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Erdbeben fordert mindestens 250 Tote in Italien

Vorläufige Bilanz Erdbeben fordert mindestens 250 Tote in Italien

Bei dem Erdbeben in Italien sind nach einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen und weitere 365 verletzt worden. Die Region kommt derweil nicht zur Ruhe: Mittlerweile wurden etwa 460 Nachbeben registriert.

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Helfer suchen in den Trümmern nach Überlebenden.

Quelle: dpa

Rom. Bei dem katastrophalen Erdbeben in Italien sind nach neuen Angaben des Zivilschutzes mindestens 250 Menschen getötet und weitere 365 verletzt worden. In der Gegend um Arquata seien 46 statt 57 Tote gezählt worden. In den Gemeinden Amatrice und Accumoli stieg die Zahl von bisher 190 auf 195 Tote.

460 Nachbeben

Das Hauptbeben der Stärke 6,2 hatte sich in der Nacht zum Mittwoch in den Regionen Latium, Umbrien und den Marken ereignet. Seither gab es nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie etwa 460 Nachbeben. Teilweise seien sie so stark gewesen, dass in den betroffenen Gebieten erneut Gebäude gewankt hätten.

Heftige Erdstöße haben das Zentrum Italiens erschüttert: Aus den Orten um das Epizentrum wurden beträchtliche Schäden gemeldet. "Das halbe Dorf ist verschwunden", sagte der Bürgermeister des Urlaubsorts Amatrice.

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Es handelt sich um die schwersten Erdstöße seit Jahrzehnten in dem Stiefelstaat.  Sieben Jahre nach dem schweren Erdbeben in dem 30 Kilometer Luftlinie entfernten L'Aquila wurden in der Berg-Region ganze Dörfer zerstört. Auch im etwa 100 Kilometer Luftlinie entfernten Rom wackelte der Boden. Italien ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstoßen.

Mädchen nach 16 Stunden gerettet

Unter den Opfern waren viele Kinder, in manchen Familien gab es mehrere Tote. Aber es gab auch gute Nachrichten: So wurde am frühen Abend in Pescara del Tronto ein zehnjähriges Mädchen nach fast 16 Stunden aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Hunde hätten sie aufgespürt, hieß es. „Als wir sie lebend gefunden haben, war die Freude riesengroß“, sagte Feuerwehrsprecher Danilo Dionisi.

Regierungschef Matteo Renzi hatte die Katastrophen-Region am Abend besucht. 368 Verletzte seien seit dem Morgen aus der Gegend von Amatrice und Accumoli weggebracht worden, erklärte er. Italien stehe solidarisch zusammen, um die großen Herausforderungen zu meistern. Am Donnerstag war ein Treffen des Ministerrats in Rom geplant, um das weitere Vorgehen zu beraten. In der Region soll der Notstand ausgerufen werden.

Wie viele Menschen noch verschüttet sind, war unklar. In Amatrice sei eines der Symbole der Stadt, das historische Hotel Roma, in sich zusammengestürzt. Zwei Menschen seien tot aus den Resten des Gebäudes geborgen worden - nach Angaben des Bürgermeisters befanden sich zum Zeitpunkt des Bebens aber 70 Menschen in dem Hotel.

Erdbebenland Italien

Schwere Erdbeben entstehen infolge ruckartiger Verschiebungen tektonischer Gesteinsplatten im tieferen Bereich der Erdkruste. An den Plattengrenzen kommt es zu starken Spannungen, die sich schlagartig in Beben entladen können. In Europa ist neben Griechenland besonders Italien erdbebengefährdet. Unter dem Land bewegt sich ein etwa tausend Kilometer langer Keil der afrikanischen Platte mehrere Meter im Jahrhundert nach Norden und drückt gegen die Alpen unter die eurasische Platte. Dabei können verheerende Kräfte frei werden.

So starben 1908 in Messina auf Sizilien und in Süd-Kalabrien mehr als 100.000 Menschen. Mindestens 3000 Menschen wurden im November 1980 bei Erdstößen in Neapel und 100 weiteren Orten der Region Kampanien getötet. Im April 2009 kamen mehr als 300 Menschen ums Leben, als in der mittelitalienischen Region Abruzzen mit ihrer Hauptstadt L'Aquila die Erde bebte.

dpa/RND/zys

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