dem Zusammenstoß auf der eingleisigen Strecke kommen konnte, ist das große Rätsel. Eigentlich ist sie durch das sogenannte PZB-System gesichert. Über Magnete bremst dieses System einen Zug automatisch ab, falls er trotz eines roten Signals fährt. Noch nie seit Einführung des Systems hat es einen Unfall gegeben, betont Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

+++ "Wir erbitten Gottes Beistand" +++

Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, reagierte betroffen. "Mit großer Erschütterung fühlen wir uns den Angehörigen der Opfer als Kirche verbunden", sagte der Erzbischof von München und Freising einer Mitteilung zufolge. Er bete für die Opfer und ihre Angehörigen: "Wir erbitten Gottes Beistand und Trost für sie."

+++ Innenminister Herrmann: Alles tun, um Unfall aufzuklären +++

Bei dem Rettungseinsatz waren am Dienstag laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) knapp 700 Einsatzkräfte vor Ort. Sie seien "mit schwerstem Leid und unglaublichen Verletzungen" konfrontiert worden. Derzeit werde alles getan, um den Unfallhergang aufzuklären. "Auch wenn es die hundertprozentige Sicherheit nie geben kann, müssen wir alles dafür tun, um menschliches wie technisches Versagen so weit wie möglich auszuschließen."

Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) waren insgesamt knapp 700 Einsatzkräfte vor Ort.

Quelle: Uwe Lein

+++ Verunglückte Züge in der Schweiz hergestellt +++

Die zwei verunglückten Züge sind vom Schweizer Hersteller "Stadler Rail" produziert worden. Zur Ursache des schweren Unfalls bei Bad Aibling konnte die Firma am Dienstag nichts sagen. "Über die Unfallursache kann Stadler als Hersteller beider am Unfall beteiligter Züge zur Zeit keine Auskunft geben", schrieb das Unternehmen in einer Mitteilung. Man warte auf die Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden vor Ort. "Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gehört den Verunglückten und ihren Angehörigen", hieß es.

+++ Gute Bedingungen für die Helfer +++

Bei der Rettung nach dem Zugunglück haben die Helfer trotz des schwer zugänglichen Geländes von einigen guten Bedingungen profitiert. Es hätten hervorragende Flugbedingungen geherrscht und die Temperaturen seien für einen Februar relativ hoch gewesen, sagte der Leitende Notarzt auf der Pressekonferenz.

+++ Minister hält Kontakt zur Kanzlerin +++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) befindet sich nach eigenen Angaben in engem Austausch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und hält sie über die Ereignisse von Bad Aibling auf dem Laufenden. Merkel sei in Gedanken bei den Angehörigen der Toten und den Verletzten. "Das sind Bilder, die einen natürlich auch sehr stark emotional belasten, weil man sich nicht vorstellen kann, dass solche Unglücke auch bei uns vorkommen können", betonte Dobrindt.

+++ Zwei von drei Blackboxen geborgen +++

Bei den Ermittlungen zur Ursache für das Zugunglück setzen die Behörden auf die Blackboxen der Züge. Zwei von insgesamt drei Blackboxen seien bereits geborgen, sagte Dobrindt. Eine dritte befinde sich noch in einem der verkeilten Triebwagen.

+++ Dobrindt: Züge mit hoher Geschwindigkeit verunglückt +++

Die Pressekonferenz mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat begonnen. Er sprach nach einem Besuch der Unglücksstelle von einem "erschreckenden Bild". Die Züge müssen mit hoher Geschwindigkeit nahezu ungebremst aufeinander geprallt sein, sagte Dobrindt. An der Unglücksstelle, die in einer Kurve liegt, sei eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde zulässig.

Je tiefer die Rettungskräfte in die Wracks vordringen, umso mehr Todesopfer finden sie. Traurige erste Bilanz: Bei dem Zusammenstoß zweier Nahverkehrszüge sterben mindestens neun Menschen. Es ist das schwerste Zugunglück in Bayern seit 1975.

Quelle:

+++ Aufruf zu Blutspenden +++

Der Blutspendedienst München hat dazu aufgerufen, Blut zu spenden. Derzeit bestehe "akut ein deutlich erhöhter Bedarf an lebensrettenden Blutkonserven", hieß es auf der Homepage. Spender sollten mobile Spendentermine wahrnehmen oder in die Blutspendezentrale kommen.

+++ Mittlerweile neun Todesopfer +++

Bei dem schweren Zugunglück sind am Dienstagmorgen nach neuesten Informationen neun Menschen getötet worden. Das sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier in Bad Aibling. Außerdem gebe es 63 Leichtverletzte sowie 18 schwerer Verletzte. Zwei Menschen würden noch vermisst, sie seien wahrscheinlich in den Trümmern der Züge.

+++ Dobrindt gleich bei Pressekonferenz ++++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) traf am späten Vormittag an der Unfallstelle ein. Die Verantwortlichen von Polizei und Rettungskräften wollen in Kürze bei einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten des schweren Unglücks bekanntgeben.

