Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Rottweiler verletzt Kind lebensgefährlich
Nachrichten Panorama Rottweiler verletzt Kind lebensgefährlich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:06 29.04.2016
Ein vierjähriges Mädchen ist beim Angriff eines Rottweilers in Sachsen-Anhalt lebensgefährlich verletzt worden. (Symbolbild) Quelle: Bernd Thissen/dpa
Anzeige
Seeland

Ein vierjähriges Mädchen ist beim Angriff eines Rottweilers in Sachsen-Anhalt lebensgefährlich verletzt worden. Der Hund habe das Kind in Hals und Kopf gebissen, nachdem es gestürzt war, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die 66 Jahre alte Besitzerin des Hundes hatte demnach am Nachmittag mit dem Kind einer befreundeten Familie ein Wohnhaus in Seeland-Schadeleben (Salzlandkreis) betreten. Drinnen lief der Hund dann auf das Mädchen zu, da er - anders als sonst - nicht in einem Nebenraum eingeschlossen war. Bei der Begrüßung des Hundes sei das Kind dann gestürzt, woraufhin der Rottweiler mehrfach zubiss.

Veterinäramt entscheidet über Hunde-Schicksal

Die Vierjährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Das Mädchen sei außer Lebensgefahr, sagte eine Sprecherin der Magdeburger Universitätsklinik am Freitagnachmittag. Die Operation sei erfolgreich verlaufen. Über das Schicksal des Hundes entscheidet nun das Veterinäramt. Gegen die Hundehalterin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

Die Rechtslage bei Hundebissen

Herrchen und Frauchen sind für ihre Hunde verantwortlich. Verursachen die Vierbeiner etwa einen Verkehrsunfall oder einen anderen Sachschaden, haften die Halter zivilrechtlich dafür. Werden Menschen von Bissen verletzt, kann dem Hundebesitzer oder -führer auch ein Prozess wegen Körperverletzung drohen. Die Haftung des Hundehalters gilt laut Oberlandesgericht Celle (Niedersachsen) selbst dann, wenn das Tier in der Obhut einer anderen Person ist - etwa beim Gassigehen - und das Herrchen gar nicht auf das Tier einwirken kann.

Wird jemand gebissen, weil ein Hundehalter seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommt, dürfte wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt werden. Am Ende des Verfahrens kann dann ein Strafbefehl stehen oder ein Gerichtsprozess. Für fahrlässige Körperverletzung sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Gefängnis vor.

Tier als Waffe missbraucht

Missbraucht jemand seinen Hund als Waffe und hetzt ihn auf einen Menschen, der dann gebissen wird, kann eine gefährliche Körperverletzung vorliegen. In diesem Fall sieht das Gesetz sechs Monate bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe vor, in minder schweren Fällen drei Monate bis fünf Jahre.

Für jede schuldhafte Körperverletzung gilt: Das Opfer hat Anspruch auf ein Schmerzensgeld. Die Höhe der Summe richtet sich dabei in der Regel nach der Schwere der Verletzung und den Folgen für das Opfer und reicht von etwa 100 bis zu einigen tausend Euro.

In einigen Fällen werden Menschen von sogenannten Kampfhunden verletzt. Viele Bundesländer listen darum in ihren Hundeverordnungen bestimmte Rassen als "gefährlich" auf. Für diese Tiere gelten Sonderregeln wie etwa eine Genehmigungspflicht, Leinen- und Maulkorbzwang oder Versicherungspflicht. Eine bundesweite Regelung für Kampfhunde oder gefährliche Rassen gibt es nicht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Rauferei wegen Kurdenkonflikt - Türkische Politiker prügeln sich

Wegen des Kurdenkonflikts haben sich in der Türkei die Parlamentsabgeordneten eine Prügelei geliefert. Mehrere Abgeordnete sollen sich bei der Schlägerei verletzt haben.

28.04.2016
Panorama Angebliche Kollision mit Flugzeug - Drohne war vermutlich nur eine Plastiktüte

Beim Landeanflug auf London soll ein Airbus der British Airways mit einer Drohne zusammengestoßen sein. Der Zwischenfall schlug große Wellen, da es offenbar der erste dieser Art war. Eine Untersuchung stellte aber nun fest: Das Flugzeug kann nicht mit einer Drohne kollidiert sein.

28.04.2016

Als Dienstherr hat der Staat eine Fürsorgepflicht gegenüber Polizisten, die es ihnen erlaubt, sich etwa die Kosten für Medikamente erstatten zu lassen. Doch die sogenannte Heilfürsorge hat Grenzen: Potenzmittel müssen die Beamten selber zahlen.

28.04.2016
Anzeige