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"Vogue" macht Models zu Behinderten

Photoshop-Fail vor Paralympics "Vogue" macht Models zu Behinderten

Um die Paralympics zu bewerben, macht "Vouge" ein Fotohooting mit Teilnehmern — so scheint es auf den ersten Blick. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus: Es handelt sich um Models, denen per Retusche ein Arm und Bein entfernt wurde.

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Mit vermeintlichen Paralympics-Teilnehmern wirbt die brasilianische "Vogue" für das Sportereignis.

Quelle: Instagram/@voguebrasil

Rio de Janeiro. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein normales Foto der brasilianischen "Vogue", mit paralympischen Teilnehmern. Auf den zweiten Blick erkennt man: Es handelt sich nicht um Teilnehmer, sondern um Models, denen auf den Bildern die Gliedmaßen per Retusche entfernt worden sind. Der rechte Arm fehlt Model Cleo Pires, ihr Kollege Paulo Vilhena steht, statt auf zwei Beinen nur auf dem Linken. Am rechten Bein trägt er eine Protese. So wirbt die brasilianische Modezeitschrift "Vouge" für die Paralympics, die in wenigen Tagen in Brasilien beginnen. Doch bei den beiden handelt es sich nicht etwa um Teilnehmer der Sportveranstaltung, sondern um professionelle Models. "Vogue" veröffentlichte die Bilder von dem Fotoshooting vor wenigen Tagen auf seiner Instagram-Seite und schrieb dazu: "Wir sind alle Paralympics-Teilnehmer".

#SomosTodosParalímpicos: para atrair visibilidade aos Jogos Paralímpicos e ressaltar a relevância dos paratletas brasileiros no panorama do esporte nacional, @cleopires_oficial e Paulo Vilhena (@vilhenap) aceitaram o convite para serem embaixadores do Comitê Paralímpico Brasileiro e estrelam a campanha Somos Todos Paralímpicos. Concebido pelos atores com o apoio do @ocpboficial e dos atletas, com direção criativa de @ccarneiro, fotografia de @andrepassos e beleza de @carolalmeidaprada, o anúncio traz Cleo na pele de @bruninha_alexandre, paratleta do tênis de mesa, e Paulo, de @renatoleite10, da categoria vôlei sentado. Os ingressos estão à venda em ingressos.rio2016.com. Vogue mostra os bastidores do shooting com o quarteto no link da bio. #voguenasparalimpiadas

Ein von Vogue Brasil (@voguebrasil) gepostetes Foto am


"Vogue" macht Models zu Behinderten

Der fehlende Arm und die Beinprotese sind den Models von den Teilnehmern Renate Leite und Bruna Alexandre per Photoshop retuschiert worden, die beim Fototermin anwesend waren.

Pessoal, Venho esclarecer que estou super orgulhosa de fazer parte desta campanha que a revista #Vogue  começou a divulgar as primeiras imagens desse lindo trabalho. Nossos Embaixadores Paralímpicos Cleo Pires e Paulo Vilhena, nos ajudaram a intensificar e a propagar a campanha com intuito de gerar visibilidade ao Movimento Paralímpico e convocar a torcida brasileira para marcar presença nos Jogos Paralímpicos Rio 2016. Gostaria, de enfatizar que #SomosTodosIguais e por isso a Cleo Pires me representa. Nos próximos dias, vocês terão acesso completo da campanha. #VemComAGenteBrasil e espero contar com toda a torcida brasileira nas arenas é assim torcendo, vibrando, cantando e comemorando conosco! #CarregoNoPeito o #CoraçãoParalímpico. @cleopires_oficial @vilhenap @ocpboficial

Ein von Bruninha Alexandre (@bruninha_alexandre) gepostetes Foto am


Warum die Zeitschrift, statt auf echte Teilnehmer lieber auf Modells setzte, stößt bei Behindertenverbänden auf Kritik. Richard Lane, Sprecher der britischen Hilfsorganisation Scope, sagte gegenüber der britischen " Huffington Post": "Es ist schwer zu verstehen, warum Vogue die Notwenigkeit sah, nicht-behinderte Models für eine Paralympics-Kampane zu nehmen." Er sagte außerdem, dass Magazin habe die Gegelenheit verpasst, die Teilnehmer der Paralympics als gleichwertige Sportler zu präsentieren.

Retusche sorgt im Netz für Kritik

Die Instagram-Follower der "Vouge" machen ihrem Unverständnis unter dem Posting Luft. So kommentierten Nutzer das Bild mit "Hässlich, falsch, unhöflich." Ein anderer nennt die Kampagne "lächerlich und respektlos". "Warum habt ihr keine echten Teilnehmer genommen?", fragt ein Dritter.

Ein Sprecher der Zeitschrift sagte gegenüber der Huffington Post, dass die Idee nicht von der Vogue selber, sondern von einer PR-Agentur erdacht worden sei. "Die Vogue respektiert die Meinungen von Lesern, die mit der Kampange nicht einverstanden sind." Selbstverständlich werde die "Vogue" die Paralympiks und deren Teilnehmer weiter unterstützen.

RND/kul

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