+++ Notfallseelsorger an der Unglücksstelle +++

Ein großes Team von evangelischen und katholischen Notfallseelsorgern hat sich am Dienstag um die Betroffenen des Zugunglücks von Bad Aibling gekümmert. Nach Auskunft des Dekanats Rosenheim waren mindestens sechs evangelische Pfarrer an der Unglücksstelle; weitere Seelsorger befanden sich in Rufbereitschaft.

+++ Bayerns Innenminister spricht von einem "der großen Eisenbahnunglücke" +++

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich schockiert gezeigt. "Wir wissen nicht, ob nicht noch mehr Tote in den verkeilten Zügen gefunden werden. Das ist wirklich schrecklich", sagte Herrmann am Dienstag in Nürnberg. "Das ist schon eines der großen Eisenbahnunglücke in der jüngeren Vergangenheit in Deutschland und speziell bei uns in Bayern."

Bahnfahren gilt als relativ sicher, schwere Unfälle wie jetzt in Oberbayern sind vergleichsweise selten. Hier einige Beispiele aus vergangenen Jahren. Angefangen mit dem schweren ICE-Unglück im niedersächsischen Eschede.

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Auf der eingleisigen Bahnlinie, die vor allem im regionalen Personenverkehr genutzt werde, habe es bisher keine Störungen gegeben, sagte Herrmann. Und weiter: In den vergangenen Jahrzehnten habe es zudem "massive Verbesserungen in der Zugsicherungstechnik" gegeben, so dass "was geltende Technik und geltende Vorschriften sind, ein solches Unglück, wo sich zwei gegenläufige Züge auf dem gleichen Gleis befinden, eigentlich nicht mehr vorkommen kann".

+++ Strecke komplett gesperrt +++

Die betroffene Zugstrecke ist mittlerweile komplett gesperrt worden. Stattdessen sollten zunächst Busse den Schienenersatzverkehr zwischen Rosenheim und Holzkirchen übernehmen, wie die Bayerische Oberlandbahn (BOB) mitteilte. Die BOB betreibt die Züge auf der Unfallstrecke.

+++ Bischof Bedford-Strohm zeigt sich bestürzt +++

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich bestürzt gezeigt. Er sei in Gedanken und im Gebet bei allen, die von diesem Unglück betroffen sind, sagte Bedford-Strohm am Dienstag in einer ersten Reaktion. "Es ist etwas Fürchterliches, wenn man zur Arbeit fährt, mitten im Alltag ist und dann plötzlich so etwas Schlimmes passiert." Die kirchlichen Notfallseelsorger vor Ort täten jetzt alles, um die Menschen so gut wie möglich zu begleiten, sagte Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

Die Bergung der Verletzten an der Unfallstelle gestaltet sich für die Rettungskräfte kompliziert.

Quelle: Uwe Lein

+++ Polizei: Zahl der Toten steigt auf acht +++

Bei dem schweren Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling hat sich die Zahl der Todesopfer auf acht erhöht. Das sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier vor Ort an der Unglücksstelle. Nach Angaben der Beamten wurden bei dem Unfall darüber hinaus mehr als 100 Menschen verletzt, etwa die Hälfte davon schwer.

+++  "Alles was Räder hat, ist vor Ort" +++

Um den Opfern zu helfen, hat das Bayerische Rote Kreuz alle verfügbaren haupt- und ehrenamtlichen Kräfte in der Region zusammengezogen. "Alles, was Räder hat, ist vor Ort", sagte der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes Rosenheim.

+++ Grube spricht Verletzten und Angehörigen Mitgefühl aus +++

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat den Verletzten und Angehörigen des schweren Zugunglücks sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. "Wir sind tief bestürzt über den Unfall", sagte Grube laut  Mitteilung. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten." Grube dankte den Rettungskräften und Helfern vor Ort.

+++ Zahl der Todesopfer könnte sich weiter erhöhen +++

Bei dem Frontalzusammenstoß der beiden Nahverkehrszüge sind am Dienstagmorgen mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer könnte sich aber noch erhöhen, sagte ein Polizeisprecher in Bad Aibling. Nach ersten Erkenntnissen wurden rund 90 Fahrgäste verletzt, unter ihnen waren 40 Schwer- und 15 Schwerstverletzte. Die zwei Lokführer zählten zunächst nicht zu den Todesopfern. Es sei aber "nach menschlichem Ermessen" nicht vorstellbar, dass sie den Zusammenprall in der Nähe von Bad Aibling im Landkreis Rosenheim überlebt hätten, sagte der Polizeisprecher.

+++ Unglück ereignete sich um 6.50 Uhr auf eingleisiger Strecke +++

Gegen 6.50 Uhr waren zwei Züge des privaten "Meridian", der von der zur Transdev gehörenden Bayerischen Oberlandbahn betrieben wird, auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal zusammengestoßen. Dabei verkeilten sich die Triebwagen der beiden Züge.

dpa/afp/epd

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