Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Show schickt Teilnehmer zum IS nach Syrien

TV-Format in Australien Show schickt Teilnehmer zum IS nach Syrien

Eine australische Show, bei der die Kandidaten in die Heimat von Flüchtlingen geschickt werden, ist zu weit gegangen. Sie schickte sechs Teilnehmer nach Syrien - nur wenige Hundert Meter vom Schlachtfeld des IS entfernt.

Voriger Artikel
Shirts von Drogenboss El Chapo sind Renner
Nächster Artikel
Monica Lierhaus: "Es geht um mein Leben"

Kim Vuga (links) und weitere SBS-Teilnehmer in Syrien.

Quelle: SBS/Screenshot HAZ

Australien ist für seinen unbarmherzigen Umgang mit Flüchtlingen bekannt und empfiehlt auch anderen Staaten ein rigoroses Vorgehen gegen sogenannte Boatpeople. Und wie in Europa auch, werden die Menschen nicht überall in Down Under mit offenen Armen empfangen, immer häufiger kommt es zu ausländerfeindlichen Aktionen und rassistischen Parolen.

Show soll Vorurteile abbauen

Zumindest erschien das neue Format des TV-Senders SBS da gut gemeint: Die Realityshow  "Go Back to Where You Came From" (Geh' dahin zurück, wo du hergekommen bist) sucht sich Kandidaten, die ihren Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen gern freien Lauf lassen. Die Kandidaten sind für die Produktion in den Elends- und Krisengebieten unterwegs, wo sie Mitgefühl kennenlernen sollen. Auf den Einreiserouten, in Flüchtlingslagern und auf Booten sollen sie von den Nöten der Menschen erfahren, gegen die sich ihre Kritik richtet. Die mit einem Emmy ausgezeichnete Idee ist auch schon in Deutschland umgesetzt worden. Die Asyl-Dokusoap "Auf der Flucht", die 2013 auf ZDFneo lief, hatte allerdings lediglich geringen Erfolg.

"Auf uns wurde definitiv geschossen"

Der australische Sender SBS trieb es jetzt allerdings auf die Spitze. Dabei werden drei Teilnehmer in Syrien bis auf 800 Meter an die Frontlinie mit den Kämpfern der Terrorgruppe Islamischer Staat geschickt, wie die Zeitung "The Sidney Morning Herald" berichtet. "Auf uns wurde definitiv geschossen", zitiert das Blatt Teilnehmerin Kim Vuga. "Das Schlimmste war, so nah ranzugehen wie möglich - wissend, dass ihre Kugeln uns treffen konnten." Bei Vuga scheint aber auch diese Erfahrung nicht gefruchtet zu haben. In den sozialen Netzwerken veröffentlicht sie noch immer Anti-Flüchtlings-Parolen.

Der Sender SBS zeigt die Realityshow ab dem 28. Juli.

Von Sonja Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
26-Jähriger war im Terrorcamp

Bremer Ermittler haben einen potenziellen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) bei seiner Wiedereinreise nach Deutschland festgesetzt. Der 26-Jährige steht im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

mehr
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.